Reiten RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Olaf Geißler der Baumeister beim RFV Fußgönheim ist

Heinz Orth (links), Vorsitzender des RFV Fußgönheim, und Olaf Geißler.
Heinz Orth (links), Vorsitzender des RFV Fußgönheim, und Olaf Geißler.

Die Macher: Seine Leidenschaft für den Reitsport ist ungebrochen. Auch wenn er jetzt als aktiver Reiter keine Turniere mehr bestreitet, ist er denn je gefordert. Als Zweiter Vorsitzender beim Reit- und Fahrverein Fußgönheim ist Olaf Geißler besonders bei Bau- und Instandhaltungsprojekten der Dreh- und Angelpunkt. Als studierter Architekt bringt er auch sein Wissen und seine Erfahrung ein. Aber auf eine Sache möchte er dennoch nicht verzichten.

Olaf Geißler steht ständig unter Strom. Wenn der 52 Jahre alte Zweite Vorsitzende des RFV Fußgönheim etwas anpackt, dann spürt man sofort seine Leidenschaft und seine Motivation. Nicht nur in seinem Beruf als selbstständiger Architekt, sondern auch, wenn es um die Aufgaben bei seinem Verein, dem RFV Fußgönheim, geht.

Der Verein ist für den gebürtigen Viernheimer, der seit 1985 in Fußgönheim reitet, eine Herzensangelegenheit geworden. Seit 16 Jahren führt er gemeinsam mit Heinz Orth die Geschicke. Seine vier eigenen Pferde sind in den Stallungen des Vereins untergebracht. Seine erwachsenen Kinder reiten aktiv.

Geißler ist nicht nur im Vorstand engagiert, er ist auch Züchter und Ausbilder. Er selbst habe aber vor acht Jahren seine aktive Laufbahn nach einem Sturz beendet. Er verletzte sich dabei schwer am Rücken. Er sah ein, dass das ambitionierte Reiten nicht mehr möglich ist. Geißler war Vielseitigkeitsreiter, der es auch in den Bundeskader geschafft hatte.

Das ehrenamtliche Engagement von Olaf Geißler beschränkt sich aber nicht nur auf den RFV Fußgönheim. Der 52-Jährige ist Jugendwart im Pferdesportverband Pfalz und im Jugendausschuss des Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Es gibt deshalb nur wenige Tage im Jahr, an denen Olaf Geißler nicht auf der Anlage in Fußgönheim anzutreffen ist. Das wiederum hat einen besonderen Grund: Es sind nicht nur die eigenen Pferde, die dort ihr zu Hause haben, sondern es ist vielmehr seine Aufgabe als Zweiter Vorsitzender. Denn zu seinem Aufgabengebiet zählt die Instandhaltung und der Ausbau der Reitanlage – einschließlich der 23 Innen- und Außenboxen. „Es gibt ständig etwas zu tun. Jeder kann sich einbringen. Wir sind im Verein ein gutes Team, das zusammenhält“, sagt Geißler.

Dazu gehört auch seine Familie. Seit über 30 Jahren engagiert sie sich. Der Reitsport ist im Hause Geißler ohnehin eine Familienangelegenheit. Tochter Celine und Sohn Luca reiten Turniere, während seine Ehefrau sich ausschließlich um die Versorgung der Pferde in den Stallungen kümmert. „Durch meinen Beruf laufen einfach viele Dinge zusammen, gerade wenn es um Leistungen von Firmen, Handwerkern und die Eigenleistungen unserer Mitglieder geht“, sagt Geißler. Er sieht sich keinesfalls als derjenige, der im Mittelpunkt steht – stehen muss. „Der Vorteil bei mir liegt darin, dass ich meine Partner oder Firmen fragen kann, mit denen ich als Architekt zusammenarbeite, wenn ich Dinge nicht weiß“, sagt Geißler: „Es werden gemeinsam Vorschläge erarbeitet und wird darüber beraten. Am Ende müssen Heinz Orth und ich als Verantwortliche es vertreten können.“ Ansonsten setzt das Vorstandsduo jedoch auf den Teamgedanken.

Landesmeisterschaft in Fußgönheim

Mit seinen 150 Mitgliedern hat der Verein in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen bei der Reitanlage unternommen. „Ich möchte nicht wissen, wie viele Arbeitsstunden unsere Mitglieder in den letzten zehn Jahren zum Erhalt und Ausbau der Anlage geleistet haben“, erzählt Geißler: „Alleine geht es in dieser Größenordnung nicht. Jeder bringt sich nach seinen eigenen Möglichkeiten ein. Das funktioniert sehr gut, da wir auch offen über alles reden.“ Er sieht den Verein als eine Familie, die ihre Aufgabe stets gemeinschaftlich erledigt. „Ohne dieses Engagement würde vieles nicht funktionieren. Es ist für viele eine Ehrensache, sich hier zu engagieren“, betont Geißler und bedauert, dass in den vergangenen Monaten das soziale Miteinander – wegen der Pandemie – nicht wie gewohnt gepflegt werden konnte. „Auch das macht das Vereinsleben so liebenswürdig“, findet er.

Geißler ist stolz auf „seinen“ Verein und die dortigen Mitstreiter. Der vorläufige Höhepunkt war 2019 das 90. Jubiläum. Zu diesem Anlass erstrahlte die Anlage in neuem Glanz. Das schmucke Gelände wird dieses Jahr Austragungsort der Landesmeisterschaft. Am dritten Juli-Wochenende wird die Elite des rheinland-pfälzischen Reitsports in den Disziplinen Dressur und Springreiten im Rhein-Pfalz-Kreis zu Gast sein. Damit honoriert der Landesfachverband auch die Bemühungen des RFV beim Ausbau seiner Reitanlage.

Es ist nicht das einzige Ziel, das Olaf Geißler im Blickfeld hat. Denn so ganz auf das Reiten kann er nun auch nicht verzichten. Einmal in der Woche versucht er selbst im Sattel zu sitzen. „Ich nehme es mir immer wieder vor, manchmal geht es, manchmal eben auch nicht“, sagt Geißler. Seine Leidenschaft für den Reitsport hat eben nicht nachgelassen.

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