Ludwigshafen
Streit um blockierte Gehwege und schlecht einsehbare Einmündung
„Am 9. April hat sich an der Einmündung der Neuhöfer Straße in den Hohen Weg ein Verkehrsunfall ereignet. Außerdem höre ich immer wieder von Beinahe-Unfällen“, berichtete der Rheingönheimer Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. „Ich stelle daher den Antrag, die bauliche Veränderung dieser unübersichtlichen Einmündung endlich in Angriff zu nehmen.“ Die Einmündung in den Hohen Weg verlaufe in einem spitzen Winkel. Um den von rechts kommenden Verkehr der Vorfahrtsstraße zu sehen, müssten sich die Fahrer extrem die Köpfe verdrehen, führte Wißmann aus. Eine Änderung des Straßenverlaufs mit einer rechtwinkligen Kreuzung würde hier Abhilfe schaffen, waren sich die Mitglieder des Ortsbeirats einig.
Wie es in der anschließend verlesenen Antwort der Stadtverwaltung auf eine entsprechende Anfrage heißt, hätten zu dem Thema bereits mehrere Ortstermine stattgefunden. Die Unfallkommission habe eine Umgestaltung zwar grundsätzlich befürwortet. Aufgrund der sehr geringen Anzahl an Unfällen gebe es dort jedoch aktuell keine Möglichkeit, einen Umbau der Einmündung vorzunehmen, führte der Bereich Stadt- und Verkehrsplanung mit Blick auf die knappen Haushaltsmittel aus.
Herumliegende E-Roller blockieren Durchgang
Wie Ortsvorsteher Wißmann zeigte sich der gesamte Ortsbeirat mit der Antwort der Stadtverwaltung nicht zufrieden. Die Mitglieder stimmten dafür, das Thema weiter zu verfolgen. Allerdings gab Thomas Engeroff (SPD) zu bedenken, dass es Überlegungen gebe, die Weiterführung der Straßenbahnlinie im Zuge des Pfalztram-Projekts der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) nach Neuhofen über diese Kreuzung zu führen. Und das könnte bedeuten, dass eine bauliche Umgestaltung möglicherweise schon nach wenigen Jahren wieder revidiert werden müsste, befand Engeroff.
In einem weiteren von Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann eingebrachten Antrag wird eine Änderung der Verkehrssituation an der Kreuzung von Haupt- und Kornackerstraße gefordert. Der Gehweg direkt vor dem Postkiosk werde oft durch parkende Autos der Postkunden so zugestellt, dass Behinderte mit Rollstuhl und Menschen mit Rollator kaum noch daran vorbeikämen, erläuterte Wißmann. Nur wenige Meter weiter werde der Durchgang von der Almelstraße zur Kornackerstraße und der Stadtbahnhaltestelle für Mobilitätseingeschränkte durch herumliegende E-Roller blockiert, die auch für Sehbehinderte eine Gefahr darstellten. Eine Überprüfung der Verkehrssituation in diesem Bereich sei schon vor Längerem zugesagt worden, berichtete der Ortsvorsteher. Nun müssten Veränderungen folgen, forderte er.
Fußgänger-Bedarfsampel in Straßenmitte geplant
Wie der städtische Bereich Verkehrsplanung in seiner Antwort mitteilte, ist zur Querung der Hauptstraße vor dem Postkiosk zusätzlich zur Verkehrsinsel in der Straßenmitte noch eine Fußgänger-Bedarfsampel geplant. Allerdings war diese Querung kein Thema im Antrag. Der Fachbereich Öffentliche Ordnung führte in seinem Antwortschreiben aus, dass im Bereich der Postfiliale ein eingeschränktes Halteverbot gelte. Der 2,50 Meter breite Gehweg sei mit einer einen Meter breiten Markierung ausgestattet, um Kunden das kurzfristige Halten zu ermöglichen. Die verbleibende Restbreite von 1,50 Meter sei für Mobilitätseingeschränkte ausreichend.
Mit dieser Antwort wollten sich die Ortsbeiräte nicht zufrieden geben. Die angegebene Gehwegbreite sei nicht zutreffend. Neben den parkenden Autos blieben kaum noch 80 Zentimeter übrig für Fußgänger, betonte Wißmann. Einstimmig forderte das Gremium daher, dass sich ein Zuständiger der Stadtverwaltung bei einem Ortstermin die Situation noch einmal anschauen sollte.