Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Pendler noch länger auf einen neuen Radweg warten müssen

Pendler aus dem Landkreis und die Oggersheimer sollen mit einem neuen Radweg besser vorankommen.
Pendler aus dem Landkreis und die Oggersheimer sollen mit einem neuen Radweg besser vorankommen.

Oggersheim soll künftig einen neuen fünf Kilometer langer Radweg bekommen. Rund 1500 Radler sollen die neue Strecke täglich befahren. Geplant ist eine bessere Anbindung an Maudach und Mutterstadt. Doch es gibt ein Problem.

„Wir haben einige Kilometer an Radstrecke vor uns“, kündigte Ludwigshafens Radverkehrsbeauftragte Beate Roesner dem Ortsbeirat Oggersheim an. Rund fünf Kilometer genau genommen, auf denen Radler künftig entlang der Speyerer Straße und der Wollstraße künftig bequem und sicher ans Ziel kommen sollen. Mehr als der Einstieg in die Diskussion waren die vorgelegten Pläne allerdings nicht. „Es handelt sich zunächst einmal um eine Machbarkeitsstudie“, sagte Roesner.

Sie hatte auch gleich eine schlechte Nachricht dabei, denn der künftige Radweg an der Wollstraße sei als Verbindung zwischen Oggersheim, Gartenstadt und Mundenheim vorbei am Blies-Strandbad zwar überaus wünschenswert, die beiden letzten Abschnitte, von der Bliesstraße bis zur Bebauung und von der Bebauung bis zur Raschigstraße, seien aber nach heutiger Gesetzeslage schlicht nicht durchführbar. „Es gibt hier keine regelkonforme Radwegmöglichkeit“, bedauerte Roesner. Dabei sei das Potenzial gerade auf dieser Verbindungsstrecke groß. „Aktuell wird die Strecke täglich für bis zu 850 Radfahrten genutzt.“ Mit einem attraktiven sicheren Radweg wäre eine Steigerung auf bis zu 1350 tägliche Fahrten möglich.

Grundstückskäufe nötig

Auch die vorgestellte Strecke von Oggersheim vorbei am Wasserwerk in Richtung Maudach mit Abzweig in Richtung Mutterstadt habe ein großes Potenzial. Die Planungen sähen bis zu 1500 tägliche Fahrten vor. Aber auch diese Strecke habe ihre Schwierigkeiten. So stellte Roesner in der Machbarkeitsstudie Streckenverläufe mit einer und bis zu vier Straßenquerungen vor, weil der Radweg nicht durchgehend auf einer Straßenseite fortgeführt werden kann.

„Eine zügige Pendlerverbindung funktioniert nur mit möglichst wenig Straßenquerungen“, kritisierte Johannes Müller (Grüne). Allerdings müsste für alle vorgestellten Varianten auch Grundstücke erworben werden, um überhaupt eine Rad-Fahrbahn entlang der Feldränder führen zu können. „Und je mehr Grundstücke davon betroffen sind, desto komplizierter wird es“, meinte die Radverkehrsbeauftragte. Sie verwies deshalb darauf, dass sie dem Ortsbeirat lediglich eine „Machbarkeitsstudie“ mitgebracht hatte und Wege aufzeige, auf denen Radler künftig sicher von A nach B kommen könnten. Alles weitere sei Sache der Detailplanung, in der auch erste Kostenschätzungen enthalten sein werden.

Das Projekt soll dem Ortsbeirat daher erneut vorgestellt werden. Einen Zeitrahmen nannte sie nicht. Und auch von einer Umsetzung war im Rahmen der Sitzung keine Rede.

Umbau in Dürkheimer Straße

Konkreter ist ein anderes Projekt: Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger sowie eine Verkehrsberuhigung soll die Umgestaltung der Dürkheimer Straße bringen. Die Planungen dafür stellte Rüdiger Schmidt aus dem Bereich Tiefbau vor. Er kündigte dabei einschneidende Maßnahmen an: „Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.“

Gerade von Wormser Straße und Buschweg kommend werde die Straße zum Nadelöhr. „Das Problem ist, dass auf der rechten Seite oft halbseitig auf dem Gehweg geparkt wird“, sagte Schmidt. Für Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen gebe es deshalb kaum ein Durchkommen. Um Gehwegparken zu verhindern, wäre für den Bereich eine Parkbucht eine Lösung. Dafür würden auf der gegenüberliegenden Straßenseite durch ein absolutes Halteverbot sechs Parkplätze wegfallen. Ein Radschutzstreifen soll verschwenkt an der Parkbucht vorbeiführen. Wann die Umgestaltung erfolgen soll, kann die Stadtverwaltung noch nicht sagen. Immerhin sollte die Finanzierung „ machbar sein. Betonabsperrungen für Parkbuchten seien eventuell noch in den Bauhöfen vorrätig und ansonsten beschränke es sich auf Markierungsarbeiten auf dem Straßenbelag, erläuterte Schmidt.

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