Fussball Torfabrik von Arminia Ludwigshafen arbeitet auf Hochtouren
Es gibt Dinge, die glaubt man gar nicht, weil sie so skurril sind. Ein Beispiel dafür sind die beiden zurückliegenden Heimspiele des FC Arminia gegen Eisbachtal und Eppelborn, die vielen Parallelen aufweisen. Etwa die, dass die beiden Gegner Neulinge sind und dass beide Partien mit einem 5:1-Sieg der Arminia endeten. Das ist aber noch nicht alles. Die Arminia ging jeweils in der vierten Minute in Führung: Der Torschütze war jedes Mal Giuliano Cultrera. Und wie gegen Eisbachtal musste der FCA auch gegen Eppelborn den Ausgleich hinnehmen, was in beiden Partien dazu führte, dass der Gegner aufkam und an einer Wende schnupperte.
Auch im zweiten Abschnitt gab es kuriose Begebenheiten. In beiden Partien verzeichneten die jeweiligen Gäste beim Stand von 3:1 einen Aluminiumtreffer, der eingewechselte Adnan Rizvanovic erzielte in beiden Partien das 4:1, und der letzte Treffer der Ludwigshafener fiel sowohl gegen Eisbachtal als auch gegen Eppelborn in der 73. Minute. „Das ist alles schon sehr seltsam. Wichtig ist für mich, dass wir in beiden Spielen geduldig geblieben sind und schwächere Phasen ohne Schaden überstanden haben“, sagt Arminia-Trainer Chris Chorrosch. Sein Team ist seit acht Begegnungen ungeschlagen und ging dabei sieben Mal als Sieger vom Platz.
Beim Führungstor des FCA ging alles ganz schnell. Noah Maier wollte Torwart Niklas Knichel umkurven, aber der warf sich dazwischen. Der abgewehrte Ball fiel Steffen Straub vor die Füße, doch dessen Schuss klärte ein Verteidiger der Gäste auf der Linie, bevor Cultrera den Abpraller verwertete. „Ich muss mir die Szene noch mal anschauen. Ich glaube, dass Cultrera im Abseits stand, weil der Torwart aus dem Spiel war und nur ein Verteidiger vor ihm war“, überlegte Schiedsrichter-Beobachter Martin Sommer. Vermutlich hat er recht, aber den Gastgebern war es egal, weil der Treffer zählte.
„Nach 15 guten Minuten, in den wir spielbestimmend waren, haben wir an Struktur verloren und keine Lösungen mehr gefunden“, beschreibt Chorrosch die Phase, als Giovanni Runco aus heiterem Himmel aus rund 20 Metern mit einem satten Linksschuss das Lattenkreuz traf (22.) und nach dem bis dato besten Angriff der Eppelborner Arminias Abwehrchef Wal Fall im letzten Moment Runcos Schuss blockte (26.). Das 1:1 von Jonas Sträßer nach feinem Steckpass von Reber Kazik (29.) hatte sich also angekündigt. „Man kann nicht jeden Angriff verteidigen, das war von Eppelborn gut gespielt“, erklärt Fall.
Noch vor der Pause stellten die Gastgeber die Weichen auf Sieg. Nach zunächst abgewehrter Ecke brachte Straub den Ball noch einmal vor das Tor, wo Maier aus kurzer Distanz vollstreckte (35.). Und wenn es noch Zweifel am Erfolg der Schwarz-Weißen gegeben haben sollte, dann zerstreute der FCA die zwei Minuten nach dem Wechsel. Es war ein Treffer nach dem Geschmack des Trainers. „Ein überragender Pass von Ricardo“, schildert er die Vorlage Antonacis, der mit die Kette der Gäste grandios überspielte. Bastian Hommrich lief fast bis zur Grundlinie und bediente den Torschützen Cultrera maßgerecht. Für Cultrera war es der zehnte Scorerpunkt nach der Winterpause.
Nach einem Abseitstor von Nicolas Jobst (49.) und einem Innenpfostenschuss von Eppelborns Yannick Bach (64.) sowie guten Kontermöglichkeit für die Arminia traf Rizvanovic nach einem von mehreren herrlichen Vertikalpässen Falls zum 4:1 (71.). „Wal hat das sehr gut gemacht. Er hat eine prima Vororientierung und den Laden im Griff“, lobt der Coach. Nur wenige in der Liga können Situationen so gut antizipieren wie der 32-jährige Innenverteidiger, der eine starke Runde spielt. „Ich profitieren von meiner Erfahrung und davon, dass sich ein Spiel lesen kann“, erklärt Fall, dem es Spaß mache, Spieler wie die Entdeckung John Mosquera zu führen.
Den Schlusspunkt setzte Rizvanovic nach einem Konter wie aus dem Bilderbuch und uneigennütziger Vorlage von Straub (73.). „Zwei Tore tun einem Stürmer immer gut. Es hätten sogar drei sein können“, sagt der junge Stürmer. Chorrosch, der das starke Eins-gegen-eins von Straub hervorhob, gastiert mit seiner Mannschaft am Mittwoch, 19.30 Uhr, beim stärker gewordenen SC Idar-Oberstein.