Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Viel Kampf, aber auch viele Fehler im Derby zwischen der HSG und Haßloch

Achtung Torgefahr: Emanuel Novo von der HSG Friesenheim-Hochdorf holt zum Wurf aus. Links Konstantin Herbert und rechts Florian
Achtung Torgefahr: Emanuel Novo von der HSG Friesenheim-Hochdorf holt zum Wurf aus. Links Konstantin Herbert und rechts Florian Kern (beide TSG Haßloch).

Ausgerechnet im Lokalderby reißt die Serie von Matthias Polifka. Das 27:30 (15:18) im Spiel seiner HSG Friesenheim-Hochdorf gegen die TSG Haßloch ist seine erste Niederlage als Trainer in Hochdorf.

Für HSG-Trainer Matthias Polifka war dies eine ärgerliche Niederlage, denn in einem von beiden Seiten zwar mit viel Kampf, aber auch vielen Fehlern geführten Spiel scheiterten die Gastgeber vor allem an ihrer schlechten Chancenverwertung. Drei von fünf Siebenmetern haben die Gastgeber verworfen, scheiterten an Torhüter Marco Bitz – zwei einfache Zahlen zeigen, was nach 60 zumindest spannenden Minuten letztlich den Unterschied ausgemacht hat. „Klar, wir haben das Spiel gewonnen. Ob wir aber verdient gewonnen haben, weiß ich nicht“, lautete deshalb auch das Fazit von TSG-Trainer Tobias Job.

Auf der anderen Seite war Matthias Polifka mit seiner Mannschaft nicht unzufrieden. „Wir haben alles in die Waagschale geworfen, was wir hatten.“ Das war zugegebenermaßen nicht viel, denn Marc-Robin Eisel saß absprachegemäß bei den Eulen Ludwigshafen in der Zweiten Liga auf der Bank, Marvin Gerdon fehlte erkrankt, und dann fiel nach einer Viertelstunde auch noch Jan Waldgenbach mit einer Wadenverletzung aus. Der hatte bis dahin drei Mal getroffen und einen maßgeblichen Anteil daran, dass die HSG bis zu seinem Ausscheiden mit 9:7 in Führung lag.

Bis sechs Minuten vor der Pause gaben die Gastgeber den Ton an, führten mit 14:12. Aber dann musste Nikola Sorda mit seiner zweiten Zeitstrafe auf die Bank, war fortan im Deckungszentrum gehemmt. Drei leichte Ballverluste, der erste verworfene Siebenmeter von Dymal Kernaja und große Deckungslücken auf der rechten Abwehrseite, und Haßloch machte vor der Pause aus dem Rückstand noch eine Drei-Tore Führung.

Rückkehr von Dymal Kernaja

Erfreulich aus HSG-Sicht war die Rückkehr von Kernaja. Der kann seine Knieverletzung mit der vorhandenen Muskelmasse stützen, muss deshalb voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht operiert werden. „Ich hatte bis jetzt noch keine Zeit, um über mein Knie nachzudenken, aber Probleme habe ich dort nicht. Der 26-jährige war nach der Pause ein wichtiger Faktor der Aufholjagd. Mit zwei und sogar drei Kreisläufern überraschte Friesenheim/Hochdorf die Gäste, machte aus dem Pausenrückstand innerhalb von zwölf Minuten eine 24:21-Führung. „Aber wir können diese Leistung immer nur in Phasen abrufen und nicht über das ganze Spiel“, bedauerte Matthias Polifka.

Tatsächlich drehten im Anschluss die personell besser bestückten Gäste wieder auf. Und es war Torhüter Bitz, der dafür das Signal gab. Mit seinem Treffer ins leere Tor zum 24:22 beendete er nicht nur eine achtminütige Torflaute seiner Mannschaft, sondern er parierte zwei weitere Siebenmeter und einige der wenigen freien Chancen. „Mit dem Tor habe ich gemerkt, dass es heute bei mir läuft“, grinste er. Zufrieden war er mit der Leistung seiner Vorderleute aber nicht. „Wir waren insgesamt zu statisch. Das müssen wir besser spielen.“ Immerhin: „Letztlich haben wir gewonnen. Damit können wir zufrieden sein.“ Das 27:26 durch Steffen Dietz war acht Minuten vor Schluss der letzte Treffer für die Gastgeber. Danach traf nur noch die TSG zum deshalb verdienten Erfolg.

So spielten sie

HSG Friesenheim-Hochdorf: Peribonio, Schwenken (31.-51.), Hoblaj (nicht eingesetzt) - Waldgenbach (3), Muth (3), Corazolla (4) - Novo, Pfeil (3) - Sorda (3) - Kernaja (4/2), Lenz (1), Winkler, Polifka (2), Cirac (1), Dietz (3)

TSG Haßloch: Schlingmann, Bitz (ab 35.) - Triebskorn, Herbert (1), Surblys (3) - Gregori (1), Kern (5) - Messerschmidt (3) - Borodovskis (7/4), Hannes (3), Zech (1), Seelos (4), Herbert (1), Djozic, Götz, Herbert (1)

Spielfilm: 7:5 (10.), 10:7 (18.), 14:12 (24.), 15:18 Halbzeit, 18:21 (35.), 24:21 (42.), 25:23 (46.), 27:27 (52.), 27:30 Ende - Zeitstrafen: 6:6 - Rote Karte Surblys (46. dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 5/2 - 4/4 - Beste Spieler: Polifka, Corazolla - Bitz, Seelos, Messerschmidt - Zuschauer: 350 - Schiedsrichterinnen: Bley/Tarka (Schlüchtern).

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