Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die besten Gewichtheber Europas zum AC Mutterstadt kommen

Antonino Pizzolato ist U23-Junioren-Weltmeister. Er startet für den AC Mutterstadt und ist schon für die Olympischen Spiele qual
Antonino Pizzolato ist U23-Junioren-Weltmeister. Er startet für den AC Mutterstadt und ist schon für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Nach dem 937:835,5-Erfolg beim TB 03 Roding stehen die Gewichtheber des AC 1892 Mutterstadt mit einem Bein im Finale. Die ausländischen Heber haben dafür gesorgt. Sie gehören zu den Besten in Europa. Doch der Verein will da etwas ändern.

Es ist kein Geheimnis. Wer ganz oben in der Liga mitmischen will, muss auf der Ausländerposition top besetzt sein. Da die Verantwortlichen aber nicht wissen, wer und wann zur Verfügung steht, bedienen sich die Spitzenclubs mehrerer Weltklasseheber. Das ist in Mutterstadt genauso wie bei der Konkurrenz in Speyer, Obrigheim und Samswegen. Gegen die heimstarken Rodinger, die vor Kurzem den Vizemeister Obrigheim besiegten, wollte der ACM mit die bestmöglichen Mannschaft antreten.

So glühten die Telefone heiß zwischen Coach Dennis Eichner und potenziellen Kandidaten. Der italienische U-23-Juniorenweltmeister Antonino Pizzolato stand genauso wie Afrikameister Mohamed Ehap zur Verfügung. Mit dieser Qualität im Rücken stellte die Mutterstadter Staffel daher eine Saisonbestleistung auf. „Unsere Rechnung ging mit über 900 Kilopunkten auf. So stark war noch kein Team in dieser Saison. In den verbleibenden zwei Heimkämpfen geben wir den dritten Platz nicht mehr ab“, sagte Dennis Eichner.

Wie wird das alles finanziert?

Wie können diese Athleten aus Italien, England, Kroatien, Frankreich, Niederlande, Österreich, Bulgarien und Ägypten finanziert werden? „Es ist kein Risiko für den Verein. Der Bundesliga-Kader ist über Sponsoren, allen voran Lotto Rheinland-Pfalz, abgedeckt. Wir leben nicht über unsere Verhältnisse. Der Verein hat aus Fehlern der Vergangenheit gelernt“, sagt Vorsitzender Peter Amberger. Eine unterschriebene Anti-Dopingerklärung gehört zu den Vertragsmodalitäten. Damit schützt sich der Verein, weil es in der Vergangenheit immer wieder Dopingfälle in der Bundesliga gegeben hatte.

Auch in Zukunft wird der ACM nicht völlig auf den Einsatz von Ausländern verzichten können. „Wenn man als Mannschaft in der Bundesliga bestehen möchte, dabei ist nicht die Finalteilnahme gemeint, ist der Einsatz von internationalen Hebern notwendig. Jedoch möchten wir wieder etwas mehr Konstanz auf den Ausländerpositionen erreichen. Die Identifikation zwischen der Staffel und den Fans soll stärker gewährleistet werden. Es soll nicht jeden Wettkampf ein anderer Heber auf der Bühne stehen“, sagt Eichner.

Pizzolato schon für Tokio qualifiziert

Die Mutterstadter Ausländer gehören mit zu den besten Gewichthebern in Europa. Aktuell ist Antonino Pizzolato für Olympia sicher qualifiziert. Noch gute Chancen auf die Qualifikation haben Sarah Davies, Hristo Hristov, Andres Mata und Enzo Kuworge. Max Lang und Lisa Marie Schweizer sind die deutschen Kandidaten.

Für den nächsten Wettkampf gegen Durlach (29. Februar) haben Mohamed Ehab und Sarah Davies ihr Kommen angekündigt. Nationalheberin Nina Schroth wird nach ausgestandener Ellenbogenverletzung ihr Comeback geben. Ihr persönliches Ziel ist die Finalteilnahme am 25. April.

Das Finale wird von dem Verein ausgerichtet, der den besten Punkteschnitt aus den vier besten Wettkämpfen der Vorrunde hat. Aktuell würde sich das zwischen Samswegen und dem ACM entscheiden. Der zwölffache deutsche Mannschaftsmeister hat momentan gute Karten, um am Ende ganz oben zu stehen.

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