Ludwigshafen Unbekannte schöne Weihnachtslieder

Hervorragende Darbietung: Sopranistin Lena Maria Kosack und Organist Kevin Breitbach.
Hervorragende Darbietung: Sopranistin Lena Maria Kosack und Organist Kevin Breitbach.

«Dannstadt-Schauernheim.» Es müssen nicht immer dieselben Adventslieder sein, die auf Weihnachten einstimmen. Die Sopranistin Lena Maria Kosack und Organist Kevin Breitbach haben zu ihrem Konzert in der Melanchthonkirche in Schauernheim ein anspruchsvolles Programm mitgebracht und hervorragend dargeboten.

Die Sopran-Arie „Flößt mein Heiland“ aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist ein musikalisches Frage-und-Antwort-Spiel, bei dem sich das lyrische Ich der Sängerin die eigenen Fragen beantwortet: „Flößt mein Heiland Schrecken ein? – Nein!“ „Sollt ich nun das Sterben scheuen? Nein!“ „Oder sollt ich mich erfreuen? Ja!“ Und es entsteht ein Dialog mit der Orgel, die hier den Orchesterpart übernommen hat. Zudem spielt die Komposition mit Echo-Hall. Das alles ergibt einen sehr reizvollen Effekt. Auch das nächste Werk stammt aus der Barockzeit, nämlich von Bachs Zeitgenossen Georg Friedrich Händel. Aus dessen Oratorium „Der Messias“ singt Kosack die Arie „Rejoice greatly, o daughter of Zion“. Dieses Werk greift die alttestamentliche Prophezeiung der Ankunft des Messias an, „Tochter Zion“ steht für das neue Jerusalem, das jubelnd den Herrn empfängt. Musikalisch drückt sich das durch lebhafte Koloraturen aus und durch eine Melodie, die sich in beachtliche Höhen steigert. Etwas Zeitgenössisches bekommen die Konzertbesucher mit „O Magnum Mysterium“ zu hören, das der amerikanische Komponist Morten Lauridsen 1994 komponiert hat. Eigentlich ist es ein Chorwerk, doch hier übernimmt die Orgel die weiteren Stimmen. Kevin Breitbach registriert geschickt und wählt Klangfarben, die sich sehr schön mit der Solostimme verbinden. Die Musik hat eine impressionistische Anmutung und entwickelt einen wohlklingenden Fluss der Harmonik. Peter Cornelius, zu dessen Gedächtnis das Konservatorium in Mainz benannt ist, hat mit „Christbaum“ und „Christkind“ Lieder verfasst, die textlich noch den Geist des Biedermeier atmen. Der „Christbaum“ hat interessante harmonische Wendungen, „Christkind“ setzt ganz auf Wohlklang. Als Solist präsentiert Breitbach unter anderem zwei Fugen: Von Johann Sebastian Bach die Fuge g-Moll (BWV 578), die für Bachs Verhältnisse ein kleines aber feines Werk und wohlklingend ist. Das Konzert endet mit „Mariä Wiegenlied“ von Max Reger. Die Zuhörer, bis zum Schluss mucksmäuschenstill, applaudieren begeistert. Das „Alleluja“, den Schlussteil von Mozarts „Exsultate“, gibt es als Zugabe, und hier glänzt die Sängerin noch einmal mit brillanten Koloraturen.

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