Handball
VTV-Damen stecken nach Niederlage im Oberliga-Abstiegskampf
Das Ergebnis zur Pause war knapper, als es der Spielverlauf eigentlich hergab. Hanna Weingarte erzielte mit einer Energieleistung den 14:15-Anschlusstreffer. Dabei hatten die Gastgeberinnen schon im ersten Durchgang mit bis zu fünf Treffern zurückgelegen, fanden nie den nötigen Zugriff in der Abwehr oder die erhoffte Durchschlagskraft im Angriff, bekamen vor allem Christina Völker aufseiten der SG zu keinem Zeitpunkt in den Griff.
Die VTV hatten schon den Start in die Partie völlig verschlafen, lagen nach neun Minuten bereits mit 1:6 im Hintertreffen. Überhastete Würfe wie von Marlen Wehr (2.), technische Fehler in Serie und natürlich eine schwache Chancenverwertung bei gut herausgespielten Gelegenheiten – VTV-Trainer Thorsten Engert hatte gute Gründe, schon nach neun Minuten zum ersten Mal zum Gespräch an die Seitenlinie zu bitten.
Aufholjagd vor der Pause
Zumindest zum Teil hatte seine Ansprache offensichtlich auch Erfolg. Die VTV waren nun zumindest auf Augenhöhe, verkürzten den Abstand. Vor allem in den Phasen mit Sabine Mayer in der Rückraummitte waren stark. Mit mehr Ruhe kämpften sich die Mundenheimerinnen zurück ins Spiel. Nach dem 8:13 (21.) gab es eine kleine Aufholjagd. Die Pause kam aus Sicht der Gastgeberinnen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, als das Momentum gerade dabei war, die Seiten zu wechseln.
Aber die VTV blieben am Drücker. Zwei Tore von Sandra Reis, einer von Sabine Mayer – sieben Minuten nach dem Seitenwechsel gingen die VTV mit 17:16 erstmals in Führung. Aber letztlich sollte Mayer auch zur tragischen Figur werden. Bei ihrem 18:18-Ausgleichstreffer (39.) verletzte sich die Spielmacherin. Ihre Ruhe fehlte. In der Folge häuften sich wieder Missverständnisse, technische Fehler und jede Menge leichte Treffer für die keineswegs übermächtigen Gäste. Engert versuchte es eine Viertelstunde vor dem Ende mit der erneuten Auszeit, ohne Erfolg. Vom 20:19 (42.) zogen die Gäste auf 23:19 (46.), davon und gaben dieses Momentum auch nicht mehr aus der Hand.
Nur ein Sieg in diesem Jahr
Engert war entsprechend bedient: „Wir haben es im Verlauf der ersten Hälfte wesentlich besser gemacht, aber in der zweiten Halbzeit waren es einfach zu viele technische Fehler“, bilanzierte er. An Personalien wollte er das allerdings nicht festmachen, obwohl gerade der Bruch nach Mayers Ausscheiden augenfällig war. „Das war von allen eine Sache von Kopf und Konzentration“, nahm er den gesamten Kader in die Pflicht. Allein acht technische Fehler nach dem 19:20 waren einfach zu viel, um in der Oberliga erfolgreich zu sein. „Gerade wenn wir mit Tempo nach vorne spielen, brauchen wir mehr Sicherheit“, so der Trainer. „Wir müssen uns jetzt auf alle Fälle nach hinten absichern, zumal wir noch nicht wissen, wie viele Mannschaften am Ende der Saison absteigen.“
Vor allem benötigen die Mundenheimerinnen nach vier Niederlagen und nur einem Sieg in diesem Jahr langsam Punkte. Das wird aber schwer. Nächster Gegner ist im Nachholspiel schon am heutigen Dienstag der Tabellendritte FSG Ketsch-Friesenheim. „Da müssen wir unsere Fehlerquote minimieren“, forderte Engert. Los geht es im Schulzentrum Mundenheim um 20.30 Uhr.