Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel SPD fordert mehr Kontrollen bei Grünpflege

Aufwendig: Der Rückschnitt von Straßenbäumen.
Aufwendig: Der Rückschnitt von Straßenbäumen.

Um die öffentlichen Grünanlagen ausreichend zu pflegen, greift die Stadt auch auf Fremdfirmen zurück. Im kommenden Jahr will die Verwaltung dafür rund eine Million Euro ausgeben. Der Umweltausschuss des Stadtrats hat am Montag zugestimmt und dabei auch stärkere Kontrollen der Grünpflegearbeiten eingefordert.

„Für uns ist es wichtig, dass die Grünflächenpflege ordnungsgemäß erledigt wird. Daher ist es wichtig, dass einzelne Leistungen fremdvergeben werden. Aber in einigen Stadtteilen hat man den Eindruck, dass diese Arbeiten von der Verwaltung nicht ausreichend kontrolliert werden“, kritisierte SPD-Fraktionschef David Guthier und nannte als Beispiel den Umgang mit Baumscheiben, also den Platz für Bäume am Straßenrand. „Wir können das optimieren“, räumte Gabriele Bindert, Chefin des Grünflächenamts, ein.

Einschließlich Wildpark und Friedhöfe gibt es in Ludwigshafen mehr als 1300 Hektar (13 Millionen Quadratmeter) Grünflächen unterschiedlicher Art. Dazu gehören 63 Parkanlagen und Stadtteilparks, 154 Grün- und Freiflächen, 204 Spiel- und Bewegungsflächen, elf Sportanlagen und 690 kleinere Flächen entlang von Straßen. Rund 71 Hektar Grünflächen sollen von externen Firmen gepflegt werden. Dies entspricht laut Verwaltung rund sechs Prozent des Gesamtvolumens. Die Fremdfirmen sollen vor allem entlang von Straßen und Parkplätzen Sträucher, Hecken und Gehölze zurückschneiden. Außerdem mähen sie Rasenflächen in Grünanlagen und halten das Grün bei Spiel- und Bolzplätzen in Zaum – und kümmern sich auch um Baumscheiben an den Straßen. Das wichtigste Kriterium dabei sei die Verkehrssicherheit, betont die Verwaltung.

Budget von zwölf Millionen Euro

Für die Grünflächen zuständig ist der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL), zu dem neben der Müllabfuhr und der Stadtentwässerung auch der Bereich Grünflächen und Friedhöfe gehört. Von den rund 260 Beschäftigten sind rund 150 Mitarbeiter für die Grünanlagen zuständig. Der Rest arbeitet auf den Friedhöfen. Das Gesamtbudget für die Grünflächenpflege beläuft sich nach Angaben der Verwaltung auf zwölf Millionen Euro. Ohne die Hilfe der Fremdfirmen sei die Aufgabe nicht zu bewältigen.

Die Stadtverwaltung hat vor einigen Jahren auf massive Bürgerbeschwerden über den Zustand des städtischen Grüns reagiert. Der Stadtrat beschloss 2016 ein neues Konzept für die Grünflächenpflege. Mit einem „Masterplan“ sollten die Pflegearbeiten besser gesteuert und betriebswirtschaftlicher werden. Die Umsetzung dieses Konzepts hat sich als Mammutaufgabe erwiesen und einige Jahre gedauert.

Drei Klassen

Um die Pflege effektiver zu gestalten, wurden zunächst alle Grünflächen in der Stadt je nach Funktion und Bedeutung für die Bevölkerung in drei Bewirtschaftungsklassen eingeteilt: „Intensiv“ an Orten wie dem Ebertpark, wo Blumenbeete gepflegt werden und der Rasen alle ein, zwei Wochen gemäht wird. „Standard“ bedeutet in vielen Stadtteilparks, dass der Rasen alle drei bis vier Wochen gemäht wird. Eine Mindestpflege gilt für Flächen wie den Friedenspark, wo lediglich die Ränder des Rasens alle vier Wochen gemäht werden. Der Pflegeplan für die Stadt legt fest, welche Flächen wie gepflegt werden sollen – und vom wem.

Mit dem neuen „Masterplan“ soll die Grünpflege auch regelmäßiger nach klaren Kriterien stattfinden. Früher erfolgte dies teils eher auf „Zuruf“ aufgrund von Beschwerden. Letztlich gehe es um eine Kosten- und Leistungsrechnung, wie Bindert in der Vergangenheit erläuterte. Seltene Arbeiten, wie etwa Gehölzkantenschnitte entlang der Straßen, würden an externe Firmen vergeben, weil dies wirtschaftlicher sei. „Aus Kapazitätsgründen oder wegen fehlender Ausstattung zur Verkehrssicherung an Straßen“ könnten solche Leistungen von der Stadt wirtschaftlich nicht selbst erledigt werden, so die Verwaltung.

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