Ludwigshafen Tetzner verkauft „Metropol“
Momentan klafft auf dem Berliner Platz ein Riesenloch. Wo einst die „Tortenschachtel“ stand, soll künftig das „Metropol“-Hochhaus in die Höhe wachsen. Doch es passiert seit Monaten wenig auf der Baustelle. Das Projekt des Privatinvestors Günther Tetzner ist zum Politikum geworden. Jetzt kommt die Nachricht, dass Tetzner das Projekt an Investoren verkauft hat. Das ist dem Handelsregister zu entnehmen. Demnach hat Tetzner vor zwei Wochen die Geschäftsführung der Metropol Plaza GmbH abgegeben. Diese Firma beschäftigt sich mit dem Erwerb, der Entwicklung und dem Verkauf von Immobilien. Als neue Geschäftsführerin wird Jana Becher aus Wiesbaden genannt. Die 43-Jährige führt nach RHEINPFALZ-Informationen auch die Geschäfte der irischen Firma „Allcap“, die Investoren im Immobiliengeschäft berät und deren Geld verwaltet. Der Eintrag im Handelsregister hat für Unruhe bei einigen Kommunalpolitikern gesorgt, die sich Sorgen um das „Metropol“-Projekt machen. „Es gibt neue Investoren. Wir managen das Projekt weiter“, sagt Tetzner. Er sei nun eben nicht mehr Investor, sondern Projektentwickler. Seine Ettlinger Firma Timon Bauregie werde das Hochhaus auf dem Berliner Platz bauen. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass er das Hochhaus an Investoren weiterverkaufe. Das sei üblich in der Branche. In der Tat: So gehören beispielsweise auch die Einkaufszentren in der Rhein-Galerie oder im Rathaus-Center mittlerweile verschiedenen Fondsgesellschaften. Der ursprüngliche Projektentwickler ECE ist lediglich Manager der Immobilien. Und auch bei einem anderen Tetzner-Projekt ist es ähnlich gelaufen: der Walzmühle, die mehrfach den Eigentümer gewechselt hat und jetzt der Activum SG gehört, einem Kapitalverwalter mit Sitz auf der Insel Jersey im Ärmelkanal. Die Probleme der Walzmühle werden immer wieder auch Tetzner angelastet. Doch er verweist darauf, dass er mit dem Betrieb des Centers nichts zu tun habe: „Ich baue seit 40 Jahren Projekte. Wir machen schicke Anzüge, wer sie dann trägt – darauf haben wir keinen Einfluss.“ Die Nachfrage von Mietern nach Räumen im „Metropol“ sei nach wie vor sehr groß, sagt Tetzner. Es gehe nicht um ein neues Einkaufszentrum, sondern um eine Kombination aus Geschäfts-, Wohn- und Bürohaus. Die derzeitige Debatte um das Hochhaus kritisiert er: „In Ludwigshafen ist man zunächst dagegen, wenn einer was Neues macht.“ Dass sein Projekt ein Politikum ist, führt er auf den Wahlkampf zurück. Wer nun genau über die Firma „Allcap“ das Geld für den Hochhausbau beisteuert, ist öffentlich nicht bekannt. „Dahinter stehen finanzkräftige Investoren. Wir haben Stillschweigen vereinbart“, sagt Tetzner. Jedes Projekt brauche ab einem gewissen Zeitpunkt Finanzinvestoren. Die Stadtspitze ist über den Wechsel informiert. „Ich sehe das eher positiv. Damit wird die finanzielle Basis für das Projekt erweitert“, sagt Baudezernent Klaus Dillinger (CDU). Der neue irische Eigentümer habe auch in Deutschland einen Sitz. Der Zeitpunkt für den Verkauf sei früh, belege aber das hohe Interesse von Kapitalanlegern. Die Verhandlungen zum Eigentümerwechsel hätten zum Stillstand geführt. In den nächsten Wochen sollen offene Fragen geklärt werden. „Ich hoffe, dass es jetzt strukturierter weitergeht. Es ist bisher etwas holprig gelaufen“, räumt Dillinger ein. Derzeit überlegen die „Metropol“-Investoren, auch das gegenüberliegende Gebäude der ehemaligen Kreissparkasse zu kaufen, abzureißen, eine Tiefgarage und darüber ein neues Gebäude zu bauen. Dillinger kann sich dafür erwärmen. Er stellt aber klar, dass Stadt und Stadtrat über das Planverfahren ihre Vorstellungen verwirklicht sehen wollen. Den Hochhaus-Neubau will die Stadtspitze nicht blockieren. Doch in diesem Jahr dürfte daraus nichts mehr werden. Allenfalls mit weiteren Bunkerabrissarbeiten unter dem Berliner Platz ist nach Dillingers Meinung zu rechnen. Das Baustellenloch wird also noch einige Zeit zu sehen sein. Einwurf