Ludwigshafen
Umfrage: Viel Frust bei Radlern in LU
Der Test: Der ADFC fragte bundesweit die Zufriedenheit der Radfahrer mit einem Fragebogen ab. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob das Radfahren in der Stadt Spaß macht oder Stress ist. Mitmachen konnte bei der Aktion im Herbst jeder. In Ludwigshafen haben sich 426 Menschen beteiligt. Das Ergebnis hat sich im Vergleich zum letzten Fahrradklimatest vor drei Jahren kaum verändert. Damals bekam die Stadt die Note 4,21.
Das Fahrerlebnis: Die Mehrzahl bewertete das Fahrradfahren in Ludwigshafen negativ: Für knapp 60 Prozent der Befragten bedeutete das Radeln durch die Stadt eher Stress. Rund 70 Prozent sahen das Rad als Verkehrsmittel nicht ausreichend akzeptiert. Konflikte mit Fußgängern benannten 54 Prozent der Radler als Problem. Im Vergleich zum Autoverkehr, wo 81 Prozent das Miteinander kritisch sahen, ist dies aber das kleinere Problem.
Die Radwege: Fast 90 Prozent beklagten, dass Falschparker auf Radwegen zu wenig kontrolliert würden. Gut drei Viertel der Teilnehmer monierten, dass Radwege zu wenig gereinigt würden. Die Breite der Radwege wurde von 86 Prozent als unzureichend kritisiert. Auch die Oberflächenbeläge der Radwege wurden moniert. Daher ist es kaum überraschend, dass 80 Prozent der Radler das Fahren auf den Radwegen/-streifen negativ bewerteten. Dieser Wert entspricht etwa dem Fahrgefühl auf den Straßen mit Fahrzeugverkehr. Nur etwa ein Viertel der Radler hatte ein gutes Sicherheitsgefühl auf den Straßen.
Die Infrastruktur: Die Erreichbarkeit der City mit dem Rad wurde von 60 Prozent der Befragten positiv bewertet. Auch die Möglichkeiten, sich im öffentlichen Raum Fahrräder leihen zu können, sahen zwei Drittel positiv. Dass Radler in der Stadt zügig vorwärts kommen, bejahen 53 Prozent der Teilnehmer. Bei der Beschilderung von Radwegen werden Defizite gesehen (55 Prozent). Auch die Abstellmöglichkeiten für Räder werden kritisch beurteilt (67). Die Verkehrsführung für Radler durch Baustellen wird von 87 Prozent der Teilnehmer negativ beurteilt.
Der Städtevergleich: Aus der Region sind Karlsruhe, Frankfurt und Heidelberg auf vorderen Plätzen vertreten. Sie erzielten jedoch auch nur die Schulnote drei bis vier. Ludwigshafen nimmt mit Platz 26 von 41 Städten einen mittleren Rang in der Betrachtung vergleichbarer Städte ein. Mannheim landet auf Rangs sechs (Note: 3,9), Heidelberg auf Platz drei (Note: 3,53).
Das Fazit: Die Ergebnisse des Tests sollen Politik und Verwaltung Hinweise für Verbesserungen geben. „Aus dieser Bewertung ergibt sich ein klarer Arbeitsauftrag, den Radverkehr weiter zu fördern“, sagt Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt (parteilos). Die Verwaltung werde sich die einzelnen Faktoren des Fahrradtests im Detail vornehmen und für die besonders kritisierten und wichtigen Aspekte Verbesserungsvorschläge entwickeln, verspricht der Dezernent. Er will sich beispielsweise für die Öffnung bestimmter Einbahnstraßen für Radler einsetzen. Generell werde Radfahren zunehmend als wichtige Verkehrsart gesehen, was die Erwartungen an eine sichere und komfortable Infrastruktur steigere, bilanziert Thewalt. Laut Verwaltung sind die Kritikpunkte in nahezu allen Städten beim Test ähnlich gewesen. Die Ergebnisse stehen im Netz unter fahrradklima-test.adfc.de.