Fussball Unvergessener Spaßkick gegen den FC Bayern
Spaß macht es dem 29-Jährigen dennoch, zwischen den Pfosten zu stehen, auch wenn er sich etwas Schöneres vorstellen könnte. Das aber hat er bereits erlebt.Als zweiter Torwart in der Bezirksligamannschaft sei er in die Saison gegangen, erzählt Nico Schradi, die ersten Partien jedoch bestritt der Laborant noch in der B-Klasse. „Dadurch, dass die Runde so früh anfing, hatte die Zweite keine Torhüter. Daher bin ich von oben nach unten gegangen“, erklärt der Keeper, der in zwei Partien für die zweite Mannschaft zwischen den Pfosten stand.
Doch das sollte nicht dauerhaft so sein. Schradi ging den Weg zurück in die Bezirksligamannschaft und ersetzte dort den verletzten Keeper Levent Cetin. Acht Partien hat der 29-Jährige mittlerweile absolviert und dabei 45 (!) Gegentore kassiert. Es ist sicher kein Vergnügen, so viele Bälle aus dem Netz zu holen, doch er nimmt dies mit Humor. „So habe ich häufiger die Chance, mich auszuzeichnen“, sagt Schradi und lacht.
Viele Spiele in Schlussphase verloren
Beim Blick auf die Tabelle vergeht ihm der Humor aber schnell. Die sportliche Situation sei schwierig, gesteht der Keeper. „Zumindest, wenn man die reinen Ergebnisse betrachtet“, fügt er an. In vielen Spielen habe sein Team auf Augenhöhe agiert, doch sei am Ende immer wieder eingebrochen. „Wir haben viele Spiele in der Schlussphase verloren“, erklärt er.
„Mein großes Vorbild ist Olli Kahn. Heißt, wenn der seltene Fall vorkommt, dass einer nach einem Ballverlust abschaltet, dann werde ich laut“, sagt der Bayernfan. Um aus dem Tabellenkeller zu kommen, muss beim Ankerklub vieles passieren. Schradi sieht daher großen Handlungsbedarf auf nahezu jeder Position im Kader. „Wir müssen einige Spieler gewinnen, die das Niveau für die Bezirksliga haben“, hofft er auf Winterneuzugänge.
Er könnte es deutlich einfacher haben, würde er wieder für die zweite Mannschaft auflaufen. Die steht in der Tabelle der B-Klasse auf Platz eins und ist auf Aufstiegskurs. Doch dort sei das Gehäuse mit Noell Unfricht gut besetzt, sagt Schradi. „Er hat seinen Platz dort verdient und langfristig die Chance, oben anzugreifen“, lobt er den Youngster.
Schöne Reise mit Hasan Salihamidžic
Und so muss Schradi für positive Erinnerungen weiter zurückblättern als ihm lieb ist. Aus beruflichen Gründen war er vor einiger Zeit für vier Jahre nach Oberbayern gezogen, fand dort schnell Anschluss und kickte für den TSV Iffeldorf in der Bezirks- und Landesliga. Sein vermutlich aufregendstes Fußballerlebnis in Bayern gab ihm ein „Spaßkick“: Er hatte in einem Gewinnspiel bei einem Radiosender eine Reise mit Hasan Salihamidžic, der damals noch Fanbeauftragter des FCB war, zu einem Champions-League-Spiel der Münchener nach Turin gewonnen.
Doch damit nicht genug. Während des Aufenthaltes machte er einige Videos und Bilder, die er für ein anderes Gewinnspiel einsandte. Und was passierte? Er gewann einen Platz in einer Fan-Elf, die gegen die Profis des FC Bayern antreten durfte. So stand Schradi als Feldspieler mit der „Zehn“ auf dem Rücken Stars wie Philipp Lahm, Franck Ribery und Thiago sowie Torhüter Sven Ulreich gegenüber. „Es war eine einmalige Erfahrung“, schwärmt Schradi noch heute von diesem Aufeinandertreffen. Das Trikot aus diesem Spiel hat einen Ehrenplatz an seiner Wand.