Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „Sport ist behinderten Menschen wichtig“

Die Freude, eine Herausforderung gemeistert zu haben, ist riesig bei den Special-Olympics-Teilnehmern. Es geht bei den Wettkämpf
Die Freude, eine Herausforderung gemeistert zu haben, ist riesig bei den Special-Olympics-Teilnehmern. Es geht bei den Wettkämpfen mehr um Emotionen und weniger um Ergebnisse. Foto: Special Olympics/Frei

Am Donnerstag, 26. September, findet in Mutterstadt erstmals ein inklusiver Sporttag statt. Special Olympics ist der Ausrichter. Dabei geht es nicht um Ergebnisse. Es geht um Freude und Gefühle. Und noch um viel mehr. Das verrät der Rödersheimer Mitorganisator Peter Wilhelmi.

Herr Wilhelmi, erstmals richtet Special Olympics Rheinland-Pfalz einen inklusiven Sport-Aktivtag im Rhein-Pfalz-Kreis aus. Der ist in Mutterstadt. Warum dort?
Mutterstadt bietet sehr gute Voraussetzungen für den inklusiven Sporttag. Da ist zum einen das Schwimmbad, dann die Kegelbahn und der Sportplatz.

Sprich: Welche Disziplinen werden an diesem Sporttag angeboten?
Dieser Sporttag ist ein Test für eine größere Veranstaltung. Es werden drei Sportarten angeboten: Schwimmen, Kegeln, Laufen. Beim Schwimmen sind es 80 Teilnehmer, beim Kegeln 50 und 30 beim Lauftreff.

So einen inklusiven Sporttag kann man nicht alleine organisieren. Wer half Ihnen dabei?
Clemens Körner, Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, half uns sehr intensiv. Dann waren auch Frau Franz und Herr Geib von der Gemeinde Mutterstadt sehr hilfsbereit und unterstützend. Sie wurden extra von Bürgermeister Schneider für die Organisation des Sporttages freigestellt. Wir arbeiten nun auch eng mit den Vereinen zusammen.

Sie sprachen von einem Test für eine größere Veranstaltung. Was für eine soll das sein?
Größere Veranstaltung heißt Landesspiele. Diese gab es vor Jahren in Speyer. Die Lokalität Mutterstadt hat eine gute Infrastruktur. Es gibt Tennisplätze, Fußballplätze, ein Schwimmbad, eine Leichtathletikanlage. Das ist wichtig für eventuelle Landesspiele.

Menschen mit und ohne Behinderung treffen am kommenden Donnerstag in Mutterstadt aufeinander. Was sind die größten Hemmschwellen, die immer wieder auftauchen?
Es ist die Angst der nicht behinderten Menschen, wie die behinderten Menschen die sportlichen Herausforderungen angehen. Es wird darüber immer wieder im Vorfeld diskutiert. Solche Tage sollen dazu dienen, aufzuzeigen, wie toll die behinderten Menschen Sport treiben und wie wichtig Sport für sie ist.

Wie wichtig ist der Sport für die Menschen mit Behinderung?
Sie ziehen daraus Motivation, Stolz und Freude. Nicht die Zeiten und Ergebnisse stehen im Vordergrund. „Dabei sein ist alles“, zählt. Daraus ziehen sie ihren persönlichen Erfolg. Für sie zählt, ihre Leistung vollbracht zu haben. Es ist fantastisch zu sehen, wenn der Schwächste in der letzten Gruppe so jubelt, als hätte er den Wettkampf gewonnen.

Was raten Sie Menschen, die solche Hemmschwellen haben?
Wir wollen mit so einem Sporttag Menschen dazu bewegen, einmal solche inklusiven Sporttage zu besuchen und das Gefühl zu erleben, mit behinderten Menschen zusammenzuarbeiten und darüber hinaus zu sehen, wie intensiv die behinderten Menschen ihren Sport treiben.

Was erhoffen Sie und die Special-Olympics-Organisation sich von dem Sporttag in Mutterstadt?
Wir erhoffen uns Zuspruch aus der Vorderpfalz. Wir würden uns wünschen, dass viele Leute kommen und den Einsatz der Menschen vor Ort, also der Sportler und der Helfer wertschätzen. Außerdem erhoffen wir uns weiteren Zuspruch aus anderen Gemeinden und Regionen, um Special Olympics mehr in unserer Gegend bekannt zu machen. Denn bislang finden die meisten Special-Olympics-Sportereignisse im Rheinland statt. Special Olympics möchte nun mit solch einem inklusiven Sporttag in Mutterstadt oder aber in Ramstein auf sich aufmerksam machen. In ferner Zukunft sollen dann wieder Landesspiele hier stattfinden.

IInterview: Marek Nepomucký

Zur Person

Peter Wilhelmi

Peter Wilhelmi (68) kommt aus Rödersheim-Gronau und war beim dortigen TC viele Jahre im Vorstand tätig. Über 40 Jahre arbeitete der verheiratete Familienvater zweier erwachsener Töchter bei der BASF. Seit Ende 2012 ist er nun in den Ruhestand gegangen. Wilhelmi war in einigen Arbeitskreisen des Tennisverbandes Pfalz aktiv. 2011 übernahm er beim BASF TC Ludwigshafen das Amt des Sport- und Jugendwartes. Seit den Special-Olympics-Landesspielen in Speyer im Jahr 2015 engagiert sich Wilhelmi ehrenamtlich für die Organisation. Sein Bruder Heinz war früher Profi beim 1. FC Kaiserslautern.mne

Peter Wilhelmi.
Peter Wilhelmi. Archivfoto: Kunz
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