Ludwigshafen Totaler Umbruch
«LUDWIGSHAFEN.» Nach seinem Abstieg in die Fußball-Landesliga Ost steht der Ludwigshafener SC vor einem totalen Umbruch. Der neue Trainer Donato Villecco strebt mit einem runderneuerten und drastisch verjüngten Team, in dem die meisten Akteure zwischen 19 und 21 Jahre alt sind, den Ligaverbleib an.
Das Abstiegsteam ist auseinandergebrochen. Der LSC setzt deshalb weitgehend auf den eigenen Nachwuchs oder holt Spieler zurück, die aus diesem Talentschuppen stammen. Und wer könnte besser dazu passen, als der Trainer, der mit den A-Junioren in der vergangenen Saison Meister geworden und in die Regionalliga aufgestiegen ist: Donato Villecco. „Es ist ein totaler Neuaufbau, aber dieser Schritt war unausweichlich“, stellt der 47 Jahre alte Coach fest. Wie eng das Band zwischen Villecco und seinen A-Junioren ist, belegt ein Blick auf die Kaderzusammenstellung. „Alle acht Spieler, der jetzt ihre Jugendzeit beendet haben, sind geblieben. Dazu sind sechs zurückgekehrt, die das Jahr zuvor unter mir trainiert haben“, verdeutlicht der Trainer. Damit bilden quasi zwei A-Junioren-Jahrgänge das Herzstück der neuen Mannschaft. „Die Spieler bekommen ihre Chance, und ich glaube, sie wissen es einzuschätzen, was es bedeutet, Landesliga spielen zu können“, betont Villecco. Flausen hätten die Akteure nicht im Kopf, sonst wären nicht alle geblieben. Die Talente seien bodenständig und wollen sich weiterentwickeln. „Sie hören zu, wenn man ihnen etwas erklärt und sind wissbegierig“, ergänzt der Coach. Der Trainer ist sich bewusst, dass der Nachwuchs eine Anlaufzeit benötigt und die Leistungen gerade am Anfang schwankend sein werden. „Nach dem ersten Testspiel gegen Maudach war ich skeptisch, aber in der Partie gegen den SV Südwest waren deutliche Fortschritte zu erkennen. Das hat mich ermutigt“, freut sich Villecco über eine steigende Tendenz. Klar sei allerdings, dass zwischen Vorbereitungs- und Punktspielen Welten liegen. Während in der Jugend die Gegner gleichaltrig waren, treffen die Akteure des neuen LSC jetzt auf erfahrene und abgeklärte 28- und 30-Jährige. Umso wichtiger ist die überschaubare Gruppe der Routiniers. Der spielende Co-Trainer und Kapitän Bernd Fröhlich (32) etwa oder der beruflich stark beanspruchte Erik Rehhäußer (31), zu denen die Youngsters aufschauten. „Auf Bernd hören sie, und keiner hätte ein Problem damit, wenn Erik spielt, obwohl er in der Woche zuvor nicht trainiert hat“, erläutert Villecco. Ein Beispiel für das gute Miteinander: Tim Seelinger (24), gelernter Innenverteidiger, ist nun Außenverteidiger – wegen eines Überangebots an zentralen Abwehrspielern. Er nahm Versetzung die klaglos hin. Einen möglichen Brennpunkt hat Villecco entschärft. Sohn Gianluca, der von den Junioren aufgerückt ist, genießt keine Sonderrechte. „Für ihn ist es nicht einfach, weil ich ihn mitunter zu hart anfasse. Auf dem Platz ist er in erster Linie mein Spieler. Die anderen wissen, dass er nie auflaufen würde, nur weil er mein Sohn ist“, stellt der Vater klar. Villecco legt Wert auf Sicherheit und bevorzugt eine defensive Ausrichtung. Ziel ist der Klassenverbleib. „Wenn wir das geschafft haben, haben wir viel erreicht.“