Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Warum über jeden Spieltag abgestimmt werden muss

100 Kilometer lautet die magische Grenze derzeit bei den Golfern.
100 Kilometer lautet die magische Grenze derzeit bei den Golfern.

Manche Sportarten zählten während der Corona-Pandemie zu den Profiteuren. Tennis, Laufen, Radfahren wurden genannt – aber auch Golf. Die Golfer hatten wohl wahrhaftig die wenigsten Beeinträchtigungen hinnehmen müssen. Dennoch läuft nicht alles nach Plan. Nun musste auch der Saisonstart verschoben werden – und nicht nur das.

Der Blick auf die Internetseite der Deutschen Golf Liga (DGL) lässt die Golfer des GC Kurpfalz entzücken. Die Damenmannschaft des Golfclubs aus Limburgerhof führt nämlich die Oberliga-Tabelle, Mitte 1, an. Bei genauerem hinsehen wird jedoch schnell klar. Diese Saison wurde noch keine Partie ausgetragen. Demnach ist die Tabelle eine Momentaufnahme ohne Aussagekraft.

Dabei hätte das Tableau am heutigen Montag schon anders aussehen können. Denn der Saisonauftakt war für den 16. Mai auf der Anlage des GC Kurpfalz vorgesehen. Doch gestern wurde nicht gespielt. Der Spieltag wurde auf den 8. August verlegt. „Stand jetzt ist eine Umsetzung schwer einzuschätzen“, sagt Tobias Leonhard, einer der Manager der Gutperle Golf Courses, die neben dem GC Kurpfalz auch Plätze in Heddesheim, Waldfischbach-Burgalben und Oftersheim betreibt.

Der verschobene Heimspieltag ist nicht die einzige Sorge. Es kommt die Übernachtungsproblematik hinzu. In den beiden Bundesligen liegen Genehmigungen vom Deutschen Olympischen Sportbund hinsichtlich einer Übernachtung in einem Hotel vor. Diese müssen dann nochmals von den Bezirken der jeweiligen Klubs bestätigt werden – eine Formalie.

Die 100-Kilometer-Grenze

In den Ligen darunter sieht es anders aus. „Wir richten uns einfach nach den Verordnungen. Wenn wir kein Risiko für den jeweiligen Austragungsort sehen, dann ist für uns alles okay“, sagt Leonhard, der auch darauf verweist, dass Wettspiele zur Zeit ohnehin noch untersagt sind. Eine Regelung aber gibt es. Diese hat die DGL den Vereinen in einem Schreiben mitgeteilt. Dort steht: „Wenn dem austragenden Club die behördliche Genehmigung für den Wettkampf erteilt worden ist, wird der Spieltag bei Fahrtwegen bis maximal 100 Kilometer zum Austragungsort stattfinden.“ Maßgebend sei dabei die kürzeste Straßenentfernung vom Heimatclub zum Austragungsort. Ferner schreibt die DGL: „Sollten die Fahrtwege länger (über 100 Kilometer) sein, ist über die Austragung des Spieltags eine Abstimmung und einstimmige Entscheidung innerhalb der Liga nötig.“ Das könnte zu Problemen führen. Der zweite Spieltag findet beim GC Neckartal statt. Von Limburgerhof bis dorthin sind es 128 Kilometer. Auch bei den übrigen Liga-Konkurrenten vom Golfclub Schoss Monrepos vor den Toren von Stuttgart (113 Kilometer) und GC Würzburg (173 Kilometer) liegen die Straßenentfernungen über der vorgegebenen Grenze. Nur zum GC Heidelberg Lobenfeld sind es für die Spieler des GC Kurpfalz 51 Kilometer. Da jedoch immer mindestens ein Team über der 100-Kilometer-Grenze liegt, wird faktisch über jeden Spieltag abgestimmt werden. „Sollten weitere Spieltage ausfallen, muss dieser leider ersatzlos ausfallen“, teilt die DGL in dem Schreiben weiter mit. Zudem werde entsprechend der regionalen Bestimmungen nur in Zweiergruppen gespielt. Üblich sind jedoch „Flights“ mit drei oder vier Spielern.

Auch für die Landesliga-Herren des GC Kurpfalz, die gegen die Teams des GC Pfalz Neustadt, GC Saarbrücken, GC Bostalsee und Ersten Golfclub Westpfalz spielen, gelten diese Bestimmungen. Hier liegen die Fahrtstrecken nicht immer über der 100-Kilometer-Grenze, was für die Austragung der Spieltage keine Abstimmung voraussetzt.

„Ziel war und bleibt, mindestens drei Spieltage in allen Ligengruppen durchzuführen, um den Wettkampf um Auf- und Abstieg unter fairen Bedingungen ablaufen lassen zu können“, gibt die DGL vor. Tobias Leonhard sagt: „Es ist viel in Bewegung aktuell. Wir haben eine Öffnungsperspektive.“ Er ist zuversichtlich, was die nächsten Wochen angeht.

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