Ludwigshafen Vom Schalter in die Vorstandsetage

War drei Jahrzehnte lang im Bank- und Sparkassenwesen tätig: Elke Rottmüller.
War drei Jahrzehnte lang im Bank- und Sparkassenwesen tätig: Elke Rottmüller.

Mit einem festlichen Empfang hat die Sparkasse Vorderpfalz am Dienstagabend ihr Vorstandsmitglied Elke Rottmüller verabschiedet. Die 59-Jährige geht in Ruhestand. Rund 150 Gäste aus Politik und Gesellschaft waren ins Europa-Hotel nach Ludwigshafen gekommen.

Elke Rottmüller war 30 Jahre im Bank- und Sparkassenwesen tätig, 16 Jahre davon als Vorstandsmitglied. „Elke hat das Sparkassen-Handwerk von der Pike auf gelernt“, sagte Beate Läsch-Weber, Präsidentin des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz. Rottmüller stammt aus Kaiserslautern. Dort begann sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Kreissparkasse Kaiserslautern. Nach einem Studium zur Bankbetriebswirtin und einem Wechsel zur Stadtsparkasse ging sie Ende der 90er-Jahre zur Sparkasse Dresden. In Sachsen blieb sie vier Jahre. Dann wechselte sie zur Volksbank Dreieich im Landkreis Offenbach (Hessen). Dort rückte sie bis in den Vorstand. 2009 kehrte Elke Rottmüller schließlich in die Pfalz zurück als Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Rhein-Pfalz. „Sie war eine von den wenigen Frauen, die in eine Männerdomäne vorgestoßen sind“, meinte Verbandspräsidentin Läsch-Weber. Obwohl Frauen mit 57 Prozent die Mehrheit der Sparkassenbeschäftigten stellten, gebe es bundesweit nur sieben Prozent weibliche Vorstandsmitglieder. Als die Kreissparkasse 2013 mit den Sparkassen aus Ludwigshafen, Schifferstadt und Speyer fusionierte, saß Rottmüller mit am Verhandlungstisch. Die Vorstände der drei Banken blieben im Amt. Nach der Fusion zur größten Sparkasse in Rheinland-Pfalz war klar, dass es dauerhaft keine sechs Vorstandsmitglieder geben wird. Mit Ablauf aller Vorstandsverträge Mitte 2018 sollte das Gremium auf drei Personen reduziert werden soll. Als Erster ging der Speyerer Uwe Geske vorzeitig Anfang 2016. Elke Rottmüller ist nun gefolgt, Klaus Steckmann (Speyer) geht im September und Clemens G. Schnell wird im Sommer 2018 pensioniert. Obwohl Rottmüllers Vertrag eigentlich bis Mitte 2018 gelaufen wäre, hat die 59-Jährige einem Aufhebungsvertrag zugestimmt, da dies nach ihrer Aussage optimal zu ihrer Lebensplanung passe. Die Pensionärin bleibt der Sparkasse ehrenamtlich über die Sportstiftung der ehemaligen Kreissparkasse Rhein-Pfalz sowie dem Landkreis über den Förderverein der Musikschule verbunden. Bei ihrer Verabschiedung gab es neben vielen lobenden Worten auch Musik von Ensembles der Kreismusikschule. Und auch Rottmüllers Mann und Landratsgattin Silvia Körner gaben ein Ständchen. Sparkassenchef Rüdiger Linnebank unterstrich die große Wertschätzung, die Rottmüller genieße. Sie habe großen Anteil daran, dass die Sparkasse Vorderpfalz als besten Bank in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde. Auch Verwaltungsratsvorsitzender Landrat Clemens Körner (CDU) würdigte Rottmüllers berufliche Laufbahn. Personalratsvorsitzende Pia Barth sagte: „In Erinnerung bleibt den Mitarbeitern die offene und sehr direkte Art sowie die Verbindlichkeit ihrer Aussagen.“ Elke Rottmüller meinte: „Ihr habt alle so viele gute Dinge über mich erzählt – ich hoffe, der Großteil ist wahr.“ Dass die Sparkasse ausgezeichnet wurde, sei nicht das Verdienst eines Einzelnen, sondern dazu gehörten alle Mitarbeiter.

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