Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt verteilt Abfallkalender wieder selbst

Für viele Bürger ist der Abfallkalender aus Papier sehr wichtig – dabei gibt es ihn mittlerweile auch als App.
Für viele Bürger ist der Abfallkalender aus Papier sehr wichtig – dabei gibt es ihn mittlerweile auch als App.

Beim Verteilen der Abfallkalender hatte es Anfang dieses Jahres massive Probleme gegeben. Tausende Haushalte blieben ohne Kalender oder erhielten den falschen. Die Stadt hat Konsequenzen gezogen – und verteilt nun wieder selbst.

Rund 85.000 Haushalte gibt es in Ludwigshafen. Etwa 25.000 von ihnen hatten Anfang 2020 entweder gar keinen oder einen falschen Abfallkalender erhalten. Das hat eine Stadtsprecherin kürzlich auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt – dass die Zahl dermaßen hoch ist, war bislang noch nicht bekannt. Zunächst war Anfang Januar von 3000, später von rund 5000 betroffenen Haushalten die Rede gewesen. Sämtliche Ortsvorsteher hatten es in den ersten Tagen des neuen Jahres mit vielen Beschwerden zu tun.

Diese Kalender gibt es in Ludwigshafen jedes Jahr. Doch erstmals hatte die Stadt die Aufgabe an eine externe Firma fremdvergeben. Durch den Fehler entstanden der Stadt rund 14.000 Euro zusätzliche Kosten, unter anderem weil Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebs (WBL) die fehlenden Übersichten im Nachhinein verteilten. Das ging aus der Antwort auf eine Anfrage der FDP-Stadtratsfraktion Ende Januar 2020 hervor.

Ohne Kalender keine Coupons

Die Abfallkalender zeigen an, an welchem Tag im jeweiligen Stadtteil welche Tonne abgeholt wird. Für den Gelben Sack standen bislang nicht nur die Abholtermine auf dem Kalender – die dort angehängten Bons brauchte man auch, um die Säcke überhaupt zu erhalten, etwa in Ortsvorsteherbüros oder im Rathaus. Nach der Panne konnten Bürger die Säcke vorübergehend auch ohne Coupon bekommen. Ab 2021 soll es in den meisten Stadtteilen dann ohnehin Gelbe Tonnen geben, die die Gelben Säcke ersetzen.

Was die Abfallkalender betrifft, hat die Stadt aus dieser schlechten Erfahrung Konsequenzen gezogen. „Ab Mitte Dezember beginnt der WBL wieder in Eigenregie mit der Verteilung der Kalender“, heißt es aus dem Rathaus auf Nachfrage. Dazu, ob und inwiefern es ein juristisches Nachspiel gibt und die Stadt beispielsweise Geld von der Fremdfirma zurückfordert, macht die Verwaltung auf Anfrage keine genauen Aussagen. Es heißt nur: „Aufgrund des noch schwebenden Verfahrens“ könne man dazu derzeit keine Angaben machen.

Kalender auch als App

Wann Müll abgeholt wird, können Bürger nicht nur auf dem Papier-Kalender, sondern schon länger auch über die App „Abfall Lu“ erfahren – sowie im Netz unter www.abfallkalender.ludwigshafen.de. Dort können die Termine für die aktuelle Woche eingesehen werden. Außerdem ist es möglich, die Jahresübersicht als pdf-Datei herunterzuladen und auszudrucken.

x