Ludwigshafen Waldhofs Wandlung
. Einen Wunsch würde Kocak sich selbst und den Fans gerne noch erfüllen, ehe sich das Transferfenster in ein paar Tagen schließt. Einen zentralen Stürmer möchte der Coach noch verpflichten und seinen Kader damit noch ein Stück breiter aufstellen. In diesem Fall wäre Kocak ziemlich zufrieden – was selten genug vorkommt. Doch aktuell gestaltet sich die Suche schwierig. „Es ist schwer, den richtigen Spieler zu finden, weil wir finanziell nicht alles mitmachen können“, sagt der Trainer, der gleichzeitig auch Sportlicher Leiter der Waldhöfer ist. Nach der sensationell gut verlaufenden Hinrunde haben die Mannheimer noch einmal Geld in die Hand genommen, um den Kader zu verstärken, aber illusorisch viel gibt es beim SVW weiterhin nicht zu verdienen. „Wir sind weiterhin auf der Suche und wenn sich eine Möglichkeit ergibt, werden wir etwas tun“, kündigt Kocak an. Die oberste Prämisse bei dem Transfer: Der neue muss die Mannschaft sofort verstärken. Nach diesem Motto wurden die Waldhöfer und Kocak im Winter bereits auf dem Transfermarkt aktiv. Gianluca Korte (25, Eintracht Braunschweig), Jonas Strifler (25, Arminia Bielefeld) sowie Sebastian Gärtner (22, FSV Mainz II) erhöhen die Qualität im Kader der Mannheimer und eröffnen Kocak deutlich mehr Alternativen. Alle drei haben bereits höherklassig gespielt und sollen das Team nicht nur in der Breite verstärken. Bitter ist allerdings, dass sich Strifler gegen Regensburg verletzte, einen Auenbandriss im Knöchel zuzog wohl zwei Wochen pausieren muss. „Für uns geht es darum, die Mannschaft weiterzuentwickeln“, sagt der Trainer. Alle Zugänge haben einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 erhalten und sollen auch über die laufende Saison hinaus eine wichtige Rolle bei den Blau-Schwarzen spielen. Im Gegenzug verließen Sebastian Lindner, der eine Ausbildung beginnen will, und Steffen Straub (zum Oberligisten SC Hauenstein) den SV Waldhof. Insgesamt war Kocak bemüht, die Fluktuation nicht zu groß werden zu lassen, schließlich sollte die Harmonie im Kader nicht angetastet werden. „Wir haben in der Hinrunde eine sehr gute Leistung gezeigt“, lobt Kocak seine Spieler. Beharrlich hatte er die Mannschaft immer besser gemacht, mit den Ex-Profis Michael Fink und Hanno Balitsch zwei Königstransfers getätigt und dafür den Lohn geerntet. Als Tabellenzweiter gingen die Mannheimer in die Winterpause und das hat dazu geführt, dass in der Stadt inzwischen eine neue Euphorie um den ehemaligen Bundesligisten entstanden ist. Fast 7000 Zuschauer hatte der Viertligist durchschnittlich bei den Heimspielen zu Gast und sollten die Blau-Schwarzen im neuen Jahr weiter im Rennen um einen der ersten zwei Plätze bleiben, dürften die Zahlen nicht zurückgehen. Das Ziel der Verantwortlichen muss es sein, die positive Stimmung rund um den Verein auszubauen. Jahrelang wurde über „den Waldhof“ nur geschimpft, inzwischen ist es wieder in Mode, zu den Heimspielen ins Carl-Benz-Stadion zu gehen. Die Mannheimer Runde, ein Zusammenschluss von regionalen Unternehmen, hat im Moment ideale Voraussetzungen, um ihrem Ziel, den SVW mittelfristig im Profifußball zu etablieren, näher zu kommen. Kocak beschäftigt sich damit nur am Rande. Der Trainer befindet sich in einem „Tunnel“. Parallel zu seiner Ausbildung zum Fußballlehrer, die im März endet, konzentriert er sich voll und ganz auf die Vorbereitung des Teams. Kocak gibt es nicht zu, aber er weiß auch, dass die Chance sehr groß ist, dieses Jahr vielleicht schon den Aufstieg in die dritte Liga zu schaffen.