Mannheim
So hat Johannes Oerding die Besucher des Zeltfestivals begeistert
Johannes Oerding beendete seine Show in Mannheim mit einer Premiere. Die gefühlvolle Ballade „Bis der Himmel uns bestellt“ spielte der Künstler mit seiner Band zum ersten Mal auf einer Bühne, die ihm im Laufe des Abends mehr als einmal viel zu klein wurde. Oerding, auch bekannt aus TV-Formaten wie „Sing meinen Song“ und „The Voice of Germany“, legte in den zwei Stunden so manch eine schweißtreibende Meile zurück. Sehr zur Freude seiner Fans.
Direkt auf Platz eins
2000 Besucher wollten den erfolgreichen Popsänger und Songwriter auf dem Zeltfestival Rhein-Neckar sehen. Der gebürtige Westfale hat sich in seiner langen Karriere eine beständig wachsende Anhängerschaft erspielt. Sein neues Album „Plan A“ landete direkt auf Platz eins in den deutschen Charts. Die jüngste Show in Mannheim war Teil einer großen Open-Air-Tournee durch die Republik. Es läuft bei dem Wahl-Hamburger.
Rückenwind für Dittberner
Einen guten Rückenwind hat gerade auch Philipp Dittberner. Der Berliner Singer-Songwriter war als Opener gebucht und brachte mit seiner Show die Stimmung auf Betriebstemperatur. Dittberner hat es mit radiotauglichen Hits wie „Wolke 4“ in die Charts gebracht und erfreute auch das Mannheimer Publikum damit. Mit der Stadt an Rhein und Neckar verbindet ihn eine lange Liaison. Sein Debütalbum „2:33“, bemerkte er einmal, habe er schon vor acht Jahren in der Alten Seilerei vorgestellt. Den Song „Das ist dein Leben“ hätten damals alle mitgesungen. Das sollte am Donnerstag nicht anders sein.
Schöne verschwitzte Personen
Mit „Ich hab noch immer nicht genug“ eröffnete Johannes Oerding seinen Gig und machte gleich ordentlich Alarm damit. Neben seinen gesanglichen Qualitäten stellte der Sänger auch wiederholt die eines Entertainers unter Beweis, indem er das Gespräch mit seinen Fans suchte. Zum Beispiel, als er bei der Ankündigung des Stücks „So schön“, das er mit Peter Maffay aufgenommen hat, die Menge dazu aufrief, sich schön nett zu begrüßen. „Und dann schaut ihr der verschwitzten Person vor euch in die Augen und sagt zu ihr: Du bist so schön“, rief er und musste selbst lachen, als er wenig später die Liedzeile „Ich kleb an dir fest“ sang.
Das erste graue Haar
Gar nicht genug konnte das Publikum von seinem Song „Hundert Leben“ bekommen, dem auch schon beinahe jeder zumindest einmal im Radio gelauscht hat. Als der letzte Akkord verklungen war, sangen die Konzertbesucher einfach weiter, was die Band dazu inspirierte, den eingängigen Refrain noch mal zu intonieren. Viele seiner Lieder haben etwas Augenzwinkerndes an sich. Sie handeln von der ersten Liebe und der nächsten, von der Kunst des Scheiterns und Wiederaufstehens und vom ersten grauen Haar, dessen Entdeckung ihn dazu gebracht hat, den Song „Tick Tack“ zu schreiben. Große Gefühle sind ein Trigger für den Songwriter.
„Danke, Mannheim!“
Auch die gute alte Nostalgie spielte bei dem Gig in Mannheim eine Rolle. Gepackt hat sie Oerding in einen Medley, wobei er aus jedem seiner bislang veröffentlichten Alben einen Song anspielte. Fast alle im Publikum kannten sie alle und sangen aus vollem Herzen mit. Aus dem aktuellen Album bediente sich Oerding bei den Hit-Singles „Kaleidoskop“ und dem namensgebenden „Plan A“. Einer fehlte aber noch: „An guten Tagen“. Der Gute-Laune-Song hat alles, was ein Sommer-Hit braucht, vor allem die Mitsing-Qualität. Kein Wunder, dass dies das letzte Stück auf der Set-Liste war, nahm er doch noch einmal jeden, der da vor der Bühne stand, mit seiner Dynamik mit. „Danke Mannheim!“ rief Oerding als der letzte Vorhang fiel, und er ging. Nicht jedoch ohne ein Wiedersehen zu versprechen – und drei Zugaben zu spielen.