Ludwigshafen
Streit um Kita am Alwin-Mittasch-Park: Menschenkette geplant
Eine Bebauung des Parkgeländes lehnt jedoch die Bürgerinitiative ab, die nach eigenen Angaben wegen der Pläne der Stadt besorgt ist. Die Menschenkette soll am Samstag, 18. April, um 15 Uhr, gebildet werden – als „deutliches Zeichen zum Erhalt des Parks“, so die Initiatoren. Treffpunkt ist die Ecke Leuschnerstraße/Fichtestraße.
Weil in Ludwigshafen viele Betreuungsplätze für Kinder fehlen, hatte der Stadtrat im vergangenen Jahr beschlossen drei neue Kitas zu bauen. Eines der Holzgebäude in Modulbauweise soll auf einer Parkplatzfläche an der Leuschnerstraße in Friesenheim errichtet werden, die früher von der BASF für deren Betriebskita „LU Kids“ genutzt wurde und an den Alwin-Mittasch-Park grenzt.
Naturschützer dagegen
Doch die Pläne stießen nicht nur bei Anwohnern auf Widerstand, die eine Bürgerinitiative gründeten. Auch die örtlichen Naturschutzverbände von BUND und Naturschutzbund (Nabu) lehnten das Kita-Projekt ab. Die Bürgerinitiative sprach sich 2022 gegen ein gewerbliches Projekt in diesem Bereich aus. Tausende Unterschriften wurden dagegen gesammelt. Grund: Es dürfe keine weitere Bodenversiegelung in der Stadt stattfinden. „Große alte Bäume haben eine wichtige Rolle zur Abkühlung in Städten. Der Alwin-Mittasch-Park hat laut Umweltgutachten von 2024 eine besondere Rolle für Ludwigshafen Nord und die Innenstadt“, warfen die Umweltschützer ein.
Die Stadt argumentierte, dass es vor allem um die Nutzung der ohnehin versiegelten Parkplatzfläche am Mittasch-Park für die Kita gehe. Lediglich der Spielbereich und die Außenanlage würden den Park betreffen. Gleichwohl müssten für den Bau auch Bäume gefällt werden. In Friesenheim fehlten zudem viele Kita-Plätze – wie in der ganzen Stadt auch. Am geplanten Standort am Mittasch-Park sollen 100 neue Betreuungsplätze entstehen, die den Bedarf im Stadtteil decken könnten. Zwei weitere Neubauten sind im Stadtteil Nord im Friedenspark und an der Pettenkoferstraße geplant. Die damalige OB Jutta Steinruck kündigte an, das Gespräch mit der Bürgerinitiative suchen zu wollen, um sie von dem Projekt zu überzeugen. Doch laut Initiative fanden direkte Gespräche mit der OB nie statt. Die Aktivsten kritisieren, dass durch eine Kita ein Stück des Parks wegfallen würde und alter Baumbestand gefällt werden müsse. Außerdem könnte das Projekt der Türöffner für eine weitere Bebauung des Parks sein, so die Befürchtung.
Andere Standorte prüfen
Die Aktivsten betonen, dass sie nichts gegen neue Kitas hätten – den Standort am Mittasch-Park halten sie aber für ungeeignet. Es gebe genug andere, geeignetere städtische Flächen für eine neue Kita. Einige Vorschläge wurden ebenfalls geäußert, etwa das Gelände des ehemaligen „Girlassic-Parks“ in Friesenheim oder die Fläche hinter der Kita Kinderhaus am Ebertpark, wo bereits die seit Jahren ungenutzten Container der ehemaligen Kita Dietrich Bonhoeffer zwischenlagern und durch neue Module ersetzt werden könnten.
Die Stadt sicherte eine Überprüfung der Standorte zu. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich vor der Sommerpause der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sagte eine Stadtsprecherin auf Nachfrage. Daraus ergäben sich die weiteren Planungen.