Ludwigshafen Tanzschritte und Luftsprünge
«Mutterstadt/Ludwigshafen.» Wie facettenreich Tanzsport sein kann, das hat das Programm des Abschlussballs der Mutterstadter Tanzschule Nagel im Ludwigshafener Pfalzbau am vergangenen Samstag gezeigt. Inhaber Herbert Nagel und sein Team hatten eingeladen.
Aber zunächst leisteten die jungen Tanzpaare ihren Part. Etwa 100 junge Leute der „Starter Class“ zeigten, was sie in den letzten Wochen gelernt hatten. Nach der ganz klassischen Walzer-Eröffnung durch die Band Kim & Kas folgten die Polonaise und der St. Bernhard Walzer. Die jungen Tanzpaare zeigten Ausschnitte aus den Tänzen ChaCha, Jive, langsamer Walzer und Tango. So manches junge Paar vergaß zwar zu lächeln. Aber wer ist nicht aufgeregt, wenn er vor 600 Gästen vortanzen muss. Und dann war da noch das ungewohnte Schuhwerk, das die Sneakers-Generation herausforderte. Nach der Tanzrunde mit den Eltern war es dann endlich geschafft, es ging auf die Tanzfläche ins Foyer zu DJ Michael. Die fortgeschrittenen Tänzer der F-Kursformation zeigten dem Publikum, was man in weiteren Tanzstunden noch alles lernen kann. Entsprechend begeistert war das Publikum vom Auftritt der 22 Paare der „College-Class“. Tanzen geht aber auch ohne männlichen Partner – wie die Damen der Line-Dance-Gruppe bewiesen. Absolut synchron war ihre Darbietung und sie hatten ganz offensichtlich viel Spaß dabei. Upgrade und Lil’Tips, zwei Hip-Hop-Formationen aus Worms, beeindruckten vor allem mit ihren ganz jungen Tänzern. Die Trainer Kai Spang und Angelina Berres haben da echte Talente in ihren Reihen. Beim Auftritt des Latein-Tanzpaars Maria Schulle und Simon Völbel aus dem Profi-Tanzlager suchten nicht nur die Tanzschüler vergebens nach den gerade erlernten Grundschritten. Sie zeigten eine ganz große Tanzshow. Nicht weniger begeistert war das Publikum von der Rock’n’Roll-Vorführung der Golden Fifties – auch wenn das derzeit kein Modetanz ist. Das Sextett zeigte halsbrecherische Akrobatik, die den Gästen den Atem verschlug. Meterhoch schleuderten die Herren ihre Partnerinnen in die Luft, die kopfüber Richtung Boden sausten, aber galant wieder aufgefangen wurden. Überraschung – nicht nur für Herbert Nagel –, als er selbst zum Rock ’n’ Roll aufgefordert wurde und seine Partnerin in die Luft schleuderte. Am Ende schickte die Jugend die Eltern nach Hause, zog Anzüge und Ballroben aus und Sneakers wieder an und feierte noch bis in die Morgenstunden weiter bei der After-Ball-Party in der Tanzschule.