Ludwigshafen Stadterneuerung: Sanierungsprojekt Hermshof fertig

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Die Sanierung des Hemshofs ist beendet. Seit 1972 sind gut 500 Millionen Euro in den Stadtteil geflossen. Andreas Schäfer, Teamleiter bei der Stadterneuerung, hat das Projekt 26 Jahre lang federführend betreut. Von den Ergebnissen ist er begeistert: Der Hemshof sei nun nicht mehr grau, sondern grün und ein sehr begehrtes Wohngebiet.

Wer Andreas Schäfer in seinem Büro in der Walzmühle besuchen möchte, braucht Zeit. Vor allem wenn das Gespräch über den Hemshof gehen soll. Dass Schäfer gerne erzählt, hat zwei Gründe: Er hat seit 1990 jede Menge Wissen gesammelt, und er ist begeistert „von dieser Erfolgsgeschichte, der Hemshof ist mein Kind und inzwischen erwachsen“. Die Entwicklung des „Kindes“ kann Schäfer in unzähligen Bildern und anhand ganz vieler Zahlen erzählen. Stichwort Grün: War der Hemshof bis in die 70er-Jahre hinein vor allem ein sehr grauer Stadtteil, „so ist er inzwischen doch sehr grün“, sagt Schäfer. „Am Anfang war die Situation gespenstisch: kaum grün, zugebaute Innenhöfe. Es gab hier viele städtebauliche Missstände.“ Also machte sich die Stadt ab 1972 ans Werk und nahm eine großflächige Sanierung in Angriff – die erst jetzt, 44 Jahre später, Ende März 2016 abgeschlossen worden ist. Die Herausforderung war groß. Es ging ja nicht nur darum, Bausubstanz zu erneuern und Grünflächen anzulegen. Es ging auch um einen Imagewandel. „In den 60ern habe viele junge Leute den Hemshof verlassen. Das war ein richtiges Ausbluten und hat bis 1985 gedauert. Da war der Tiefpunkt erreicht, danach hat sich der Stadtteil gefangen“, so Schäfer. Dass in den 70er-Jahren vor allem Gastarbeiter in den Hemshof zogen, war ein Indiz für das Problem: „Die hatten sonst nichts gefunden, und außer den Spaniern, Italienern, Griechen wollte damals niemand in den Hemshof.“ Inzwischen gebe es aber „stabile Strukturen: Alle wohnen gerne dort“. Da 40 Prozent der Immobilien im Hemshof vor 1949 gebaut worden seien – viele bereits in der Boomphase zwischen 1892 und 1902 –, habe es hohen Sanierungs- und Investitionsbedarf gegeben. Doch: „Heute zieht der Hemshof. Er ist ein ganz begehrter Standort für Investoren“, ist Schäfer überzeugt. „Wir haben sogar mehr Interessenten als Objekte.“ Wer keine Probleme mit Nachbarn mit Migrationshintergrund habe, wohne gerne hier. „Interesse am Hemshof gibt’s vor allem bei Leuten mit höherer Bildung. Da zieht die BASF-Nähe samt der Aussicht auf Wohnungen mit hohen Decken und alten Fassaden“, hat Andreas Schäfer beobachtet. Das war natürlich nicht immer so. In den 80er-Jahren war der Hemshof der Stadtteil mit dem höchsten Durchschnittsalter. „Heute ist es der jüngste Stadtteil. Hier wohnen jetzt auch wieder viele Familien mit Kindern. Das zeigt, dass die Leute Vertrauen in den Stadtteil haben.“ Seinen Job beschreibt Schäfer vor allem als den eines Vermittlers, Erklärers und einer Kontaktbörse. Mit der Festlegung als Sanierungsgebiet seien bestimmte Kriterien definiert worden. „Wir haben mit potenziellen Investoren geredet, ihnen erklärt, was wir uns vorstellen, wo wir uns Grünzonen wünschen, wie alles finanzierbar und umsetzbar ist“, so Schäfer. Den Investoren zollt er großen Respekt: „Es ist toll, was hier an Qualität geschaffen worden ist.“ Für Andreas Schäfer schließt sich derweil nicht nur das Kapitel Hemshof. Auch der Stadtverwaltung kehrt er nach 26 Jahren den Rücken. „Der Hemshof war schon eine Lebensaufgabe. Daher hatte ich mir überlegt, mich beruflich weiterzuentwickeln“, sagt der 51-Jährige. Da er mit seiner Partnerin und den vier Kindern in Weinheim lebt, passte ein Angebot aus dem badischen Forst bei Bruchsal. Hier ist Schäfer ab 1. Juli Bauamtsleiter. „Der Abschied fällt mir aber sehr schwer“, bekennt er. Zumal er neben dem Hemshof auch mit der Sanierung in Friesenheim betraut war. „Das dauert noch zwei Jahre, ist aber auch ein sehr erfolgreiches Gebiet“, sagt Schäfer. Die restlichen Wochen nutzt der 51-Jährige nun auch, um Antonio Felice intensiv mit allen Aspekten vertraut zu machen. Der 34-Jährige ist Italiener, aber in Ludwigshafen geboren und in der Pfingstweide daheim. Er arbeitet seit 1998 bei der Stadt und ist seit zwei Monaten bei der Stadterneuerung. Wenn’s künftig Fragen zum Hemshof gibt, kann er helfen. Termin Am Samstag, 21. Mai, zum Tag des Städtebaus, gibt es um 11 und 13 Uhr zwei Führungen durch das Sanierungsgebiet Hemshof. Treffpunkt: Europaplatz.

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