Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel So bereiten sich die Fitnessstudios auf die Öffnung am Mittwoch vor

Ein Fitnessstudio in der Schweiz: Ein Mann trainiert, andere Geräte wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Ein Fitnessstudio in der Schweiz: Ein Mann trainiert, andere Geräte wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Es soll zahlende Mitglieder geben, die gar nicht mitbekommen haben, dass ihr Fitnessstudio wegen der Corona-Pandemie geschlossen ist. Am Mittwoch hat die erzwungene Sportpause ein Ende. Dann dürfen Fitness- und Gesundheitsstudios in Rheinland-Pfalz wieder öffnen. Auch in der Vorderpfalz bereitet man sich darauf vor.

Fettleibige Kinder, stürzende Senioren, Depressionen: Die über Wochen eingeschränkte Bewegungsfreiheit hinterlässt Spuren. „Ich glaube, dass aktuell sehr viele Menschen Rückenprobleme haben“, sagt Corinna Meier, Studioleiterin von American Fitness in der Orffstraße (Ludwigshafen-Süd). Zwar haben einige die Zeit des Stillstands genutzt und beim Joggen zumindest an der persönlichen Ausdauer gearbeitet, „aber die Muskulatur im Oberkörper wurde meistens vernachlässigt“. Michelle Lieser-Borzutzky vom Studio Lieser in Neuhofen geht deshalb sogar noch einen Schritt weiter. „Fitness- und Gesundheitsstudios sind systemrelevant“, hatte sie Anfang Mai erklärt und für eine schnellere Öffnung der Studios geworben. Schließlich stärken regelmäßige Übungen nicht nur die Muskulatur, sondern auch das Herz-Kreislauf- sowie das Immunsystem. Hinzu komme das höhere Risiko bei Senioren, deren Muskulatur sich ohne regelmäßige Übungen noch schneller abbaut. Hier bestehe dann eine größere Sturzgefahr. Dem kann man ab Mittwoch nun wieder in den Sportstudios vorbeugen.

Sinken die Preise?

Wie das allerdings genau aussieht, wusste am Montag noch niemand zu sagen. „Die genauen Vorgaben will die Landesregierung am Dienstag veröffentlichen – wir hoffen nicht erst am Dienstagabend“, sagt Meier. Dann werde auch erst klar sein, ob und welche Kurse man anbieten könne. „Aktuell gehen wir von den ruhigeren Kursen aus.“ So sei Yoga wohl erlaubt, anstrengendere und schweißtreibende Kurse, etwa Spinning, werden wohl vorerst noch verboten sein. „Dabei wird mehr geatmet und das Verbreitungsrisiko steigt dadurch“, erklärt Meier. Dabei widersprechen sich Landesverordnungen hin und wieder, beklagt sie. So empfehle die Landesregierung in Baden-Württemberg, zwar wieder mit dem Ausdauertraining einzusteigen, „dabei soll man aber darauf achten, keine erhöhte Atemfrequenz zu bekommen.“

Man orientiere sich an der Verordnung anderer Bundesländer, heißt es aus dem Studio XGym in der Bismarckstraße in der Ludwigshafener Innenstadt zum Stand der Vorbereitungen. So etwa an Schleswig-Holstein, wo der Schweiß bereits seit dem 18. Mai wieder fließt. Demnach sind Umkleideräume und Duschen – wie bei den Sportstätten – noch tabu. „Wir müssen die Leute bitten, schon in Sportbekleidung zu uns zu kommen“, heißt es. Die Trainingseinheit vor der Arbeit empfiehlt sich also nur, wenn eine Duschmöglichkeit beim Arbeitgeber besteht oder noch ein Zwischenstopp in den eigenen vier Wänden eingelegt wird. Zumindest der Mindestabstand zwischen den Geräten und Desinfektionsmöglichkeiten seien aber gewährleistet.

„Können können es kaum abwarten“

In welchen Studios der Region wieder trainiert wird, ist noch offen. So weiß Corinna Meier von einigen ihrer Kollegen in Ludwigshafen, die ihre Studios in dieser Woche noch geschlossen halten werden. Sie selbst informiere ständig über die sozialen Netzwerke und rechnet am Mittwoch mit einem kleinen Ansturm. „Die Rückmeldungen unserer Kunden zeigen, dass sie es kaum noch abwarten können, wieder ins Training einzusteigen“, so Meier.

Sie rechnet außerdem mit einer Angebotsoffensive der Studios, denn normalerweise halten sich Austritte und Neueinsteiger in etwa die Waage. Während der Pause habe es aber nur Kündigungen und keine Neueintritte gegeben. Wie genau diese Preisoffensive aussehen wird, entscheidet bei American Fitness, ebenso wie beim Konzern McFit, die Zentrale. In allen befragten Studios zeigt man sich bezüglich der Zwangspause kulant: „Die wird an die Vertragslaufzeit angehängt“, so die Auskunft. Und gemeinsam hoffen nun alle auf viel Trainingsbegeisterung im Sinne der Gesundheitsprävention.

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