Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Ludwigshafener SC ein heißer Aufstiegskandidat ist

Eine der Stützen beim LSC: Ismail Imre (Mitte) beim Kopfball.
Eine der Stützen beim LSC: Ismail Imre (Mitte) beim Kopfball.

Eine traumhafte Hinserie hat Bezirksligist Ludwigshafener SC mit konstant guten Leistungen als Spitzenreiter abgeschlossen. Auch wenn noch 14 Begegnungen ausstehen, die Zeichen stehen auf Rückkehr in die Landesliga.

„Eine tolle Bilanz. Ich bin hochzufrieden und sehr stolz auf die Mannschaft“, sagt Trainer Nauwid Amiri. Der 32-jährige Coach hat ein Team zur Verfügung, das die Liga dominiert und von 20 Partien 17 gewann. Dreimal (jeweils 0:0 zu Hause gegen Queichhambach und Mutterstadt und 1:1 im Derby beim ESV Ludwigshafen) haben die Rot-Weissen die Punkte geteilt. „Aufgrund der vielen Chancen müssen wir gegen Queichhambach nicht 1:0, sondern 5:0 gewinnen, und beim ESV haben wir den 120 Pokalminuten ein paar Tage zuvor Tribut gezollt“, erklärt der Coach. Die Partie gegen die damals noch vor dem LSC rangierenden Mutterstadter war von der Taktik geprägt, beide Teams wollten in erster Linie nicht verlieren.

Amiri ist es gelungen, aus einer Ansammlung starker Individualisten eine Mannschaft zu formen, die bisher nicht zu schlagen war. Das letzte Team, das unbesiegt in die Winterpause ging, war der VfR Frankenthal in der Saison 2012/13. „Jeder bringt seine Stärken ein, ist sich aber nicht zu schade, dem Mitspieler zu helfen“, hat der Trainer erkannt. Der große Kader versetzt Amiri in die komfortable Lage, ohne Qualitätsverlust wechseln zu können, auch wenn dann nicht jeder die Spielzeit bekommt, der er gerne hätte. Zudem hat sich das 4-2-3-1-System für die Rot-Weißen als ideal erwiesen. „In der Rückrunde der vorigen Spielzeit hat sich schon angedeutet, dass wir auf einem guten Weg sind“, betont Amiri.

Noch Luft nach oben

Der Übungsleiter setzte bislang 25 Akteure ein, von denen keiner in allen 20 Partien dabei war. Auf 19 Einsätze kommt Linksaußen Kevin Klein, ein klassischer Flügelstürmer mit Tempo und Zug zum Tor. 18 Mal lief das überzeugende Innenverteidiger-Duo Dennis Klein und Leon Lorenz auf, ebenso wie Daniele Marchitto, der nach Beendigung seiner Juniorenzeit 52 von 54 möglichen Partien bestritten hat. 17 Spiele haben Dejan Vasic, Ziya Köroglu, Can Güney und Nicola Maillet absolviert. „Wir haben uns spielerisch verbessert und profitieren von der großen Breite im Kader“, verdeutlicht der Trainer. Aus dem Team habe bislang Ismail Imre herausgeragt. „Er zieht im defensiven Mittelfeld die Fäden, bestimmt den Takt und verleiht der Mannschaft viel Stabilität“, sagt Amiri.

Ein Unterschiedsspieler der Extraklasse ist Torjäger Ibrahim Anli. Obwohl er mehr als die Hälfte der Spiele verletzt verpasst hat und nur dreimal über 90 Minuten auf dem Feld stand, führt er mit 13 Treffern und großem Vorsprung die vereinsinterne Torschützenliste an. Der clevere, spiel- und abschlussstarke Linksfuß benötigte im Schnitt nur 44 Minuten für ein Tor. „Er hat uns anfangs sehr gefehlt. Seit Ibo mit seiner Ballsicherheit, seiner Körperlichkeit und dem Gefühl für freie Räume wieder dabei ist, läuft es besser“, beschreibt der Coach seinen Knipser. Mit acht Treffern folgt Nicolas Lamberty, vor Maillet (7), Güney (6) und Köroglu (5).

„Es gibt trotz des guten Laufs aber noch Verbesserungspotenzial“, will Amiri die Hände nicht in den Schoß legen. Das Umschalten auf die Defensive etwa, wobei die Akteure rascher hinter den Ball kommen sollten, oder das Verwerten klarer Möglichkeiten. „Das ist schon besser geworden, aber es gibt noch Luft nach oben. Außerdem schalten wir nach Führungen zu schnell einen Gang zurück. Ich wünsche mir, dass wir häufiger unser Spiel 90 Minuten konsequent durchziehen“, erläutert der Trainer. Wichtig sei, nie die Gier zu verlieren, immer erfolgshungrig zu bleiben. Übrigens: Vor elf Jahren ist der VfR Frankenthal Meister geworden und aufgestiegen. Und er verlor bis zum Ende kein Spiel. Dies zu wiederholen, sollte Anreiz genug sein.

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