Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der KSC 07 Schifferstadt nicht mit aller Macht wieder in die Bundesliga will

„Jetzt nenne ich mich Krieger. Das wirkt als Gewichtheber martialischer“, sagt Sandro Krieger, der früher Sandro Ziegler hieß. E
»Jetzt nenne ich mich Krieger. Das wirkt als Gewichtheber martialischer«, sagt Sandro Krieger, der früher Sandro Ziegler hieß. Er ist Heber beim KSC 07 Schifferstadt und nun auch Vorsitzender des Vereins. Foto: KUNZ

Sandro Krieger ist der neue „starke Mann“ bei den Gewichthebern des KSC 07 Schifferstadt. Der Heber und neuerdings auch Vorsitzende führt am Samstag seine Staffel im Zweitliga Derby bei der zweiten Mannschaft des AC 1892 Mutterstadt an (17.30 Uhr, AC-Halle). Warum hat er seinen Namen geändert und warum wurde er Vorsitzender?

Sandro, die meisten Leute kennen Sie noch unter Ihrem Namen Ziegler. Wie kam es eigentlich zur Änderung?
Ja. Kann sein (lacht). Carina und ich haben uns über beide Namen ausgetauscht. Ein Doppelname sollte es nicht sein. Meiner Frau war das Behalten des Namens wichtiger. Jetzt nenne ich mich Krieger. Das wirkt als Gewichtheber martialischer. Ich finde, es passt gut. Die Leute gewöhnen sich daran.

Jahrelang waren Heinz Kuhn und Günter Renner an der Spitze der Schifferstadter Gewichtheber. Zuerst beim VfK und seit nunmehr auch schon zwölf Jahren beim KSC 07. Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe?
Ich habe mich schon immer sehr mit dem Verein und den Leuten identifiziert. Vor zwei Jahren habe ich angefangen, unseren Trainer und Vorsitzenden Günter Renner als Sportwart zu entlasten. Dann hat sich ein Generationswechsel angedeutet. Es kam die Frage auf, wer das machen kann. Heinz Kuhn und Günter Renner, die den Verein entscheidend geprägt haben, haben mich für das Amt vorgeschlagen. Vorsitzender ist schon eine andere Nummer wie Sportwart. Drei Monate habe ich für eine Entscheidung gebraucht. Während der Zeit habe ich meine Masterarbeit geschrieben. Am Tag der Abgabe habe ich mich für das Amt entschieden. Ich denke, es war richtig so. Ich habe ein tolles neues Team um mich. Es gibt viele Themen und wir haben neue Ideen. Ich bereue es nicht. Die Arbeit macht Spaß.

Wie steht es sportlich um den KSC 07? Nach dem Abenteuer Bundesliga hat sich der Klub in der Zweiten Bundesliga etabliert.
Wir haben uns vor zwei Jahren entschieden, keine zwei Mannschaften mehr ins Rennen zu schicken. Dafür haben wir eine schlagkräftige Truppe an Start. Mit dem jungen Tim Weishaupt vom AC Altrip und dem erfahrenen Bastien Bonnamant aus Straßburg haben wir jetzt noch mehr Alternativen im Kader. Melanie Bonnamant hat uns letzte Saison schon verstärkt. Auch der Schwede Stefan Agren und der Brite Ben Watson sind wieder dabei. Simone Glenk gibt nach einer längeren Verletzungspause in Mutterstadt ihr Comeback. Meine Frau Carina muss aufgrund von Handgelenkproblemen momentan pausieren.

Wie lautet das Saisonziel? Will der KSC 07 mal wieder in die Bundesliga zurück?
Wir wollen eine ordentliche Rolle spielen. An der Spitze der Liga sehen wir uns nicht. Eher im gesicherten Mittelfeld. Der Klassenerhalt ist das Mindestziel. Langfristig wollen wir durch eine verstärkte Nachwuchsarbeit wieder zwei Mannschaften aufbieten. Es war damals schön, in der Bundesliga zu heben. Aber auf Biegen und Brechen gehen wir das bestimmt nicht an. Finanziell haben wir nicht die Möglichkeit. Der Teamgedanke ist bei uns stark ausgeprägt.

Die Frauenquote war in Schifferstadt in der Vergangenheit schon immer recht hoch? Wie sieht es aktuell aus?
Wir freuen uns, dass unser Eigengewächs Simone Glenk endlich wieder fit ist. Sehr gut entwickelt hat sich Laura Rößler in den letzten Jahren. Daneben haben wir neben Carina noch Isabelle Kuhn und Vanessa Stauder an Bord.

Mit Mario Taubert geht der langjährige Kapitän des AC Mutterstadt in der zweiten Saison für den KSC 07 an das Eisen. Wie hat sich Mario im neuen Umfeld eingelebt?
Mario ist noch nicht so lange bei uns, gefühlt ist er aber schon immer da. Er hat sich von Anfang an bestens integriert. Er ist der Kapitän der Mannschaft. Wir profitieren von seiner jahrelangen Erfahrung im Gewichthebersport. Menschlich ist Mario ohnehin eine toller Typ, der sehr gut zu uns passt. Wir sind sehr froh, dass er dabei ist. Er ist eine Persönlichkeit, hat Ausstrahlung und hilft unserem Verein, wo er nur kann. Jetzt ist er noch Pressewart und macht die Öffentlichkeitsarbeit. Es passt einfach.

Dürfen sich die Fans am Samstag auf einen spannenden Wettkampf einstellen? Welche Leistungen sind zu erwarten?
Wir werden die bestmögliche Staffel auf die Bühne schicken. Melanie Bonnamant und Ben Watson nehmen die Ausländerposition ein. Daneben werden Mario Taubert, Laura Rößler, Simone Glenk und ich alles geben. Ich rechne zwischen 520 bis 570 Kilopunkten. Ich sehe uns in Schlagdistanz mit dem AC. Die haben eine richtig gute junge Mannschaft. Das gibt bestimmt ein spannender und heiß umkämpfter Wettkampf. Wir freuen uns, weil die Atmosphäre in Mutterstadt immer etwas Besonderes ist. Beim AC bin ich sogar auch Mitglied und trainiere ab und zu dort. Daher werden mich viele kennen. Ich bin mal gespannt, wer am Ende die Punkte behalten darf.

Interview: Stefan Naumer

Zur Person

Sandro Krieger

Der 29-Jahrige lebt mit seiner Frau Carina in Limburgerhof. Über das Gewichtheben haben sich beide kennen gelernt und im letzten Jahr geheiratet. Sandro war in Sportlerkreisen unter dem Namen Ziegler bekannt. Der im hessischen Friedberg als Projektleiter für Entwicklungen von Roboterapplikationen tätige Sandro hat nach der Hochzeit den Namen seiner Frau angenommen. Seit 16 Jahren macht er, wie früher auch sein Vater und die beiden Brüder, Gewichtheben in Schifferstadt. Sein Förderer und jahrelanger Trainer ist Günter Renner, den er im Mai dieses Jahres als Vorstand des KSC 07 Schifferstadt beerbte. Zu den größten sportlichen Erfolgen des Schwergewichtlers zählte der erste Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2010 im Reißen mit 133 Kilogramm. Vor zwei Jahren trat er für eine Saison im Gewichtheber-Oberhaus mit seiner Mannschaft an. nau

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