Ludwigshafen Vom Organisten zum Pfarrer

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Er ist der neue Pfarrer im Norden von Ludwigshafen: Christian Eiswirth. Die Pfarrei Heilige Edith Stein ist die erste eigene Pfarrstelle für den 47-jährigen Geistlichen, dem es besonders am Herzen liegt, die Menschen auf ihrem Glaubens- und Lebensweg zu begleiten.

Nein, ein gerader Weg war es gewiss nicht, der Christian Eiswirth zum Beruf des katholischen Geistlichen geführt hat. Dafür aber ein Weg gewissermaßen im „Dunstkreis“ der Kirche. Schon als Kind und Jugendlicher in Göcklingen nahe Landau war er in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert. Nach der Schule machte der gebürtige Landauer zunächst eine Lehre – als Bürokaufmann im Bischöflichen Ordinariat in Speyer. Nach fünf Jahren Arbeit ging er nach Mainz, um an der dortigen Fachakademie sechs Semester Religionspädagogik und praktische Theologie zu studieren und Gemeindereferent zu werden. „Ich bin wieder aufgebrochen, weil ich gespürt habe, dass mir die Arbeit in der Pfarrei Freude gemacht und sehr am Herzen gelegen hat“, erzählt er. Nach dem praktischen Jahr in einer Pfarrei in Pirmasens sollten sieben Jahre als Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Lambrecht folgen. Irgendwann, so erzählt der schlanke Mann, sei dann die Frage gekommen: Was will Gott von dir? Und so ist er schließlich 2006 noch einmal aufgebrochen, um Pfarrer zu werden. Nach dem Theologiestudium ging es ans Priesterseminar Speyer. In dieser Zeit war er übrigens schon einmal in Ludwigshafen – Christian Eiswirth absolvierte in der Gartenstadt ein Praktikum und wollte auch später das Diakonatspraktikum in der Gartenstadt ableisten. „Doch mein Mentor wurde überraschend nach Speyer berufen“, sagt er und meint den heutigen Domkapitular Franz Vogelgesang, der damals Pfarrer der drei Gartenstadt-Gemeinden war. Nach der Priesterweihe 2010 folgten Stationen als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Herxheim und ab 2013 bis 2015 in Hettenleidelheim, gefolgt von der Stelle als Kooperator in der Frankenthaler Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit, bis der 47-Jährige nun seit Mitte November Pfarrer der Pfarrei Heilige Edith Stein ist. „Nein, ein gerader Weg ist es nicht gewesen“, räumt er ein. „Doch Gott schreibt auch aus krummen Zeilen gerade.“ Menschen, so ist er überzeugt, brauchen diese Wege, um zu kennen, was Gott von einem wolle, was die eigene Berufung sei. „Und mancher weiß eben erst später, was die eigene Berufung ist“, sagt er. Diese hat er nun in den nördlichen Stadtteilen mit seiner neuen Aufgabe gefunden. Dort ist er für die Gemeinden St. Martin in Oppau, Maria König in Edigheim und St. Albert In der Pfingstweide zuständig. Diese neue Pfarrei in „XXL-Größe“, die es nach einer Reform seit einem guten Jahr gibt, bringe es mit sich, dass sich die Aufgaben des Pfarrers verändert haben. Verwaltungsaufgaben seien neu hinzugekommen, erläutert Eiswirth. Vieles geschehe nun im Team mit Haupt- und Ehrenamtlichen. „Da muss man hineinwachsen. Ich bin noch dabei, die Strukturen, die Menschen und ihre Lebenswelten kennenzulernen“, sagt Eiswirth. Noch stehe die Organisation des pfarrlichen Alltags, die Arbeit im Inneren, im Vordergrund und koste viel Kraft. Sobald intern alles rund läuft, möchte er bewusst auch über den Kirchturm hinaus gucken, seine Stadtteile, die Stadt und das soziale Leben kennenlernen. Auch die Ökumene ist ihm wichtig. „Christen sind hier in Ludwigshafen fast eine Minderheit geworden. Wir müssen schauen, dass wir in Sachen Ökumene einen gemeinsamen Weg gehen können.“ Erste gemeinsame Gespräche mit seinen protestantischen Amtskollegen sind schon terminiert. „Ich bin hier sehr freundlich empfangen worden“, berichtet Eiswirth von den ersten Wochen im Amt und freut sich darauf, seine Gemeindemitglieder auf ihrem Glaubens- und Lebensweg zu begleiten. „Es macht mir Freude, Menschen die Botschaft zu vermitteln, dass wir durch Gottes Hand begleitet werden, dass wir einen Halt in unserem Leben haben“, erzählt er. Neben der Arbeit als Pfarrer macht Christian Eiswirth zum Ausgleich gerne „etwas Praktisches“. Wenn es die Zeit zulässt, fährt er zu seiner Familie nach Göcklingen, wo er gerne im Garten arbeitet und dabei Entspannung findet. Und bald, so hofft er, findet er auch einmal die Zeit, die Orgeln in seinen Kirchen zu spielen – der Seelsorger war bereits in seiner Jugend als Organist tätig.

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