Ludwigshafen Supertrios auf dem Höhepunkt
Piano-Trios in wechselnden Besetzungen sind in diesem Jahr ein Schwerpunkt des Festivals „Jazz am Rhein“ auf der Ludwigshafener Parkinsel. Gäste aus den USA sind die Pianistin LeeAnn Ledgerwood und der Schlagzeuger Adam Nussbaum. Und selbstverständlich ist auch Richie Beirach mit von der Partie. Das dreitägige Festival beginnt am Freitag Abend.
„Supertrios“ heißt das Motto am Samstag, am zweiten Festivaltag. Die Idee ist es, drei Pianisten, drei Bassisten und drei Schlagzeuger in verschiedenen Trio-Kombinationen spielen zu lassen. Interessant daran ist, dass unterschiedliche Generationen von Musikern zusammenkommen. Die Pianisten sind Richie Beirach (71), LeeAnn Ledgerwood (59) und Regina Litvinova (39); die Bassisten Joscha Oetz (46), Veit Hübner (50) und Dietmar Fuhr (54); Schlagzeug spielen Adam Nussbaum (62), Tobias Frohnhöfer (28) und Christian Scheuber (58). LeeAnn Ledgerwood stammt aus Warren/Ohio und begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Sie nahm eine klassische Ausbildung am Cleveland Institute of Music auf, entdeckte dann aber die Improvisation für sich. Die Jazz-Ausbildung machte sie am Berklee College in Boston. Nach ihrem Studium spielte sie mit Red Mitchell, George Mraz, Eddie Gomez, Billy Hart und weiteren Jazzgrößen. Sie ist nicht nur international für Konzertauftritte gefragt, sondern ebenso als Lehrerin für Harmonielehre und Komposition. Adam Nussbaum aus Norwalk/Connecticut wechselte als Zwölfjähriger vom Klavier zum Schlagzeug als Hauptinstrument. Er studierte am Davis Center for Performing Arts in New York, trat mit Sonny Rollins auf und wurde Teil des David Liebman Quintetts. Mit dem Gitarristen John Scofield ging er auf Europatour und wurde mit Steve Swallow Mitglied des Scofield Trios. Mit dem Michael Brecker Quintett ging er auf Tour und nahm das Album „Don`t Try This At Home“ auf. Er arbeitete regelmäßig mit Carla Bley, John Abercrombie und Kenny Wheeler. Richie Beirach ist einer der bedeutendsten Jazzpianisten der Gegenwart. Nicht nur als Solist ist er gefragt. Er spielte mit Stan Getz und viele Jahre mit David Liebman in verschiedenen Besetzungen. Bis 2014 war Beirach Professor für Jazzpiano an der Musikhochschule Leipzig. Seit seiner Emeritierung lebt er in Heßheim bei Frankenthal. Zusammen mit Christian Scheuber und Regina Litvinova bildet er das New Richie Beirach Trio. Regina Litvinova studierte nach einer klassischen Ausbildung Jazzpiano und war Meisterschülerin Richie Beirachs. Sie hat Alben als Solistin, mit ihrem Extremtrio und im Duo mit Stephan Urwyler veröffentlicht. Tobias Frohnhöfer wurde 1990 in Ludwigshafen geboren, lernte bei Christian Scheuber Schlagzeug, hatte bei Regina Litvinova Klavierunterricht und erste Vibraphonstunden bei Claus Kiesselbach. In Mannheim studierte Frohnhöfer Jazz mit Hauptfach Vibraphon. Dietmar Fuhr studierte Kontrabass in Köln, wo er inzwischen selbst als Dozent tätig ist. Das Festival beginnt am morgigen Freitag um 19 Uhr mit dem Duo Robert Schippers und Poldi Hingerl. Robert Schippers ist Keyboarder und Organist aus Aachen. Gemeinsam mit dem Trompeter Poldi Hingerl war er unter anderem in der Jazz-Oper „Amor“ am Mannheimer Nationaltheater und ist auf dem Album „Bodhisattva“ zu hören. „Therapy Sessions“ nennen sie ihr Projekt und wollen improvisatorisch und kompositorisch sich über Dinge austauschen, für die die Sprache keine Worte hat. Am Freitag um 20.30 Uhr kommt Bassist Joscha Oetz mit seinem Perfektomat Nuevo. Das ist die Neubesetzung eines Quartetts, mit dem er sein sechstes Album aufgenommen hat. Inspiriert haben ihn sieben Jahre, die er in Lima gelebt hat. Die afro-peruanischen Rhythmen hat er intensiv erforscht. Auch auf der Parkinsel gibt es Landó, Festejo und mehr zu hören. Mit dabei ist Meister-Trommlerin Laura Robles, der Pianist Nils Tegen und der Saxophonist Sebastian Gille, der als Shooting Star des europäischen Jazz gilt. Am Sonntag gibt es ab 12 Uhr einen Jazzbrunch mit der Rolf Häsler Hammond Experience. Die Hammond B-3 spielt Niels Frederikson, Rolf Häsler selbst spielt Tenorsaxophon. Am Schlagzeug sitzt Simon Fankhauser, Stephan Urwyler spielt Gitarre. Das Repertoire des Quartetts besteht aus einem spannenden Mix mit Eigenkompositionen und speziell für diese Besetzung arrangierten Stücken aus jazzverwandten Stilen wie Blues, Funk und Latin. Alle Musiker sind seit Jahren auf den verschiedensten Bühnen in der Schweiz und in ganz Europa aufgetreten. Termine Das Festival „Jazz am Rhein“ auf der Parkinsel nahe der Inselbastei findet am Freitag, 10., und am Samstag, 11. August, jeweils ab 19 Uhr sowie am Sonntag, 12. August, ab 12 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.