Ludwigshafen Unentschieden hilft nicht

60 Prozent Erfolgsquote: Der Ruchheimer Jürgen Hammer (am Ball) verwandelt drei von fünf Siebenmetern.
60 Prozent Erfolgsquote: Der Ruchheimer Jürgen Hammer (am Ball) verwandelt drei von fünf Siebenmetern.

«LUDWIGSHAFEN.» Handball-Pfalzligist TV Ruchheim muss weiter um den Ligaverbleib bangen. Das Team von Trainer Horst Senk hat vier Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Ob der Abstieg nach dem schmeichelhaften 30:30 (18:15) gegen den TV Wörth vermieden werden kann, ist fraglich. Zudem sind die Zukunft des Trainers und die Zusammensetzung des Kaders ungewiss.

Horst Senk wollte nach dem Abpfiff erst mal alleine sein. Das hatte Gründe. Dem Übungsleiter gingen viele Gedanken durch den Kopf. Er kämpft seit Wochen mit seiner Mannschaft um das Überleben in der Pfalzliga. Denn er ahnt, dass bei einem Abstieg die Situation nicht besser werden wird. Selbst die Worte von Torjäger Norbert Mielenz, dass die Mannschaft auch beim Gang in die Verbandsliga zusammenbleiben wird, beruhigen ihn nicht. Dafür ist er viel zu lange im Geschäft. Er kennt die Mechanismen im Sport. Der TV Ruchheim hat keine eigene Jugend und die Spielgemeinschaft mit der TSG Mutterstadt wird für die erste Männermannschaft auch keine großartigen Verbesserungen bringen. Und Spieler von anderen Vereinen nach Ruchheim zu lotsen, ist inzwischen kaum noch zu schaffen. Der Verein verfügt zum einen nicht über die finanziellen Mittel und zum anderen stellt sich die Frage, wer will bei einem abstiegsbedrohten Pfalzligisten anheuern? Dazu kommt, dass der derzeitige Kader nicht jünger wird und einige Akteure aus beruflichen Gründen nicht regelmäßig am Trainingsbetrieb teilnehmen können. Es sind Sorgen über Sorgen, die den Verein plagen. Das wurde auch im Abstiegsduell gegen den TV Wörth deutlich. Erst in den letzten 30 Sekunden sicherte sich der TVR nach einem Doppelschlag von Norbert Mielenz zumindest noch einen Punkt. Ob dieser am Ende bei einem Rückstand von vier Zählern auf den ersten Nichtabstiegsplatz reichen wird, bleibt offen. Ruchheim hätte gewinnen müssen, um den Rückstand auf Wörth auf zwei Zählern zu minimieren. Daraus wurde nichts. Auch deswegen, weil die Mannschaft jegliche Aggressivität in der Defensive vermissen ließ. Es war zum Haare raufen. „Wir kennen den Körperkontakt schon gar nicht mehr, weil die Trainingsintensität ebenso fehlt wie die personelle Alternative im Rückraum“, klagte Führungsspieler und Torjäger Mielenz. Noch drei Partien stehen an. In Waldsee und in Göllheim sowie zu Hause gegen Dahn. Um Wörth vom viertletzten Platz zu verdrängen, müsste die Mannschaft noch fünf Zähler holen, ohne dass die Südpfälzer noch einmal punkten. Ein schwieriges Unterfangen. Aber in Ruchheim hat man die Hoffnung nicht aufgegeben. Was danach kommt, ist auch ungewiss. Bleibt das Team zusammen? „Wir haben vereinbart, dass wir uns nach der Runde zusammensetzen“, sagte Trainer Senk.

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