Ludwigshafen Trainersuche hält an

91-76506265.jpg

Ludwigshafen. Nach der souveränen Meisterschaft in der Pfalzliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Handball-Oberliga müssen die Frauen der TSG Friesenheim nach der Hinrunde um den Verbleib in der vierthöchsten Spielklasse bangen. Mit 8:18 Punkten und Platz elf droht der TSG die Rückkehr in die Pfalzliga. Es wurde auch noch kein neuer Trainer verpflichtet.

Ex-Coach Lothar Katzdobler nahm mit seinem Rücktritt dem Team das Alibi. Das ist war schon vor sieben Wochen, doch Abteilungsleiter Jürgen Karl hat trotz diverser Gespräche mit Kandidaten noch keinen Nachfolger gefunden. Er will einen Coach verpflichten, der sich auch um den Nachwuchs kümmert, der den Unterbau für die Frauen-Mannschaft bildet. Gewonnen hat die TSG nur gegen die Mitaufsteiger Moselweiß, Sobernheim und Saarbrücken. Der Gründe für die Talfahrt waren konditionelle Defizite, aber auch das Verletzungspech. Mit Katharina Hahn (aus Studiengründen nach Wiesbaden), Sandra Reis und Martina Storzum fielen drei Spielerinnen aus dem ohnehin dünnen Kader aus. Der personelle Aderlass zum Ende der Pfalzliga-Saison wurde nicht kompensiert. Auf Neuzugänge hatte Friesenheim verzichtet. Das war ein Wagnis, da das Niveau in der Oberliga im Vergleich zur Pfalzliga deutlich höher ist. Das Problem der TSG ist die Offensive: Nur 302 Toren erzielte die Mannschaft um Torjägerin Corinna Knaack. Nur Schlusslicht HCS Saarbrücken traf seltener. Melanie Helmer und Katharina Hahn werden schmerzlich vermisst. Dafür kehrte in den letzten Wochen Martina Storzum in den linken Rückraum zurück und sorgte für zusätzliche Torgefahr. In der Defensive rangiert die TSG mit 336 Gegentoren auf Platz fünf. Wesentlichen Anteil hatte Torfrau Kendra Little, die zu den Besten in der Liga zählt. Ziel bleibt der Klassenverbleib. Dazu sollen auch Talente wie Esther Adam, Joanna Klein und Nathalie Jakob aus der weiblichen B-Jugend ins Team integriert werden. Nach Katzdoblers Rückzug ist ein Aufwärtstrend erkennbar. Zuletzt feierte das Team mit Interimstrainer Rudolf Hessler gegen Tabellenführer TSV Kandel völlig überraschend einen Punktgewinn. Der dauerhafte sportliche Aufschwung setzt einen geordneten Trainingsbetrieb mit einem verantwortlichen Coach voraus. Dass sich zuletzt die Zweitliga-Spieler David Schmidt, Stefan Lex, der frühere Juniorinnen-Bundestrainer Thorsten Schmid sowie Ben Matschke engagiert haben, verdient Respekt. Das gilt auch für die Nothelfer Werner Wilhelm, Sandra Senk und Rudolf Hessler. Die Klärung der Trainerfrage genießt Priorität. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht mehr. (wij)

x