Ludwigshafen Simon: Große Herausforderung

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Bis zu 220 Flüchtlinge und Asylbewerber sollen ab Mitte kommenden Jahres dauerhaft auf einem bisherigen Gewerbegelände in der Mundenheimer Wattstraße untergebracht werden. In einer sogenannten SOS-Halle sollen dort zudem bis zu 170 Menschen kurzzeitig einquartiert werden. Über diese Pläne hat Reinhard Frisch vom städtischen Gebäudemanagement den Ortsbeirat Mundenheim am Donnerstagabend informiert.

Die Einrichtung der SOS-Halle mit Doppelstocknotbetten, nicht raumhohen Trennwänden und jeweils einer Dusche und einer Toilette für zehn Bewohner soll verhindern, dass die Verwaltung künftig auf Turnhallen oder Gemeinschaftsräume zurückgreifen muss, um den anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der Stadt unterzubringen. 700 Menschen werden wie berichtet in diesem Jahr erwartet. Auch 2016 ist nach Lage der weltweiten Konflikte nicht damit zu rechnen, dass der Zustrom vieler Menschen nach Europa abnehmen wird. Wie Frisch weiter erläuterte, hat die Feuerwehr die Betriebsleitung für die Notunterkunft. Ein Hausmeister soll dauerhaft vor Ort sein. Außerdem soll es pro 60 Bewohner jeweils eine 24-Stunden-Aufsicht geben. Neben den Plänen für die Wattstraße stellte Frisch auch das Projekt Flurstraße vor. In dem Einweisungsgebiet sollen bis Juni/Juli fünf Notunterkünfte abgerissen werden, weil sich deren Sanierung nicht mehr rechnet. An deren Stelle will die Verwaltung vier dreigeschossige Massivhäuser in Schlichtbauweise errichten, die jeweils bis zu 54 Bewohner beherbergen sollen, überwiegend ebenfalls Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Außenanlagen des Geländes werden Frisch zufolge neu angelegt, auch ein Spielplatz sei geplant. Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) nannte die Pläne eine „große Herausforderung für den Stadtteil, eine schwierige Aufgabe“. Um diese zu bewältigen, sei nicht nur viel hauptamtliche Arbeit notwenig, auch ehrenamtliches Engagement sei gefragt. Michael Gerbes von der Fachstelle Wohnraumsicherung wies Berichte in einigen Medien und den sozialen Netzwerken zurück, wonach die bisherigen Bewohner der Flurstraße aus ihren Häusern vertrieben worden seien. Vom Abriss der Gebäude seien 33 Menschen in zwölf Haushalten betroffen. Alle seien inzwischen in andere Unterkünfte umgezogen, „niemand hat sich dabei verschlechtert“, stellte Gerbes klar. Sechs Haushalte seien sogar in normale Mietverhältnisse gewechselt. Grundsätzlich sei die Anzahl der Menschen, die in den Obdachlosenunterkünften in der Flurstraße leben, seit Jahren stark rückläufig, betonte Gerbes. 277 Menschen seien derzeit noch im Bereich Mundenheim West einquartiert. Begrüßt hat der Ortsbeirat, dass das städtische Immobilienunternehmen GAG die Brachfläche in der sogenannten Mundenheimer Kurve bebauen wird. Hier soll ab November ein viergeschossiger Komplex mit Tiefgarage und barrierearmen Zwei- bis Vierzimmerwohnungen zwischen 70 und 120 Quadratmetern Größe entstehen. Interessenten müssen sich derzeit auf einen Quadratmeterpreis von acht bis neun Euro einstellen. Eine gute Nachricht hatte Michael Lorösch mit Blick auf die aktuelle Kriminalitätsstatistik für den Ortsbeirat: Wie der stellvertretende Dienststellenleiter der Ludwigshafener Polizeiinspektion 1 berichtete, ist die Anzahl der Straftaten in Mundenheim um 4,6 Prozent zurückgegangen. Das gelte auch für die Raubdelikte und die Straßenkriminalität. Sorgen macht sich Lorösch jedoch über die Anzahl der Tageswohnungseinbrüche. Für das Jahr 2015 sei im Stadtteil bis Ende April mit fünf Delikten bereits das Niveau des gesamten Vorjahres erreicht worden. Hinzu kommen für das laufende Jahr bereits elf Einbrüche in Betriebe und Einrichtungen. Das Polizeipräsidium habe daher eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die überregional nach den Tätern fahndet. Lorösch zufolge macht die verkehrsgünstige Lage Mundenheim für vagabundierende Diebe sehr attraktiv. Am 13. Juni informiert die Polizei auf dem Wochenmarkt ausführlich über das Thema Sicherheit. (evo)

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