Fußball Verbandspokal: Derby zwischen FC Arminia Ludwigshafen und TuS Mechtersheim
Die Losfee hat ein glückliches Händchen bewiesen. Im Viertelfinale des Verbandspokals erwartet Verbandsliga-Tabellenführer TuS Mechtersheim am Mittwoch, 19.30 Uhr, den Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen zum Derby. Ein Leckerbissen, für alle Beteiligten und die Fans. Es winkt der lukrative Einzug unter die letzten Vier des Wettbewerbs.
Im Mittelpunkt dieses Duells steht Nico Pantano. Der langjährige Spielmacher des FCA war vor der Saison nach Mechtersheim gewechselt. Der 33-Jährige der ab 2015 zehn Jahre das schwarz-weiße Trikot trug, ist mit 247 Partien der Oberliga-Rekordspieler der Arminia und erzielte mit 66 Treffern auch die meisten Tore in dieser Liga für die Schwarz-Weißen. Hinzu kommen 30 Verbandsligaspiele, in denen er 18 Tore schoss. „Natürlich ist das für mich ein ganz besonderes Spiel. Ich bin im Guten gegangen, habe immer noch viele Kontakte zur Arminia und auch schon das eine oder andere Spiel des FCA in dieser Saison gesehen“, sagt der Polizeikommissar. Für 90 oder 120 Minuten müsse man aber all dies ausblenden.
Pantano lehnt Favoritenrolle ab
Er fühle sich aber auch in Mechtersheim wohl. „Es läuft im Moment sehr gut, alles passt. Wir haben uns in der Liga einen Fünf-Punkte-Vorsprung erarbeitet. Es warten jedoch noch schwierige Begegnungen auf uns“, warnt Pantano. Der TuS habe aber einen gut bestückten Kader, in dem jeder hoch motiviert sei. Im Pokalspiel sehe er sein Team trotz des Heimvorteils jedoch nicht als Favoriten an. „Der Pokal ist unberechenbar, zumal es um einiges geht. Diese Partie ist völlig offen, die Anspannung wird auf beiden Seiten groß sein“, glaubt der Mann mit der Rückennummer zehn. Von zwölf möglichen Partien in der Verbandsliga bestritt er für den TuS zehn, zweimal musste er wegen einer Roten Karte mit anschließender Sperre passen.
„Wir haben die 1:4-Niederlagen gegen den 1. FC Kaiserslautern II abgehakt. In der ersten Halbzeit haben wir gut verteidigt, auch wenn der FCK mehr Ballbesitz hatte“, analysiert Arminia-Trainer Matteo Monetta (41) das Pfalzduell vom vergangenen Freitag. Individuelle Fehler und die enorme Schnelligkeit der Lauterer hätten den Ausschlag gegeben. Für die Roten Teufel, die in einer Minute die Partie gedreht hatten, stünden in der Regel sechs Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm. Nach einem freien Wochenende trainieren die Arminen zweimal vor dem Pokalhit – trotz englischer Woche. Zur Mannschaft für das Spiel gegen den FCK stößt der genesene Verteidiger Jannik Dörr dazu.
Wer hütet das Tor?
„Der Mechtersheimer Kader ist so gut und breit besetzt, dass wir nicht der Favorit sind. Wir dürfen uns nicht vom Etikett Verbandsligist blenden lassen. Dieses Team hätte kein Problem, in der Oberliga zu bleiben“, verrät Monetta Respekt vor dem Nachbarn. Seinen früheren Mitspieler Pantano will der FCA im Kollektiv ausschalten. Außerdem stecke viel Qualität in der Mannschaft des TuS, zum Beispiel der frühere US-Nationalspieler und Ex-Profi Andrew Wooten, sodass man sich nicht auf einen Schlüsselspieler konzentrieren könne. Über die mögliche Aufstellung lässt der Coach nichts verlauten, auch nicht, ob der Ex-Mechtersheimer Peter Klug das Tor hütet: „Da berate ich mich mit Torwarttrainer Michael Hauk.“
„Unser Ziel ist es, Meister zu werden und in die Oberliga zurückzukehren. Aber auch der Pokal ist sehr reizvoll“, sagt TuS-Trainer Nauwid Amiri. Seit dem ersten Tag der Vorbereitung habe es mit „dieser ganz besonderen Mannschaft“ Spaß gemacht. Der Zusammenhalt sei groß, ebenso die Qualität und die menschliche Komponente. Der Coach sagt, er könne in Ruhe arbeiten, was daran liege, dass es mit Sportchef Heiko Magin und dem Vorsitzenden Holger Lorfing ein gutes Miteinander gebe. „Für uns ist die Partie am Mittwoch das Spiel des Jahres, in dem es kein Taktieren gibt“, glaubt Amiri. Die Arminia sei Favorit, weil sie sich vom schlechten Start erholt habe und wieder in der Spur sei.
Im Kader der Blau-Weißen stehen mit Pantano, Marc Barisic, Alexander Biedermann, Marcel Bormeth, Daniel Evrard und Adrian Malburg gleich sechs ehemalige Arminen. Hinzu kommt der Langzeitverletzte Marco Metzger, der in diesem Jahr wohl nicht mehr auflaufen wird. Mechtersheim ist zwar gespickt mit erfahrenen Akteuren, der Trainer setzt aber auch auf junge Spieler wie etwa Flügelstürmer Can Güney (22), den er beim LSC trainierte und beim TuS in dieser Runde zum Stammspieler gemacht hat. Auch der 34-jährige Amiri hat eine Arminia-Vergangenheit, steuerte in der Serie 2017/18 zum Aufstieg in die Oberliga elf Treffer bei. In Verbands- und Oberliga streifte er 48 Mal das FCA-Trikot über.