Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Rasen direkt zum Polizei-Nachtdienst

Beruflich und sportlich im Stress: Nico Pantano (weiß) von Arminia Ludwigshafen gegen Morlauterns Felix Bürger.
Beruflich und sportlich im Stress: Nico Pantano (weiß) von Arminia Ludwigshafen gegen Morlauterns Felix Bürger.

Nico Pantano führt Arminia Ludwigshafen ins Pokal-Achtelfinale. Die Hausherren zeigen im Heimspiel gegen Morlautern eine besondere Schokoladenseite. Ein Spieler erklärt, was die ständigen englischen Wochen bedeuten.

Die ersten 40 Minuten am Mittwochabend waren das Beste, was der FC Arminia Ludwigshafen in dieser Saison bisher abgeliefert hat, bilanzierte Trainer Andreas Brill nach dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen den Oberliga-Rivalen SV Morlautern stolz und zufrieden. Damit steht der FC Arminia im Verbandspokal-Achtelfinale. Die Paarungen werden am Freitag in der SWFV-Geschäftsstelle in Edenkoben ausgelost.

„Man hat gesehen, was so zwei Siege hintereinander, was zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen mit einer Mannschaft machen“, sieht Trainer Brill das Selbstvertrauen seiner Jungs gestärkt, die im 3-4-3-System mehr als eine Stunde sehr überzeugend aufspielten, aber an Dominanz verloren, als der vor allem vor der Pause überragende Regisseur Nico Pantano nach 68 Minuten leicht verletzt vom Feld ging. „Früher hätte ich durchgespielt“, bemerkte der Kapitän schmunzelnd, der in der 6. Minute nach Vor- und Mitarbeit von Matteo Monetta das 1:0 erzielt hatte. Der 39-Jährige überzeugte nicht nur als „Ball-Festmacher“, Monetta rochierte auch, stieß immer wieder gefährlich in die Spitze. Bis zu 35. Minute erarbeiteten sich die spielfreudigen Arminen sechs weitere gute Möglichkeiten. Bastian Hommrich (12.), Laurenz Graf (22.), Ricardo Antonaci (26.), Pantano (26., 28.) und Monetta (35.) scheiterten knapp, ehe Maximilian Riehmer mit einem ansehnlichen Distanzschuss eine erste Chance des SVM verbuchte (45.).

Wenig Resonanz

10:4-Chancen erspielten die Gastgeber vor nur 144 Zuschauern in einer lange sehr einseitigen Partie. Noch keine Minute war nach der Pause gespielt, als Hommrich, der mit Antonaci die rechte Schokoladenseite bildete, im Zusammenwirken mit Graf für das 2:0 sorgte. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns reingekämpft“, befand Morlauterns Trainer Daniel Graf, der vor eineinhalb Wochen beim Kampf um Punkte mit seiner Mannschaft die Arminia 2:1 bezwungen hatte. Die Passivität seiner Jungs im ersten Spielabschnitt wurmte den Ex-Profi, dem die vielen englischen Wochen ebenso wie Kollege Brill ein Dorn im Auge sind. Amateure werden da allzu oft überstrapaziert! So musste SVM-Kapitän Philipp Schwarz in Ludwigshafen nach 45 Minuten ausgewechselt werden und zum Polizeidienst nach Kaiserslautern, weil ein Kollege ausgefallen war. Nico Pantano, ebenfalls Polizist, musste nach dem Spiel zum Nachtdienst. „Die vielen englischen Wochen sind totaler Stress. Wir müssen arbeiten, haben Familie …“, klagte Fabian Herchenhan. Mit Lukas Hartlieb und dem für Sebastian Lindner aufgebotenen Nathaniel Esslinger bildete Ersatz-Kapitän Herchenhan eine funktionstüchtige Dreier-Abwehrkette, davor wirkte Wal Fall mit Konsequenz und Übersicht. Bobby Edet sorgte mit seinem Pfostenschuss (75.) für ein Aufbäumen der Gäste, Dennis Jander mit dem Anschlusstor kurzzeitig für Alarm (80.). Letztlich war Morlautern ohne Chance. „Da fehlte mir die Kraft“, erklärte Wirbelwind Hommrich seine vergebene Top-Chance drei Minuten vor Schluss. „Unser bestes Saisonspiel“, fand auch der spielende Co-Trainer Monetta nach dem starken Auftritt des Kollektivs. Trainer Brill freute sich über „sehr viel Ballbesitz und hohes Tempo im Spiel“ und attestiert gerade den jungen Offensivkräften, dem 22 Jahre alten Hommrich und dem zwei Jahre jüngeren Laurenz Graf, eine gute Entwicklung. Am Samstag (15.30 Uhr) geht’s in Waldalgesheim um Punkte, die nächste englische Woche findet am Dienstag (15 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Rot-Weiß Koblenz und dem Sonntagsspiel bei Cosmos Koblenz ihre Fortsetzung.

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