Ludwigshafen Sonderzug aus Heidelberg
Witzige Aktion mit ernstem Hintergrund: Zu einem „Staatsbesuch“ hatte die S-Bahn Rhein-Neckar am Samstag eine Abordnung der Stadt Heidelberg nach Ludwigshafen eingeladen. Die noble Visite ist die bisher siebte Aktion in einer Reihe, bei der sich alle 16 Patenstädte von gleichnamigen S-Bahn-Zügen begegnen. Heidelberger Bürger hatten die Gelegenheit, einen Tag lang Ludwigshafen und seine Sehenswürdigkeiten zu erkunden.
Auf dem Bahnsteig 2 des S-Bahnhofs Mitte ist tatsächlich der rote Teppich ausgerollt, das Empfangskomitee der Stadt Ludwigshafen mit „Miss LU“ Sandra Krobath und Dezernent Klaus Dillinger an der Spitze erwartet die Ankunft der Gäste. Neben einem gelben Ortsschild macht eine Tafel mit dem weißblauen Stadtlogo das Ziel der Reise deutlich. Mit kleiner Verspätung nähert sich dann um 10.11 Uhr die rote S-Bahn „Ludwigshafen am Rhein“ der Bahnhofshalle. Als sich nach einigen Sekunden des Wartens die Türen öffnen und die Heidelberger Delegation um Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß pfälzischen Boden betritt, ertönen Fanfaren des Musikzugs der „Heartliner“, die sich in blau-glitzernden Uniformen formiert haben. Zur offiziellen Begrüßung werden die Gäste sodann auf den Berliner Platz geleitet. Danach erwartet die Besucher ein interessantes Programm mit Stadtrundfahrt, Besuch des Pfalzbaus, des Wilhelm-Hack-Museums oder einer Rundfahrt durch die BASF. „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Idee die Metropolregion Rhein-Neckar erlebbar machen können“, betont Andreas Schilling, Chef der S-Bahn Rhein-Neckar, die diese „Staatsbesuche“ der Patenstädte organisiert hat. Es sei eine tolle Sache, weil sie Bürgern der Metropolregion die Möglichkeit gebe, auch einige für sie eher unbekannte Ecken der eigenen Region kennenzulernen, loben Dillinger und Heiß. Unter den 62 Teilnehmern aus Heidelberg sind normale Bürger, die sich für die Besuchstour angemeldet haben. Außerdem haben die Organisatoren 25 anerkannte Asylbewerber aus verschiedenen Herkunftsländern eingeladen, darunter auch einige Kinder, die von ehrenamtlichen Helferinnen der Caritas begleitet werden. „Die Ankündigung klang interessant, ich komme nicht oft nach Ludwigshafen“, begründet Thomas Liepold seine Teilnahme. „Da ich oft und gern S-Bahn fahre, wollte ich mir das nicht entgehen lassen und einmal die BASF besichtigen“, meint Gudrun Hummel aus Mosbach. „Wir kommen selten hierher und fanden es daher interessant, wir wollen vor allem mal in die BASF“, nennt die Heidelbergerin Elke Bachert mit Töchtern Jana und Alessia ähnliche Gründe. Wie Dillinger sagt, steht das Datum des nächsten „Gegenbesuchs“ aus Ludwigshafen noch nicht fest. Auch nicht das genaue Ziel. Nur die Richtung. „Es geht ins Neckartal“, verrät Schilling.