Ludwigshafen Vorteil nach gelungenem Einstand

LUDWIGSHAFEN. Ganz wichtig: gleich das erste Heimspiel gewinnen. Dies gelang den Regionalliga-Herren des BASF TC Ludwigshafen vorgestern in einer (fast) bis zum Ende spannenden Hitzeschlacht. Der letztjährige Vizemeister besiegte den Aufsteiger TC Lauffen mit 5:4. Nach sechs Einzeln stand es 3:3, zwei gewonnene Doppel brachten den Auftakttriumph (Die RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).
„Trotz der großen Hitze, es hat Spaß gemacht“, gestand BASF-TC-Kapitän René Schulte auf dem Zuschauerwall, von dem man sowohl auf den Center Court als auch auf Platz 14 den besten Blick genießt. Nach rund sieben Stunden Anspannung fiel auch bei dem Mannschaftsführer der Gastgeber ein wenig die Anspannung ab. „An Punkt vier konnte ich zum Glück schon heute morgen ab elf Uhr mein Einzel spielen, da war es noch nicht zu heiß.“ Gerade hatte das Spitzendoppel des BASF TC den für den Gesamterfolg entscheidenden fünften Punkt zum 5:3-Zwischenstand geholt. Mit 6:4 und 6:4 bezwangen der Spanier Marc Giner und der ebenfalls in Spanien lebende Deutsche Jean-Marc Werner – zwei, denen hohe Temperaturen also nicht fremd sind– das Lauffener Topdoppel Dan Smethurst und Christian Hirschmüller. Besonders Smethurst, der zuvor mit variablem Spiel und großem Schlagrepertoire Marc Giner 4:6, 6:4, 10:7 besiegt hatte, musste der Sonnenkraft Tribut zollen. Immerhin: Dan Smethurst, der 24-jährige Engländer aus Manchester, erhielt im vergangenen Jahr, nachdem er die Top-250 in der Weltrangliste erreicht hatte, in Wimbledon eine Wildcard fürs Hauptfeld der „All England Championships“, wo er in Runde eins ehrenvoll John Isner (USA, derzeit Nummer 18 in der Welt) 5:7, 3:6, 4:6 unterlag. Dazu gewann er bereits drei Challenger-Turniere im Doppel. Dass es überhaupt zu diesem fünften Punkt für die Gastgeber kam, lag natürlich auch an René Schulte und seinem angestammten Doppelpartner Kai Schledorn. Sie gewannen gegen Böhler/Novotny 6:1, 6:3 zum 4:3-Zwischenstand. Schulte lobte besonders den Zusammenhalt seines Teams. „Wir sind heute immerhin mit neun Spielern hier“. In der Tat, man spürte bei den Anfeuerungen den Mannschaftsgeist im Team von Trainer Robert Pfeffer. „Drei Einzel gewonnen ohne Satzverlust, bei drei anderen Einzeln mussten wir in den Tiebreak. Trotzdem stand es zunächst 3:3, das war bitter“, betonte Pfeffer. Einen starken Einstand zeigte Jean-Marc Werner, der schon letzte Saison hier aufschlagen sollte, aber wegen einer hartnäckigen Handgelenksverletzung dann komplett ausfiel. „Umso dankbarer bin ich dem Verein, dass es in diesem Jahr geklappt hat.“ Für fünf oder sieben Spiele ist der 25-Jährige, der in Barcelona lebt, beim BASF TC eingeplant. Außergewöhnlich: Werner kam erst spät zum Tennis, spielte bei Jugendturnieren keine Rolle, trainierte bis zu seinem 17. Lebensjahr mit seinem Vater. Zwar unterlag Werner bei seinem Debüt am Samstag gegen den Ungarn Boris Conkic im Champions-Tiebreak (2:6, 7:5, 1:10), aber wahrscheinlich werden Mannschaft und Fans beim BASF TC an Jean-Marc Werner noch viel Freude haben. Erster Beweis: Gestern beim 7:2-Auswärtserfolg in Rüsselsheim drehte Werner sein Einzel und siegte noch nach 4:6, 2:6-Rückstand