Ludwigshafen
Warum der Ruchheimer Melvin Loch vom Platz geflogen ist
Herr Loch, zwei Spiele, zwei Niederlagen. Geht es für den SVR nur um den Klassenverbleib?
Realistisch betrachtet schon. Wir werden es schwer haben, weil wir eine sehr junge, zusammengewürfelte Mannschaft haben, die sich erst finden muss. In manchen Situationen merkt man, dass den Jungen noch die Cleverness fehlt. Außerdem sind wir im zweiten Jahr in einer neuen Liga, das bekanntlich als besonders schwierig gilt, weil die Aufstiegseuphorie weg ist.
War der Aderlass vor der Runde zu groß, fehlt es an Qualität?
Die Abgänge treffen uns sehr. Einen Knipser wie David Gerner zu finden, ist schwer, Fabrizio Moncada konnte Spiele alleine entscheiden, dazu sind Hüseyin Coskun, Mert Hizarci, Herish Hasan und Julius Schülein weg – das ist gewaltig. Am meisten trifft uns allerdings, dass unser Kapitän und Schlüsselspieler Janosch Diemer als Bundeswehrsoldat kaum noch zur Verfügung steht. Ich bin zurückgekommen, weil der SVR eine gute Adresse ist und ich mich mit Trainer Tobias Ehrenberg gut verstehe.
Wofür haben sie am Sonntag in Herxheim die Rote Karte gesehen?
Da war ich nicht komplett unschuldig. Direkt vor dem 3:2 wird unser Torwart am Kopf getroffen und musste mit einem Bluterguss über dem Auge ausgewechselt werden. Statt Freistoß für uns zu pfeifen, erkennt der Schiedsrichter das Tor an. Der Elfmeter zum 4:2, den ich verursacht habe, war keiner. Das hat mir mein Gegenspieler bestätigt. Ich habe mich beim Schiedsrichter bedankt. Das war ironisch, da muss ich meine Emotionen besser kanalisieren. Ich gebe zu, das war insgesamt nicht mein bester Tag. Interview: Thomas Leimert