Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Quadratestadt so oft im NDR-Fernsehen zu sehen ist

Jakob Leube
Jakob Leube

Wer regelmäßig das NDR-Satiremagazin „extra 3“ sieht, konnte darin in letzter Zeit häufiger Mannheim entdecken. Die Ursache hierfür ist bei dem jüngst zugezogenen Satiriker und Fernsehmacher Jakob Leube zu finden.

Einheimischen ist die wöchentliche TV-Sendung nicht zuletzt ein Begriff, weil Ludwigshafen hier 2018 zur „hässlichsten Stadt Deutschlands“ erklärt wurde. Scherzeshalber, wie es einer Show gebührt, die politisches Kabarett, Comedy und Satire vereint. Einer uralten übrigens, das dürfte kaum mehr im allgemeinen Bewusstsein sein, die bereits seit 1976, also seit bald 50 Jahren läuft, zunächst im NDR und seit 2014 im Ersten. Seit 2011 moderiert Christian Ehring die Sendung, kommentiert, ähnlich wie Oliver Welke in der konkurrierenden ZDF-„heute-show“, humorvoll bis spöttisch das Geschehen der Woche und führt durch Nachrichtenschnipsel, Sketche und Filmeinspieler.

adt Deutschlands“ erklärt wurde. Scherzeshalber, wie es einer Show gebührt, die politisches Kabarett, Comedy und Satire vereint. Einer uralten übrigens, das dürfte kaum mehr im allgemeinen Bewusstsein sein, die bereits seit 1976, also seit bald 50 Jahren läuft, zunächst im NDR und seit 2014 im Ersten. Seit 2011 moderiert Christian Ehring die Sendung, kommentiert, ähnlich wie Oliver Welke in der konkurrierenden ZDF-„heute-show“, humorvoll bis spöttisch das Geschehen der Woche und führt durch Nachrichtenschnipsel, Sketche und Filmeinspieler.

Bei Stuttgart aufgewachsen

Der Satiriker, Autor, Schauspieler und Regisseur Jakob Leube steckt seit mittlerweile einem Jahrzehnt hinter einer Vielzahl dieser Filmclips, die genaue Zahl kennt er selbst nicht. „Das war kein Karriereplan“, blickte der 39-Jährige nun im Mannheimer Kino Cinema Quadrat auf seine Arbeit zurück, „sondern so eine Mischung aus einer groben Idee und ein paar guten Zufällen.“ Im schwäbischen Filderstadt als Sohn eines Pfarrers geboren und an verschiedenen Orten rund um Stuttgart aufgewachsen, hat er in Tübingen Allgemeine Rhetorik studiert und bereits währenddessen etliche Praktika beim Radio wie beim Fernsehen absolviert. Unter anderem beim NDR-Medienmagazin „Zapp“. „Die waren auf dem Flur auf der anderen Seite von ,extra 3’. Manchmal kommt ja eins zum anderen.“

„Einen Hang zu Comedy hatte ich immer“, erklärte Leube. 2013 startete er so als Autor für „extra 3“ und inszenierte bald zusammen mit seinem Kompagnon Freddy Radeke regelmäßig kurze witzige Filmclips, Parodien, fiktive Trailer oder Musikvideos für das Magazin. „Wir haben in Hamburg im Prinzip einmal die Woche für ,extra 3’ einen Film gemacht und das in einem ganz schönen Hamsterrad-Dampfhammer-Rhythmus.“ Montags war Redaktionskonferenz, führt er zum Tempo aus. Danach ging es unmittelbar ans tiefer gehende journalistische Recherchieren, bevor es galt, ein geeignetes Konzept aufzusetzen, ein wenn auch kurzes Drehbuch zu schreiben, die nötigen Schauspieler und ein Team zusammenzustellen und schon die Dreharbeiten am Mittwoch zu organisieren. Noch am Drehtag wurden die Ergebnisse erstmals gesichtet, bevor der bis zu dreiminütige Beitrag am Donnerstag tagsüber geschnitten wurde und bereits am Abend desselben Tages auf Sendung ging. „Das lässt ganz schön Körner, wenn man das viele Jahre macht.“ Ebenfalls seit 2014 produzieren Leube und Radeke zudem vergleichbare Einspieler für „Wumms! Die Sportshow“, die kurzfristig im NDR-Fernsehen zu sehen war und inzwischen als „Wumms – Die Sportsatire mit Bumms“ ausschließlich online läuft.

In Mannheim zu Hause

Vor fünf Jahren heiratete Jakob Leube eine Mannheimerin, die zuvor ebenfalls beim NDR in Hamburg beschäftigt war. „Ich bin eines Morgens aufgewacht und hatte meinen Erstwohnsitz hier“, formulierte er, ganz Comedian, im Gespräch mit Michael Ackermann von der Filmcommission Nordbaden, der die lose Veranstaltungsreihe „Film Talk“ in Mannheim organisiert und moderiert. Während der Corona-Pandemie drehte sein Gesprächsgast erste Beiträge für „extra 3“ und „Wumms“ vor Ort in Mannheim, auch, um nicht für längere Zeit von seiner Frau und seinen Kindern getrennt zu sein. Seitdem, manchmal unkenntlich und bisweilen deutlicher, taucht die süddeutsche Quadratestadt hin und wieder als Drehort in den norddeutschen Satiremagazinen auf. Sowie Theaterschauspieler aus Mannheim, etwa dem Oststadt-Theater, und der Region, die Leube hier einsetzt.

Derzeit erarbeitet er mit Freddy Radeke die neue NDR-Reihe „Gags – Comedy deluxe“, die Schlecky Silbersteins „(Bohemian) Browser Ballett“ ablösen wird. Rund 40 Beiträge drehen sie im Augenblick für die Auftakt-Staffel, die in sechs knapp halbstündigen Episoden zu sehen sein werden, ab September in der ARD-Mediathek und vielleicht auch im linearen Fernsehen. „Wir haben jetzt nicht mehr Drehtage, wir haben Drehwochen“, beschreibt Leube die neue Lage. Mit größerem Budget und einer Produktionsfirma im Hintergrund seien sie nun auf dem nächsten Level. „Wir haben ein größeres Team und können tollere Filme machen, die auch hoffentlich anders aussehen.“

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