Gewichtheben
Souveräner Sieg für den AC Mutterstadt gegen Roding
„Ich bin glücklich und zufrieden, dass es im ersten Wettkampf des Jahres für mich und meine Mannschaft so erfolgreich verlaufen ist“, freute sich Sarah Davies. „Ich hatte nach der WM in Kolumbien kaum trainiert und wollte mich trotzdem für meinen Verein und den Fans ordentlich präsentieren“, sagte die Engländerin. Zum dritten Mal in dieser Saison trug die Commonwealth Siegerin des letzten Jahr die Farben des AC Mutterstadt.
2019 war die frühere Schönheitskönigin ihrem damaligen Freund Jack Oliver in die Pfalz gefolgt. Oliver ist inzwischen nicht mehr ihr Freund und hat auch mit dem Gewichtheben aufgehört. Die mittlerweile 30-jährige Davies reist immer wieder gerne nach Deutschland zu den Bundesligakämpfen an. Diese Form der Wettkämpfe gibt es in ihrer Heimat nicht. Deswegen ist es jedes Mal für sie eine willkommene Abwechslung. Sie hat bisher an fünf Europa- und Weltmeisterschaften der Aktiven teilgenommen. Sportlich ist Sarah Davies hoch motiviert und will nach Tokio auch im kommenden Jahr an den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen. „Mein Ziel ist natürlich eine Medaille. Davon träumt jeder Sportler, der an Olympia teilnehmen darf“, blickt Davies vorwärts. Mit 215 Kilogramm im Zweikampf zeigte die in ihrer Heimat als Trainerin arbeitende Davies gegen Roding eine gelungene Vorstellung (136 Kilopunkte).
Lang mit meisten Punkten
Übertroffen wurde sie von Max Lang (145 Kp), der locker seine Versuche einbrachte. Besonders gefallen hat dem Teamkapitän das Auftreten der gesamten Mannschaft. „Es ist immer unsere erste Taktik, sichere Versuche einzufahren. Das haben alle auch prima umgesetzt. Und so werden wir die letzten Wettkämpfe weiter angehen. In der Hoffnung, dass die Konkurrenten aus Speyer, Obrigheim und Samswegen noch Punkte lassen“, hofft Lang trotz schon sechs Minuspunkten insgeheim wieder auf den Finaleinzug. Momentan schwebt der Vollblutgewichtheber ohnehin auf Wolke sieben. Ende März erwarten Max und seine Lebensgefährtin Caroline ein Baby. „Ja, es gibt für mich noch ein Leben außerhalb des Gewichthebens. Trotzdem werde ich meine Ziele mit Mutterstadt und der Nationalmannschaft nicht vernachlässigen“, berichtete Lang.
Den ungefährdeten Sieg ihrer Mannschaft verfolgte Nina Schroth diesmal neben der Bühne. Nach einem schweren grippalen Infekt hätte ein Einsatz keinen Sinn gemacht. „Ich bin zwar wieder leicht im Training. Es war aber gut so, dass die Truppe auch ohne mich gewonnen hat. Das nächste Mal bin ich wieder aktiv dabei. Diesmal habe ich mitbetreut“, sagte Schroth. Nach den vielen gelungenen Versuchen klatschte die 30-jährige Nationalheberin ihre Kollegen beim Abgang von der Bühne ab. Besonders herzlich war der Klaps bei Björn Hertrampf, für den Schroth neuerdings genauso wie für Myrthe Timmerman die Trainingspläne erstellt.
Smeenk von Fans beflügelt
Immer wieder ein besonderes Erlebnis ist die stimmungsvolle Mutterstadter Wettkampfatmosphäre für Elena Smeenk. Die gebürtige Paderbornerin kam erst vor vier Jahren zum Gewichtheben. Dass die 24-jährige Sportstudentin kämpfen kann, hat sie eindrucksvoll beim Reißen bewiesen. Zuerst waren die 69 Kilogramm im Reißen für die selbst nur 60 Kilogramm schwere Smeenk nicht zu packen. Mit der Unterstützung des Mutterstadter Publikums und der Anfeuerung von Hallensprecher Stefan Mohr brachte „Eli“ die Last unter großem Jubel doch zur Hochstrecke. Dieses Kämpferherz gefiel auch Patrick Fassott, dem Präsident der Gewichtheberverbandes Rheinland-Pfalz, der einen kurzweiligen Gewichtheberabend beim AC Mutterstadt verbrachte. Mit diesem Sieg bleibt die Staffel des zwölfmaligen deutschen Mannschaftsmeisters weiter im Rennen um den Finaleinzug am 29. April.
„Es müssten jetzt halt die nächsten vier Kämpfe klar gewonnen werden. Und die Konkurrenz aus Speyer, Obrigheim und Samswegen patzt, beziehungsweise sich selbst die Punkte wegnimmt. Der 3:0-Sieg gegen Roding war extrem wichtig. Wir bleiben auf alle Fälle dran“, sagte der Sportliche Leiter Stefan Mohr.