Ludwigshafen Waldorfkita: Neubau wird teurer

Erzieherin Daniela Haas mit „ihren“ Kindern im Sandkasten.
Erzieherin Daniela Haas mit »ihren« Kindern im Sandkasten.

„Wir müssen jetzt endlich loslegen“, sagt Kirsten Ziesche, Vorstandsmitglied des Trägervereins der Waldorfschule, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Seit Jahren stoße die im Schulgebäude in der Julius-Bettinger-Straße untergebrachte Kindertagesstätte an räumliche Grenzen. Die beiden bestehenden Gruppen mit je 25 Kindern seien voll belegt, und die Nachfrage steige: „Die Warteliste ist lang.“ Gemessen am Bedarf gelte das auch für die vor zwei Jahren eingeführte Nachmittagsbetreuung für zwölf Kinder: „Das reicht nicht mehr.“ Seit 2012 plant der Waldorf-Trägerverein den Kita-Neubau auf dem Gelände südlich der Schule. Dass es zu jahrelangen Verzögerungen kam, hat er nicht zu vertreten, wie Waldorf-Geschäftsführer Carsten Felgenhauer betont. Vielmehr kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den an der Finanzierung beteiligten Kommunen. Frankenthal und der Kreis Bad Dürkheim trafen sich deswegen im Herbst 2017 vor dem Verwaltungsgericht Neustadt. Das bisherige Konzept sah Räume für vier Gruppen mit zusammen 70 Plätzen vor: zwei für je 25 Kinder über drei Jahren und dazu zwei für je zehn Kleinkinder. Die Investitionskosten wurden auf 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Davon übernehmen Frankenthal, Ludwigshafen, Rhein-Pfalz-Kreis und Kreis Bad Dürkheim, aus deren Gebieten Kita-Kinder kommen, zusammen die Hälfte: 635.000 Euro (siehe „Zur Sache“). Der Trägerverein hat zudem Landesmittel in Höhe von rund 232.000 Euro beantragt. Auf Wunsch der Kommunen habe man die Planung nun noch einmal überarbeiten müssen, hält Felgenhauer fest. In der neuen Kita werde es Platz für vier altersgemischte Gruppen geben. Das bedeutet: Zu den je bis zu 20 Kindern in den Gruppen gehören auch Kleine unter drei Jahren, die zusammen mit den Größeren betreut werden. Für die Kleinen „wird es etwa 24, 25 Plätze geben“. Über die Gruppenform entscheide grundsätzlich der Träger, sagt dazu auf Nachfrage Frankenthals Bürgermeister Andreas Schwarz (SPD). Die Stadt habe jedoch „empfohlen“, vier altersgemischte Gruppen einzurichten. Damit sei „eine höhere Flexibilität gegeben“. Seines Wissens decke sich diese Empfehlung auch mit der des Landesjugendamts und der weiteren beteiligten Kommunen. Nicht nur das veränderte Konzept beschere dem Träger Mehrkosten, sagen Felgenhauer und Ziesche. Auch der „dramatische Anstieg der Baupreise“ mache sich bemerkbar. Die Folge: 1,3 Millionen Euro werden nicht reichen. Angestrebt werde nun, dass man bei etwa 1,5 Millionen Euro lande; es könne aber noch mehr werden. Der kommunale Zuschuss bleibe unverändert, merkt der Geschäftsführer an; Mehrkosten müsse der Waldorfverein übernehmen. Um jetzt einen möglichst zügigen Ablauf zu sichern, habe man einen Projektsteuerer eingeschaltet, sagt Felgenhauer. Wenn rechtlich möglich, wolle man nicht alle Leistungen einzeln ausschreiben, sondern „mit einer Art Generalunternehmer“ arbeiten. Zurzeit arbeiteten in der Kita fünf Erzieherinnen; dazu kämen Praktikantinnen und Kräfte, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvierten. Im Neubau werde man auf zwölf bis 15 Beschäftigte aufstocken müssen, schätzt der Geschäftsführer. Stärker gefragt ist auch die Schule: Die Schüleranzahl werde von bisher 412 „im neuen Schuljahr wohl auf 425 bis 430 steigen“, sagt Felgenhauer. Ist die Finanzierung gesichert, sollen schrittweise Sanitäranlagen, Elektrotechnik und Brandschutztechnik in der Waldorfschule und ihrer Sporthalle ausgetauscht oder modernisiert werden. „Das Gebäude ist 25 Jahre alt“, sagt Felgenhauer; der Bedarf sei da. Nicht zuletzt gehe es darum, bei der Sporthalle das Flachdach zu „ertüchtigen“. Wenn da im Winter eine Schneelast darauf liege, seien Turngeräte darunter derzeit „nicht nutzbar“, weil es Sicherheitsbedenken gebe.

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