Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Warum in Fußgönheim erstmals ein Bundeschampionat stattfindet

Celine Geissler (FRV Fußgönheim) auf Expialidocious. Der Parcours in Fußgönheim ist von ihrem Vater geplant worden.
Celine Geissler (FRV Fußgönheim) auf Expialidocious. Der Parcours in Fußgönheim ist von ihrem Vater geplant worden.

Wegen der Corona-Pandemie fielen bundesweit viele Reitturniere aus. Davon profitierte in den letzten Tagen der Reit- und Fahrverein (RFV) Fußgönheim, der erstmals eine Qualifikation zum Bundeschampionat im Springen und in der Dressur mit Teilnehmern aus Luxemburg, Frankreich und Dänemark ausrichtete.

Nach ihrer Dressurprüfung klatschte sie ihren Wallach Expialidocious auf den Rücken. Celine Geissler strahlte. Denn die 22 Jahre alte Reiterin war erleichtert. Die Turnier-Premiere ihres Pferdes der Rasse Oldenburger war gelungen. Bei den beiden Starts in der Dressurpferdeprüfung der Klasse L** der Fünfjährigen und in der Klasse A landete sie jeweils auf dem siebten Platz. Mit den Wertungsnoten 6,8 und 7,2 war Geissler zufrieden. „Für das erste Mal war es ganz ordentlich, aber ich hadere derzeit mit mir ein wenig, es gibt einfach noch vieles zu verbessern“, sagte Geissler.

Sie hat sich die Messlatte hoch gelegt. Die Dressur ist ihre Stärke. „Die Harmonie zwischen der Reiterin und dem Pferd ist noch nicht perfekt. Aber so etwas dauert“, erklärte Geissler. Sie weiß, wovon sie redet. Sie gehörte bis zu ihrem 21. Lebensjahr regelmäßig zum Starterfeld der deutschen Jugendmeisterschaften und nahm in der Disziplin Vielseitigkeit sogar einmal an der EM teil.

In Fußgönheim kam Geissler in der Springpferdeprüfung der Klasse S* auf Giovanna nach zwei Abwürfen auf den neunten Rang. In der Klasse M schied sie vorzeitig aus. Für sie war es dennoch vor heimischer Kulisse nach fast viermonatiger Pause wegen der Corona-Pandemie ein gelungener Re-Start. Training war lange Zeit nicht möglich. „Man hatte mehr Zeit für die Familie und eben andere Dinge“, erzählte Geissler: „Es war entschleunigend. Aber wir wussten auch, dass die Pferde Bewegung brauchten.“

Beruf statt Profilaufbahn

Nun ist sie froh, dass immer mehr Normalität in der Reiterei einkehrt. Seit 21. Juni sitzt Geissler wieder bei Turnieren im Sattel. Umso größer war ihre Freude, in Fußgönheim wieder einen Wettkampf bestreiten zu können. Der schmucke Parcours, den ihr Vater als Architekt maßgeblich geplant hatte, ist ihr zweites Zuhause. Denn in den benachbarten Stallungen befinden sich die acht Pferde, die sie täglich gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder pflegt und trainiert. Die Anlage ist für die Studentin, die aus Bobenheim-Roxheim stammt und an der Universität Mannheim, Unternehmensjura studiert, ihr zweites Wohnzimmer. Doch die talentierte Reiterin wird ihr Hobby nicht zum Beruf machen. „Es ist ein wunderschönes Hobby. Das soll es bleiben“, sagt Geissler, die nach ihrem Studium bei einem Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater arbeiten möchte.

„Mit den gezeigten Leistungen können wir sehr zufrieden sein“, meinte Heinz Orth, Vorsitzender des RFV Fußgönheim, der auch als Richter im Einsatz war. Ob Fußgönheim abermals ein Bundeschampionat in den Disziplinen Springen und Dressur ausrichten wird, ließ er offen. „Wir sollten realistisch bleiben, eigentlich findet dies stets an Pfingsten in Zeiskam statt. Wegen Corona konnte dort nicht geritten werden und wir haben dann die Zusage bekommen. Wenn wir unser bisheriges Format an Turnieren für Reiter/innen aus der Region beibehalten, dann sind wir auch zufrieden“, sagte Orth.

Weitere Ergebnisse

Springprüfung Klasse S*: 2. Marissa Keller mit Capitano - Springprüfung Klasse A**: 2. Vanessa Raubenheimer mit Copacabana - Springen der Klasse A*: 3. Corinna Eicher mit Connan (alle FRV Fußgönheim) - Springen der Klasse L: 1. Sven Dehner (RFV Ludwigshafen) mit Cool as Ice - Bundeschampionat: 5. Dehner mit Cartier D’Amour - Bundeschampionat der Klasse L, Dressur: 7. Celine Geissler (FRV Fußgönheim) - Dressurprüfung U 25 der Klasse S*: 9. Geissler mit Christian, 11. Mirjam Gall (RFV Hochdorf) mit Notario.

x