Ludwigshafen
SPD fordert zusätzliche Stadtbahnhaltestelle in Ruchheim
Notwendig wäre für die Haltestelle in Ruchheim am ökologisch sensiblen Bereich des „Affengrabens“ ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren, das etliche Jahre dauert. Finanzieren müsste das Ganze die Stadt Ludwigshafen, macht die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) klar. Mit dem Ziel, den Stadtbahnanschluss für das neue Wohnquartier in Ruchheim zu verbessern, hat die SPD im Ortsbeirat beantragt, dass die Verwaltung prüft, „ob die Einrichtung einer zusätzlichen Stadtbahnhaltestelle auf Höhe des Neubaugebiets Ruchheim Nordost und eine dichtere Taktung auf der Rhein-Haardtbahn nach dem Errichten einer Wendemöglichkeit möglich und sinnvoll ist“.
Für beides solle eine Bewertung der Bau-, Instandhaltungs- und Betriebskosten gegenüber dem volkswirtschaftlichen Nutzen angestellt werden. „Wenn beide Maßnahmen als nicht zielführend eingeschätzt werden, bitten wir die Verwaltung darum, selbst eigene Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV zu entwickeln“, sagt SPD-Ortsbeirat Michael Hwasta. Durch die neue Bebauung in Ruchheim Nordost und den sehr hohen Parkdruck, werde die Verkehrssituation von den Anwohnern als sehr unbefriedigend empfunden. Die dichte Bebauung mit Mehrfamilienhäusern der GAG sowie die Fertigstellung der sogenannten „Bauruine“ hätten die bisherigen Rahmenbedingungen deutlich geändert, stellt die SPD fest.
Mit einer zusätzlichen Stadtbahnhaltestelle und einer dichteren Taktung in die Stadtzentren von Ludwigshafen und Mannheim könne die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) deutlich gesteigert werden. Um eine solche dichtere Taktung zu ermöglichen, sei eine neue Wendemöglichkeit für die Stadtbahnen in Ruchheim notwendig. Dies habe den weiteren Vorteil, dass Bahnen zu Schichtbeginn und -ende von Amazon fahren könnten, meint die SPD-Fraktion.
Projekt vor Jahren gestoppt
In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Ruchheim hat Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU) dazu sowohl eine Antwort der Stadtverwaltung wie auch der RNV vorgestellt. Wie der Bereich Stadtplanung erinnert, sei eine weitere Haltestelle der Rhein-Haardt-Bahn in Ruchheim Nordost schon vor Jahren im Konzept „RHB 2010“ geplant gewesen. Das Projekt sei im Juni 2016 dem Ortsbeirat vorgestellt, dort aber aufgrund von Anwohnerbedenken einstimmig abgelehnt worden. Daraufhin habe man das Ganze gestoppt.
Es sei zwar möglich, auf die damaligen Planungen aufzubauen. Doch da das Verfahren neu aufgerollt werden müsste und sich inzwischen finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen geändert hätten, müsse angesichts anderer ÖPNV-Projekte eine sehr lange Dauer für die Realisierung kalkuliert werden, falls es überhaupt zustande komme, sagt Thomas Lappe, Leiter für Stadtplanung. Wie die RNV mitteilt, begrüße man Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV, auch in Ruchheim.
Aufgrund der neuen Zweirichtungsfahrzeuge sei eine Wendeschleife nicht mehr notwendig. Für den besseren Betrieb sei aber die Überleitung auf ein kurzes Wendegleis nötig. Eine solche Überleitung sei bei Maxdorf geplant und dort einfacher realisierbar und wirtschaftlicher als in Ruchheim. Eine mögliche Taktverdichtung sollte daher laut RNV bis Maxdorf umgesetzt werden.
Kommunen müssten Kosten tragen
Für den Bau einer neuen Haltestelle in Ruchheim Nordost seien „umwelttechnische Belange besonders zu beachten“. Der Bahnsteig Richtung Bad Dürkheim müsse im geschützten Landschaftsareal und Biotop „Affengraben“ gebaut werden. Für geschützte Tierarten wären Ausgleichsmaßnahmen zu treffen. Für eine Genehmigung wäre ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren mit starken Umweltauflagen notwendig.
Für den Betrieb der Rhein-Haardt-Bahn bis Bad Dürkheim gebe es einen besonderen Verkehrsvertrag. Ob Bahnfahrten für die Strecke Ruchheim/Maxdorf in den Vertrag integriert werden könnten, sei unklar. Auf jeden Fall müssten die Kosten dafür allein von den profitierenden Kommunen getragen werden, also dem Rhein-Pfalz-Kreis beziehungsweise Maxdorf und Ludwigshafen, erklärt die RNV.