Ludwigshafen „Vor Klassik muss man keine Angst haben“

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„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche in der Stadt unterwegs auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern haben wir am Berliner Platz Michael Kaufmann (55) getroffen. Er ist Intendant der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Herr Kaufmann, was macht der Intendant der Staatsphilharmonie so früh in der Innenstadt?

Ich komme gerade von einem Termin bei der Marketinggesellschaft Lukom und Michael Cordier. Er ist für alle ein toller Ansprechpartner, die in Ludwigshafen etwas bewegen wollen, auch für uns als Landesunternehmen. Wir haben einige Projekte für dieses Jahr besprochen. Sie selbst sind seit 2011 in Ludwigshafen. Wie sehen Sie die Stadt? Ich habe meine Wohnung im Hemshof und fühle mich hier wahnsinnig wohl! Ich finde, dass ich für meine Arbeit auch in der Stadt leben muss. Ich will sie schließlich spüren. Deshalb bin ich damals gezielt nach Ludwigshafen gezogen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich viel pendle, weil meine Frau als Musikerin ein Engagement in Köln hat. Sehen Sie sich als Botschafter der klassischen Musik in Ludwigshafen? Ich war in meinem bisherigen Berufsleben oft in Städten, die auf den ersten Blick weniger mit Kultur in Verbindung gebracht werden, zum Beispiel in Essen und Dessau. Städte, die eher für Arbeiter- als für Bürgertum stehen, aber ich sehe das als Vorteil, denn hier muss Klassik jedes Mal neu vermittelt werden. Wir wollen Musik nicht nur für bestimmte Teile der Bevölkerung, sondern Musik für alle machen. Wir wollen zeigen, dass man vor Klassik keine Angst haben muss und keine Vorkenntnisse dafür braucht. Letztlich zählt für jede Art der Musik, dass sie Herz, Hirn und Hintern anspricht, und dazu wollen wir die Menschen einladen. Gerade deshalb ist für uns das Sparkassen-Open-Air-Konzert im Rahmen des Stadtfests so wichtig. Hier gibt es keine Schwellen. Woran liegt es, dass klassische Musik sehr oft bei Beerdigungen gespielt wird? Das liegt zunächst einmal am Wunsch des Verstorbenen und seiner Hinterbliebenen. Es liegt aber oft auch an der Erwartungshaltung und der Konventionen. Ich finde, wenn es um elementare menschliche Bedürfnisse und Gefühle geht, sollte jeder nur auf sich selbst hören, welche Art von Musik diese am besten ausdrücken. Es gibt mittlerweile schließlich auch Beerdigungen, auf denen Rockmusik gespielt wird, weil es eben zur Persönlichkeit passt. Gibt es in der klassischen Musik Komponisten, die immer funktionieren? Natürlich gibt es die Komponisten, die jeder kennt, etwa Mozart, Bach oder Beethoven, aber wir versuchen das Programm gut zu mischen. Selbst Haydn ist beispielsweise eine Nische, die nicht jeder kennt, und auch zu viel Mozart läuft sich schließlich irgendwann tot. Wie wollen Sie 2017 die Klassik zu den Ludwigshafenern bringen? Aktuell prüfen wir mit unserem Dirigenten eine Auftrittsmöglichkeit im ehemaligen Hallenbad Nord. Allerdings wollen und müssen wir den Menschen Qualität bieten. Es muss perfekt sein. Auch dafür haben wir mit der Lukom und Michael Cordier den perfekten Partner.

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