Tennis
TCM-Herren vor Herausforderung Südwestliga
Es ist ein Markenzeichen des TC Mutterstadt. Kein anderer Verein in Rheinland-Pfalz spielt in den Altersklassen so hochklassig wie der TCM. Die Herren 30 schlagen in der Oberliga auf, die Herren 40 stiegen diese Runde aus der Oberliga ab, die Herren 50, Herren 55 und Herren 65 spielen Südwestliga, die Herren 60 sogar in der Regionalliga, der höchsten Klasse in Deutschland.
Diese Erfolge sind Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite machen sie den Verein attraktiv für ambitionierte Spieler. Auf der anderen Seite stellen die hochklassigen Teams die Kapitäne vor Herausforderungen. Die Meisterschaft der Herren 50 des TC Mutterstadt hat jedenfalls Carsten Nübling kleine Sorgenfalten bereitet. Natürlich freute sich der Top-Spieler der Meistermannschaft über den Titel und den Aufstieg. Schon voriges Jahr war Mutterstadt nah dran, verlor das entscheidende Spiel gegen Andernach aber mit 4:5. „Das war eine ärgerliche Niederlage. In einem Einzel führten wir schon 6:4 und 4:2“, erinnert sich Nübling. Das Einzel verlor Mutterstadt noch mit 11:13 im Matchtiebreak. Statt 4:2 nach den Einzeln stand es so 3:3.
Dafür klappte es diese Runde – und das trotz einer 4:5-Niederlage gegen Saarbrücken-Rothenbühl. Aber Rothenbühl unterlag ebenfalls einmal und so hatte der TCM es am letzten Spieltag in der eigenen Hand. So kurz vor dem Ziel ließ es sich das Team dann nicht mehr nehmen, den ersehnten Titel zu holen. „Dabei waren wir dieses Jahr verletzungsbedingt etwas dezimiert“, sagte Nübling. Doch wenn es mal eng wurde, halfen Akteure aus den Herren 55 oder der zweiten Herren-50-Mannschaft aus. Diese spielt in der Pfalzliga.
Das aber ist kommende Saison nicht mehr möglich – und das bereitet Kopfzerbrechen. Denn in der Südwestliga dürfen nur noch die Akteure spielen, die für diese Mannschaft gemeldet sind. Hilft einmal ein Akteur aus einem anderen Team aus, dann darf er dort nicht mehr spielen. „Deshalb brauchen wir einen Kader von acht bis zehn Spielern“, betont Nübling. Da ist er aktuell auf Spielersuche. Den ein oder anderen Spieler hat er schon angesprochen. Nun wartet er auf die Rückmeldung.
Nübling, der in der Oberliga eine Bilanz von vier Siegen und nur einer Niederlage aufweist, stellt aber klar, dass Mutterstadt keine Gelder zahlt „Es gibt Vereine in den Südwestligen, die haben ein Budget von 40.000 bis 50.000 Euro“, sagt Nübling: „Wir in Mutterstadt können und wollen nicht jede Altersklasse finanzieren.“ Das wäre auch nicht so leicht, denn bei all den hochklassig spielenden Teams käme da eine stattliche Summe zusammen. Vielmehr setzt Nübling daher auf den Lokalkolorit und den Zusammenhalt. Die Gemeinschaft und das Miteinander zählen beim TCM.
„Wir trainieren mit den Herren 40, 55 und 60 zusammen“, sagt Nübling. Während der Ligaspiele ist immer ein Mitspieler beim Coachen dabei, betont er. „Da wird niemand alleine gelassen.“ Der Kern der Mannschaft kennt sich seit vielen Jahren. „Wir spielen seit den Herren 40 zusammen. Wir sind damals aus der Verbands- in die Oberliga aufgestiegen. Viele dieser Spieler sind dann in die Herren 50 aufgerückt“, so Nübling.
Das Gerüst der Mannschaft und einige gezielte Verstärkungen sollen nun dafür sorgen, dass die Südwestliga keine Eintagsfliege wird. SW Landau, Eintracht Frankfurt, Langen, Andernach heißen unter anderem die Gegner. Carsten Nübling aber wird sein Netzwerk nutzen, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Dann sind die Sorgenfalten weg.