Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Was dem Fußgönheimer Trainer Ediz Sari Kummer bereitet

Fand zu alter Stärke zurück: ASV-Innenverteidiger Gökhan Dogan (rechts, der sich hier gegen einen Rüssinger Spieler durchsetzt)
Fand zu alter Stärke zurück: ASV-Innenverteidiger Gökhan Dogan (rechts, der sich hier gegen einen Rüssinger Spieler durchsetzt)

Der ASV Fußgönheim belegt zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung in der Gruppe 2 der Verbandsliga den fünften Platz. Die Mannschaft des neuen Trainers Ediz Sari zeigte unterschiedliche Leistungen. Vor allem eines macht dem Coach Kummer.

Im Fußball gibt es den Begriff des Heimvorteils. Der hat bei den Amateuren zwar keine so große Bedeutung wie bei den Profis, weil sich bei denen im Normalfall die Zuschauerunterstützung positiv bemerkbar macht. Die Amateure spielen meist nur vor wenigen Besuchern, dennoch werden auch dort in der Regel zu Hause mehr Spiele gewonnen als verloren. Nicht so beim ASV. „Das Problem ist nicht, dass wir unsere drei Heimspiele alle verloren haben, sondern die Art und Weise wie wir die Punkte abgegeben haben“, sagt Coach Ediz Sari. In diesen Partien stand der ASV auf verlorenem Posten und war chancenlos. Das Torverhältnis aus diesen Spielen spricht Bände: 2:14.

Auswärts lief es gerade umgekehrt. Drei Spiele – drei Siege. „Da haben wir nicht überragend gespielt und mitunter auch eine Portion Glück gehabt, aber eine gute Einstellung und Moral bewiesen“, verdeutlicht der Trainer. Bei den beiden 2:1-Erfolgen bei Saris Ex-Verein Phönix Schifferstadt und beim SV Rülzheim lagen die Fußgönheimer jeweils 0:1 zurück, drehten die Partien aber noch. Deshalb ist der Coach mit der Punktausbeute – neun Zähler aus sechs Spielen – unter dem Strich zufrieden. Sie lässt ihn hoffen, dass sich das Team nach Wiederaufnahme der Runde von den Abstiegsplätzen fernhält und die Runde in ruhigem Fahrwasser beendet.

Seinen Optimismus begründet Sari mit dem reibungslos vollzogenen Umbruch. „Viele Spieler sind weggegangen, sodass jede Menge neuer Akteure in den Kader integriert werden mussten“, erklärt der 51 Jahre alte Übungsleiter. Dies sei schneller umgesetzt worden, als Sari erwartet hatte. Hilfreich sei gewesen, dass der Großteil der Neuen mit dem Coach von Aufsteiger Phönix Schifferstadt gekommen war und sich viele Spieler zuvor schon kannten. „Die Mannschaft hat auch die schwierige Vorbereitung, in der wir alle neun Testspiele verloren haben, gut weggesteckt“, hat Sari erkannt. Da die Partien fast ausschließlich gegen starke Verbands- oder Oberligisten ausgetragen wurden, lassen sich die schlechten Resultate besser einordnen.

Vier Kreativspieler fielen wochenlang verletzt aus

Der ASV Fußgönheim hat nach Einschätzung seines Trainers mit Kampf und Leidenschaft punkten können. Für spielerische Mängel hat Sari eine plausible Erklärung: „Uns sind vier hochkarätige und kreative Akteure mit schweren Verletzungen weggebrochen.“ Namentlich sind das Spielmacher Ismail Imre (30), den es in der Pokalpartie gegen Phönix Schifferstadt noch vor dem ersten Meisterschaftsspiel erwischte. Die Stürmer Niko Pavic (33) und Talha Demirhan (30), die sich beide nach dem ersten Punktspiel in den Krankenstand verabschiedeten, sowie der lauf- und spielstarke Mittelfeldmann Dominik Jolic (27), der ebenfalls wochenlang pausierte. Hinzu kommt Verteidiger Denis Jolic (32), der immer noch auf seinen ersten Einsatz wartet.

„Diese Ausfälle sind von der Menge und der Qualität der Spieler nicht zu kompensieren“, ergänzt der Coach, der bisher schon 23 Akteure einsetzte. Deshalb mussten die etatmäßigen Mittelfeldspieler Nauwid Amiri und Tim Demele im Angriff aushelfen. „Das haben sie prima gemacht. Tim hat den Status des Talents abgestreift und Nauwid, der aus der B-Klasse kam, hat Akzente gesetzt und überzeugt“, lobt Sari. Er bezeichnet die beiden als „zwei Gewinner der bisherigen Spielzeit“, weil man sie so nicht unbedingt auf der Rechnung haben konnte. Auch Innenverteidiger Gökhan Dogan sei an der Seite des spielenden Co-Trainers Pietro Berrafato regelrecht aufgeblüht.

Der Ausblick des Trainers ist von Vorsicht geprägt. „Wenn es weitergeht, wird es für uns brutal schwer. Wir kämpfen in einer ausgeglichenen Liga ohne schwache Mannschaft gegen den Abstieg“, glaubt Sari. Sollte es keine Auf- und Abstiegsrunde geben, kalkuliert der Übungsleiter damit, dass von den derzeitigen neun Mannschaften die beiden Letzten in die Landesliga absteigen müssen.

EINWURF

Der ASV Fußgönheim ist im Soll. Zumindest punktetechnisch. Die neu zusammengestellte Mannschaft schlägt sich angesichts vieler Ausfälle wacker und sollte den Klassenverbleib problemlos schaffen, wenn die verletzten Akteure zurückkehren. Spielerisch ist aber noch viel Luft nach oben, es fehlt das Überraschungsmoment, vieles wirkt vorhersehbar. Da sind andere Teams wesentlich weiter. Fußgönheim steht tief, setzt auf Konter und reagiert mehr, als dass agiert wird. Da muss der Trainer im nächsten Jahr den Hebel ansetzen. Dass oftmals zündende Ideen fehlen, liegt auch daran, dass der in der Schaltzentrale gesetzte Ismail Imre seit dem Pokalspiel gegen Schifferstadt fehlt und schmerzlich vermisst wird. Kurios wie die Verletzung zustande kam: Imre kollidierte heftig mit dem Schiedsrichter. Auch die erfahrenen und abgezockten Stürmer Talha Demirhan und Niko Pavic hätten dem Team weitergeholfen. Sie kehren zurück, was die Verantwortlichen des ASV zuversichtlich stimmt.

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