Ludwigshafen Spaß an großem Projekt

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„Vivaldi trifft Moderne“ ist der Titel des Konzerts, das der Evangelische Singkreis Schauernheim und Vokal Spezial am Sonntag, 23. Oktober, um 17 Uhr, in der Katholischen Pfarrkirche St. Michael präsentiert. Ein Probenbesuch zeigt, wie viel Herzblut darin steckt.

Dannstadt-Schauernheim. Gut ein Jahr schon proben die Mitglieder des Evangelischen Singkreises und von Vokal Spezial für das Konzert, sagt der musikalische Leiter Kevin Breitbach, der mit viel Engagement und Einsatz die Proben leitet. „Ich will hier kein ö hören“, mahnt er die Sängerinnen von Vokal Spezial in einer der letzten Proben vor dem Konzert beim „pleni sunt coeli“. „Es heißt ,tschäli‘ und nicht ,Deus‘, sondern ,Däus‘.“ Im Konzert kommen Feinheiten in der Aussprache des Lateins zum Tragen, die sich nach der Herkunft des Komponisten richten. So wird Vokal Spezial mit der „Missa Festiva“ von John Leavitt und „A little Jazz Mass“ von Bob Chilcott Werke eines US-amerikanischen und eines britischen Komponisten unserer Zeit aufführen. Also ist italienische Aussprache gefragt – wie bei allen Komponisten außerhalb Deutschlands. Was für die an deutsche Messen gewöhnten Sängerinnen manchmal eine Denksportaufgabe darstellt. Viel zu tun haben aber nicht nur die Sänger. „Ich muss hier alle Noten gleichzeitig lesen und auch noch greifen, da brauch ich etwas Reaktionszeit“, entschuldigt sich Breitbach, der bei den Proben noch hochmotiviert den Piano-Part übernimmt. Beim Konzert selbst werden Carla Braun (Klavier), Clara Hahn (Contrabass) und Benedikt Schwarz (Schlagzeug) die instrumentale Begleitung übernehmen. Die beiden modernen Stücke Leavitts und Chilcotts schlagen eine Brücke von 300 Jahren durch die Musikepochen und bilden eine interessante Ergänzung zum barocken zweiten Teil des Abends. In diesem präsentiert der Evangelische Singkreis mit den Solistinnen Carmen Buchert (Sopran) und Mirjam Winkel (Alt) das „Gloria in D-Dur“ von Antonio Vivaldi (1648-1741) und wird dabei vom Händel-Orchester Heidelberg begleitet. „Das Gloria hatte mein Vorgänger schon mit dem Chor begonnen und ich habe dann dazu passende Stücke gesucht“, sagt Breitbach über diese Auswahl. Die Überleitung zwischen den beiden Chören und Musikepochen gestaltet das Händel-Orchester Heidelberg instrumental passend zur Epoche mit dem „Adagio in g-Moll“ von Tomaso Albinoni (1671-1751). „Nachdem wir bedingt durch Dirigentenwechsel in den vergangenen Jahren kein Konzert und auch keine musikalische Feierstunde aufgeführt haben, wollten wir mal wieder etwas Großes machen“, sagt die Vorsitzende des Evangelischen Singkreises, Ulrike Vogel, über das Konzert. Mit Kevin Breitbach haben die beiden Frauenchöre unter dem Dach des Evangelischen Singkreises seit gut einem Jahr einen engagierten Dirigenten. „Er hat eine Engelsgeduld und bringt auch noch Spaß rüber“, sagt Vogel über Breitbach. Außerdem habe er ein gutes Händchen, wenn es mal falsch klinge, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Stefanie Petri. Lieber laut und falsch als leise und richtig – das sei seine Devise. So singt der studierte Kirchenmusiker und Chordirektor des Fachverbands Deutscher Berufschorleiter immer wieder Passagen vor, um zu verdeutlichen, wie er sich Ausdruck und Lautstärke vorstellt. Dazu zieht er auch plastische Beschreibungen heran: „Wie Engelchen soll das klingen“, versucht er die Frauen von Vokal Spezial von einem zarten Gesang bei „Osanna“ zu überzeugen. Termin „Vivaldi trifft Moderne“, Sonntag, 23. Oktober, 17 Uhr, Kirche St. Michael, Kirchenstraße 4, Dannstadt. Karten zum Preis von 12 Euro (Erwachsene) und 8 Euro (Schüler und Studenten) sind im Vorverkauf erhältlich bei Ulrike Vogel, Telefon 06231 941988 oder Heike Schmitt, Telefon 06231 2061.

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