Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Corona-Inzidenz in der Vorderpfalz so niedrig ist

Positive Schnelltests fließen nicht in die Inzidenz-Berechnung ein.
Positive Schnelltests fließen nicht in die Inzidenz-Berechnung ein.

Seit Tagen erreicht die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz immer neue Höchstwerte, während Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer mit deutlich niedrigeren Werten glänzen. Der Grund? Ist kein technischer Fehler, sondern hat offenbar mit der Vorgehensweise des Kreisgesundheitsamts zu tun.

Um zu verstehen, warum die Region um Ludwigshafen in Sachen Inzidenz derzeit so viel besser dasteht als der gesamte Rest der Pfalz, ist es wichtig, sich eines in Erinnerung rufen: Vor wenigen Wochen wurde in Deutschland die Corona-Teststrategie geändert – was zur Folge hatte, dass es nicht mehr der laborbestätigte PCR-Test ist, der die Gesundheitsämter als erster „positiver“ Befund erreicht, sondern der im Vergleich deutlich unzuverlässigere positive Schnelltest. Und um dann zu verstehen, warum die Inzidenzwerte hier in der Region vergleichsweise niedrig ausfallen, muss man sich klar machen, wie das auch für Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer zuständige Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises auf diese Entwicklung reagiert hat.

Die Kurzfassung: Es registriert einen positiven Schnelltest als Corona-Fall, der zunächst aber nicht in die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz mit eingeht. Das passiert tatsächlich erst dann, wenn zu diesem positiven Schnelltest auch wirklich ein positives PCR-Ergebnis vorliegt. Heißt konkret: Wenn das PCR-Ergebnis erst am sechsten Tag nach dem Schnelltest vorliegt, dann behält das Gesundheitsamt das Meldedatum des Schnelltests bei, der Fall fließt aber nur zwei Tage lang in die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz ein – weil ja nur an zwei von sieben Tagen bekannt war, dass es sich auch definitiv um einen positiven Fall gehandelt hat.

Kein technischer Fehler

Wie das hiesige Gesundheitsamt auf Anfrage weiter mitteilt, gehen allerdings nicht alle Ämter so vor. Demnach komme es durchaus vor, dass an anderen Orten weiterhin erst der PCR-bestätigte Fall registriert wird und damit auch immer die vollen sieben Tage in die Berechnung der Inzidenz mit einfließt. Es liege derzeit kein technischer Fehler vor, betont das Landesuntersuchungsamt (LUA) gegenüber der RHEINPFALZ. Zudem teilt es mit: „Die Vorgehensweise des Gesundheitsamts des Rhein-Pfalz-Kreises beim Anlegen der Covid-19-Fälle entspricht der von der oberen Bundesbehörde (RKI) vorgeschlagenen Vorgehensweise.“

Für all jene, die nach wie vor einen Blick auf die Corona-Inzidenz werfen bedeutet das allerdings: Vergleichbar sind im Moment tatsächlich nur die Inzidenzwerte für Ludwigshafen, den Rhein-Pfalz-Kreis, Frankenthal und Speyer. Denn diese basieren auf der gleichen Art der Datenerhebung. Möglicherweise gibt es auch andere Gründe dafür, dass am Freitag die Ludwigshafener Inzidenz bei 800,9 lag, während etwa für Bad Dürkheim der Wert 1347,3 und für Germersheim 1792,9 angegeben wurde. Nach allem, was derzeit bekannt ist, dürfte die ausschlaggebende Erklärung hierfür aber sein, dass die Gesundheitsämter nicht einheitlich bei der Registrierung von Corona-Verdachtsfällen und laborbestätigten PCR-Tests vorgehen.

x