Handball
Warum das Spiel zwischen den VTV und Sobernheim besonders ist
„Ich muss aufpassen, dass ich in die richtige Kabine laufe.“ Gästetrainer Patrick Horlacher hat allen Grund zur Besorgnis. Seit dieser Saison ist er der neue Trainer in Saulheim, übernahm das Amt kurzfristig für den nach Dansenberg abgewanderten Kai Christmann. Zuvor hatte der Ur-Maudacher rund 40 seiner 47 Lebensjahre in der Sporthalle im Schulzentrum Mundenheim und vor allem im Trikot der VTV Mundenheim verbracht. Er hatte sich nach dem Drittliga-Abstieg vor vier Jahren aber aus freien Stücken vom Traineramt bei den VTV zurückgezogen.
„Wir werden ihm schon zeigen in welche Kabine er muss“, konterte der aktuelle VTV-Trainer Steffen Schneider seinen Vor-Vor-Vorgänger. „Für die 60 Minuten wird die Freundschaft ruhen“, waren sich die beiden Übungsleiter einig. Und danach werde gemeinsam gefeiert.
Mehr als der Gegner beschäftigte die Mundenheimer in den letzten beiden Wochen die Corona-Situation. Nach zwei positiven Tests nach Impfdurchbrüchen sagte der Tabellenführer in der Vorwoche das geplante Spiel beim HV Vallendar ab. „Zum Glück sind keine weiteren Fälle mehr dazugekommen“, atmete Schneider auf. Trotzdem müsse man vor dem Spiel gegen Saulheim ein wenig variieren. Selbst Schneider hatte unter der Woche wieder das Trikot getragen. Das sei aber alles keine Entschuldigung: „Es ist unser Anspruch zuhause gegen jeden Gegner zu gewinnen.“ Am Ende könne es durch fehlende personelle Alternativen aber zu einer Kraftfrage werden. Motivation genug ist gegen den Stammgast der VTV aber mit Sicherheit genügend vorhanden.
Kennen sich seit Geburt
Und auch Horlacher selbst, der den 15 Jahre jüngeren Schneider praktisch seit dessen Geburt kennt, wird sicher die richtigen Worte finden. Das wird auch nötig sein. „Denn vom emotionalen Gesichtspunkt abgesehen ist es rein rational ein sehr schweres Spiel bei einer sehr starken Mannschaft. Steffen und André machen eine sehr gute Arbeit, und die VTV stehen zu Recht an der Tabellenspitze“, verteilt er Komplimente. Klar sei aber auch. „Wir fahren nicht nach Mundenheim, um dort die Punkte herzuschenken“, betont Horlacher.
Es ist also alles angerichtet für ein emotionales und hart umkämpftes Duell und damit ein neues Kapitel in der gemeinsamen Geschichte beider Mannschaften. Los geht es am Samstag um 20 Uhr im Schulzentrum Mundenheim.
In der Oberliga der Damen sind die VTV Mundenheim an gleicher Stelle bereits ab 18 Uhr im Einsatz. Zu Gast ist der HSV Sobernheim. Die Damen der TSG Friesenheim spielen am Sonntag um 17 Uhr beim TV Wellingen.