Ludwigshafen Vier Glöckner, acht Bläser

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Dannstadt-Schauernheim. Zum 20. Mal werden in diesem Jahr zwölf Musiker am Vorabend des ersten Advents und am Heiligabend die Gottesdienstbesucher in Dannstadt mit festlichen Bläser- und Glockenklängen empfangen. Dabei gibt es sogar Zuhörer, die sich extra wegen des Turmblasens an diesen Abenden auf den Weg zur Pfarrkirche St. Michael machen, denn eine Dannstadter Besonderheit ist die Einbeziehung der vier Kirchenglocken.

„Für mich und meine Mitstreiter ist es immer ein Höhepunkt“, sagt Christian Magin, der seit 1997 das Dannstadter Turmblasen organisiert. „Bei Windstille kann man uns gut 600 Meter weit hören, bei Wind hängt es von der Windrichtung ab, in welchem Ortsteil wir wie gut zu hören sind.“ Aber bevor die ersten Töne erklingen können, müssen sich die vier Glöckner und acht Bläser mit ihren Instrumenten über Leitern auf den beschwerlichen Weg in die Glockenstube machen. Dort oben haben maximal 13 Personen Platz und so ist es für die zwölf Musiker immer recht eng. Entstanden ist die Tradition 1997, als die drei alten Glocken und der Glockenstuhl abgebaut waren und der damalige Dannstadter Pfarrer Wolfgang Willem mit der Idee, am ersten Advent mit Bläserklängen zum Gottesdienst zu rufen, an den damals 19-Jährigen herantrat. Als Trompeter beim Musikverein Harmonie konnte er sieben Mitstreiter gewinnen. „Als die neuen Glocken da waren, hieß es, dass es nicht mehr möglich sei vom Turm zu spielen“, blickt Magin zurück. Aber nachdem er sich selbst ein Bild von der Situation gemacht hatte, hielt er es für möglich und kam auf die Idee, die Glocken mit in das Spiel einzubeziehen. „Ich habe mich dann auch bei der Glockensachverständigen kundig gemacht, ob und wie man die Glocken anschlagen darf, damit kein Schaden entsteht.“ Nämlich dort, wo von innen auch der Klöppel anschlägt. Damit Bläser und Glocken zusammen spielen konnten, musste Magin zunächst noch Advents- und Weihnachtslieder auf die zu den in F, B, C und D gestimmten Glocken passenden Tonarten umschreiben. Im Laufe der Jahre entstand so ein Repertoire von elf Advents- und 13 Weihnachtsliedern, wobei an beiden Terminen jeweils ein unterschiedliches Programm zu hören ist. „Wir haben auch mal versucht amerikanische Weihnachtslieder wie ,Jingle Bells‘ zu spielen, aber das erwies sich als schwierig, da diese Stücke auf Grund ihre Swing-Stils mehr Glockentöne erfordern.“ So präsentieren die Musiker in der Besetzung Trompete, Posaune, Tenorhorn und Bariton weiterhin vierstimmig die traditionellen Lieder. Dazu schlagen die vier Glöckner mit Plastikhämmern die jeweils stimmlich passende Glocke an. Besonders froh ist der 38-Jährige, alljährlich seine Mitstreiter wieder gewinnen zu können. „Wenn jemand Interesse hat mitzuwirken, kann er sich gerne bei mir melden. Nur Tuba geht nicht, da wir sie nicht durch die Öffnungen bekommen würden.“ Sein Wunsch wäre, einmal selbst unten stehen und zuhören zu können. „Ich habe uns noch nie spielen hören, weil ich eben immer mit dabei bin.“ Termin Turmblasen St. Michael, Samstag, 26. November, von 16.30 bis 17 Uhr und Samstag, 24. Dezember, von 22 bis 22.30 Uhr. Kontakt: Christian Magin, E-Mail: c-a.magin@gmx.de.

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