Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Was Daniel Lips für die Arbeitsagentur plant

Ist nach einer beruflichen Zwischenstation in Saarbrücken wieder zurück in Ludwigshafen: Daniel Lips.
Ist nach einer beruflichen Zwischenstation in Saarbrücken wieder zurück in Ludwigshafen: Daniel Lips.

Daniel Lips ist gekommen, um zu bleiben. Nach zwei Jahren als Operativer Geschäftsführer der Regionaldirektion ist der 42-Jährige zurück als Chef der Arbeitsagentur in Ludwigshafen. Eine Stelle, die er bereits von 2018 bis 2020 innehatte. Für seine Rückkehr hat er große Pläne.

Das erste Ziel ist naheliegend: „Wir wollen die Bauarbeiten im Haus endlich abschließen.“ Mittlerweile sei das Gebäude in der Berliner Straße bereits im siebten Jahr eine Baustelle. „Und begonnen hat es eigentlich ganz harmlos als Brandschutzsanierung“, berichtet Daniel Lips, dessen Arbeitsagentur neben Ludwigshafen auch für Frankenthal, Speyer und den Rhein-Pfalz-Kreis zuständig ist. Mittlerweile würden einige Baustellenbereiche aber tatsächlich auf die Zielgerade einbiegen. „Vor allem die Tiefgarage für die Mitarbeiter drängt jetzt langsam“, gibt er zu. Eine Zeitachse wollte er im Pressegespräch am Mittwoch aber weder dafür noch für den Ausbau des sechsten Obergeschosses nennen, wo eigentlich das Telefonservice-Center der Ludwigshafener Agentur zu Hause ist. Die Mitarbeiter dort arbeiten aktuell von Frankenthal und Saarbrücken aus.

In Metropolregion zu Hause

„Als ich vor zwei Jahren nach Saarbrücken gegangen bin, habe ich meinem Nachfolger Benjamin Wehbring den Auftrag gegeben, dass die Arbeiten bis zu meiner Rückkehr beendet sein sollen“, sagt Lips und lacht. Denn daran, dass er wieder nach Ludwigshafen kommt, bestand kein Zweifel. So sei der Auftrag als Operativer Geschäftsführer in der Regionaldirektion der Arbeitsagentur für Rheinland-Pfalz und das Saarland ohnehin nur zeitlich befristet gewesen. „Und ich wollte wieder nach Ludwigshafen zurück“, sagt der 42-Jährige, der zwar in Koblenz geboren wurde, sich aber mittlerweile in der Metropolregion heimisch fühlt und mit seiner Familie in Viernheim lebt.

Doch auch über das Bauliche hinaus hat Lips in Ludwigshafen noch einiges vor – auch wenn die aktuellen Arbeitslosenzahlen trotz Pandemie gar nicht so schlimm seien, wie ursprünglich befürchtet. So waren im Dezember 8003 Personen als erwerbslos gemeldet. „Damit liegen wir etwa auf den Werten von Dezember 2019, also vor der Pandemie. Mit Blick auf die reinen Zahlen könnte man meinen, dass es gar kein Corona gibt.“ Eine rein statistische Sichtweise, denn selbstverständlich habe es auch in der Pandemie Sieger und Verlierer gegeben. Beispielsweise habe sich die Ansiedlung des Dienstleisters Amazon auf dem Arbeitsmarkt positiv bemerkbar gemacht. „Das ist zweifellos ein Gewinner der Pandemie“, sagt der neue, alte Agentur-Leiter. Hier ist er ebenso auf die weitere Entwicklung gespannt, wie in Gesundheitsbranche und Pflege. „Ich glaube, das wird uns in den kommenden Monaten und Jahren weiter beschäftigen.“

Das gelte auch für die Schulabgänger der beiden vergangenen Jahrgänge. „Durch Homeschooling konnten unsere Berater ja nicht wie gewohnt an die Schulen gehen.“ Durch die trotzdem stattfindenden Beratungen sei klar: „Die Verunsicherung ist sehr groß. Wir haben da einiges an Aufholbedarf. Das wird uns noch über Jahre begleiten.“ Immerhin ist die Agentur darauf bereits, wenn auch eher zufällig, vorbereitet: Durch das Programm „Lebenslange Berufsberatung“ sei die Anzahl an Beratern bereits vor Jahren ausgebaut worden. Lips sagt: „Das hilft uns in der aktuellen Situation.“

Fokus auf Ausbildung

Überhaupt müsse der Fokus darauf liegen, Menschen nicht nur in Arbeit, sondern zunächst einmal in Ausbildung zu bringen. Und das nicht nur, weil der Fachkräftemangel sich auch während der vergangenen beiden Jahre bemerkbar gemacht habe. „Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, betont Daniel Lips. „Qualifizierung muss deshalb unser Kernthema sein.“

Intern gehe es darum, besser zu werden. „Dafür prüfen wir ständig unsere Abläufe aus Kundensicht.“ In dieser Hinsicht sei die Pandemie für die Agentur für Arbeit auch eine Chance. Und das nicht nur, weil Beratungen mittlerweile nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch telefonisch oder online stattfänden, sondern auch weil interne Abläufe mittlerweile ins Internet verlagert worden seien und lange Dienstreisen damit vermieden würden. „Wir wollen unsere interne und externe Kommunikation verbessern“, kündigt Lips an, schränkt dann aber angesichts der neuen Corona-Welle wieder ein wenig ein: „Alles was wir im Moment tun können, ist ein Fahren auf Sicht.“

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