Fußball
Warum der FC Arminia Ludwigshafen mitten im Abstiegskampf ist
Wer sich mit Matteo Monetta, dem Coach des Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen, über die abgelaufene Hinrunde unterhält, der landet bei der Ursachenforschung in Bezug auf verlorene Punkte spätestens im zweiten oder dritten Satz bei einem Thema, das Monetta schwer im Magen liegt. „Die vier Punkte aus den Partien gegen Idar-Oberstein und Auersmacher, die wir haben liegen lassen, ärgern mich immer noch gewaltig“, sagt der Trainer. In beiden Begegnungen führte der FCA bis kurz vor dem Ende, musste aber jeweils den Ausgleich hinnehmen. Mit diesen, laut Monetta „verschenkten“, Zählern könnten die Schwarz-Weißen beruhigt Weihnachten feiern.
So aber bleibt die Situationen prekär. Gewinnt Diefflen sein Nachholspiel beim abgeschlagenen Schlusslicht Eppelborn, ist der FCA punktgleich mit dem Tabellen-15., der wohl absteigen wird. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf“, bringt es der Sportliche Leiter Markus Impertro auf den Punkt. Er bemängelt, dass der Kader bei den Spielen, aber auch im Training zu große Lücken offenbarte. Häufig sei es vorgekommen, dass Akteure im Training kürzertreten oder passen mussten, weil sie angeschlagen sind. Dies sei zulasten der Fitness und der Intensität gegangen. „Die Verletzungsanfälligkeit ist hoch. Ich vermisse mitunter aber auch den unbedingten Willen, am Wochenende auflaufen zu können“, moniert Impertro, der seit 21 Jahren in der Verantwortung steht und eine veränderte Einstellung in diesem Bereich erkannt hat.
Veränderungen im Kader
Er wolle aber nichts unversucht lassen, um den Klassenerhalt zu schaffen, weshalb moderate Veränderungen am Kader im Winter nicht auszuschließen sind. Zufrieden ist der Sportchef mit der Arbeit Monettas. „Matteo wurde von jetzt auf nachher ins kalte Wasser geworfen. Es ist seine erste Trainerstation, und er hat es richtig gut gemacht“, lobt Impertro den früheren Torjäger. Zur Rückrunde übernimmt absprachegemäß der ehemalige Coach Marco Laping, den Monetta unterstützen wird. Da an den ersten drei Rückrundenspieltagen gegen laut Impertro „machbare Gegner“ schon gespielt wurde, sei es erforderlich, ab März sofort zu punkten, um nicht unter Druck zu stehen, wenn es gegen die Topmannschaften geht.
„Nachdem anfangs die Frische im Kopf gefehlt hat, ist die Spielstruktur besser geworden. Wir kommen zu Chancen und erzielen genügend Tore, müssen aber die Abwehr dicht bekommen“, verdeutlicht der 41-jährige Monetta. Außerdem fehle die Schlitzohrigkeit, um auch mal ein Ergebnis über die Linie zu bringen. Die 49 Gegentreffer werden nur von zwei Mannschaften übertroffen. „In dieser ausgeglichenen Liga kannst du gegen jede Mannschaft verlieren, aber auch gegen fast jede gewinnen“, hat der Übungsleiter erkannt. Kurios ist die Altersstruktur im Kader. Zehn der 23 Akteure sind maximal 22 Jahre alt, zwölf hingegen 29 Jahre und älter. Zum „Mittelalter“ zählt nur der Langzeitverletzte Bastian Hommrich.
Überraschung im Kader
Drei Spieler haben alle 20 Begegnungen mitgemacht. Da ist zum einen Lukas Hartlieb, der nach einem Kreuzbandriss seinen Platz in der Viererkette wieder eingenommen hat, als wäre nie etwas gewesen. Nach zwei Teileinsätzen zu Saisonbeginn stand er in jeder Partie in der Startformation. „Lukas ist ein überragender Verteidiger. Er bringt immer mehr als 100 Prozent für das Team und ist eine feste Größe“, betont Monetta. Wie Hartlieb hat sich auch Steffen Straub unersetzlich gemacht. „Steffen ist ein Unterschiedsspieler und ligaweit einer der Besten im Eins-gegen-eins. Aber sein Körper muss funktionieren“, erklärt der Coach. Mit fünf Vorlagen ist Straub gemeinsam mit Kevin Selzer bester Vorbereiter des FCA.
Nummer drei im Bunde ist die größte Überraschung der Saison: Yassin Memokoh, eigentlich eher als Ergänzung für den Angriff eingeplant und als Außenseiter in Sachen Stammplatz eingestuft, startete durch und erzielte bis zur Winterpause elf Tore. Zehn davon gelangen ihm in den vergangenen elf Partien. „Ein toller Einstand in der Oberliga. Entscheidend war die Versetzung vom Flügel ins Sturmzentrum“, sind sich Trainer und der 19-jährige Angreifer einig. Nach ihm trafen der fünf Partien verletzt ausgefallene „klassische Neuner“ Maximilian Krämer (5) und Martin Amoako (4) am häufigsten ins Schwarze.
18 Mal zum Einsatz kamen Malte Moos, der in seiner ersten Halbserie bei der Arminia überzeugte und mit Kapitän Ricardo Antonaci eine gut funktionierende rechte Seite bildete. Beide bereiteten vier Treffer vor. Der wie Moos nur zweimal fehlende Yakub Polat ist ebenfalls Bestandteil eines Pärchens. Mit Selzer bildet er eine routinierte Doppelsechs. „Yakub verleiht dem Team Struktur, hat ein gutes Passspiel und Übersicht. Das gilt auch für Selzer. Beide Sechser müssen aber torgefährlicher werden“, fordert Monetta. 18 Spiele stehen zudem für den kolumbianischen Innen- und Linksverteidiger Jhon Mosquera zu Buche. Der Linksfuß ist schnell, kopfball- und zweikampfstark.
