Ludwigshafen Silvesternacht: Friedliche Feiern und 24 Feuerwehr-Einsätze
Pünktlich um Mitternacht haben die meisten Ludwigshafener in der Silvesternacht die Korken knallen lassen und das neue Jahr fröhlich und friedlich mit einem bunten Feuerwerk begrüßt. Die Polizei hat eine positive Einsatzbilanz gezogen. Die Feuerwehr dagegen musste 24 Mal ausrücken. Wer sich ein Taxi rufen wollte, bekam keinen Anschluss.
Die gute Nachricht zuerst: Um 5.59 Uhr hat Sophia Remers im Ludwigshafener Klinikum das Licht der Welt erblickt. Das erste Baby im neuen Jahr wiegt 3480 Gramm, ist 52 Zentimeter groß, gesund und munter und für die Eltern Stefanie Remers und Daniel Walter das zweite Töchterchen. Die Geburt sei ganz unkompliziert verlaufen, berichtete Oberarzt Iraj Feridoun-Far. „Das ist das Schönste, was einem als Geburtshelfer passieren kann“, sagte der 51-jährige Mediziner, der seit sechs Jahren am Klinikum arbeitet, aus dem Iran stammt und mit seiner Frau und zwei erwachsenen Söhnen in der Nähe von Heidelberg lebt. Jede Geburt sei einzigartig, und Glücksmomente wie die Geburt der kleinen Sophia seien für ihn etwas Wunderbares, sagte Feridoun-Far. Im Marienkrankenhaus in der Gartenstadt kamen in der Neujahrsnacht keine Kinder auf die Welt, wie Oberärztin Alexandra Neugebauer erklärte. Dafür hatte das Team im Kreißsaal am Samstag alle Hände voll zu tun. Am letzten Tag des alten Jahres haben dort Neugebauer zufolge acht Frauen entbunden. Die Silvesternacht im Ludwigshafener Stadtgebiet ist nach Angaben der Polizei überwiegend ruhig verlaufen. Die meisten Menschen seien feucht-fröhlich und friedlich in das neue Jahr gestartet, teilte das Präsidium Rheinpfalz mit, das nach den Vorfällen der Silvesternacht 2015/2016 in Köln die Einsatzkräfte verstärkt hatte. Dennoch sei einigen die Feierlaune, bedingt durch zu viel Alkohol, zu Kopf gestiegen, so die Polizei. Die Folge seien Körperverletzungen, Brände und Sachbeschädigungen gewesen, „die ein polizeiliches Einschreiten erforderlich machten“. Gegen Mitternacht gerieten zwei Männer in der Gartenstadt in eine handfeste Auseinandersetzung, als ein 42-Jähriger seinem betrunkenen Bekannten gewaltsam die Autoschlüssel abnahm, um eine Trunkenheitsfahrt zu verhindern. Ebenfalls in der Gartenstadt kam es am frühen Neujahrsmorgen in einer Gaststätte zu einer Schlägerei. Ein Mann wurde am Kopf verletzt. Bereits gegen 15 Uhr schossen am Samstag an der Endhaltestelle in Oggersheim zwei Heranwachsende mit einer Pistole auf eine fahrende Straßenbahn. Beamte konnten zwei Jugendliche stellen, auf welche die Personenbeschreibung des Straßenbahnfahrers passte. Die Jungs hatten eine Schusswaffe und ein Einhandmesser bei sich. Die 18- und 19-jährigen aus Ludwigshafen stritten die Tat jedoch ab. Weil der 18-Jährige für seine Schreckschusswaffe keinen Waffenschein hatte, muss er nun mit einer Anzeige rechnen. Die Feuerwehr zieht eine „arbeitsreiche Bilanz des Jahreswechsels“ mit insgesamt 24 Einsätzen: Eine Person, die am Samstag in der Innenstadt von einem Dach zu springen drohte, wurde gerettet. Nach Mundenheim musste die Wehr wegen eines Wasserschadens ausrücken. Ein freilaufender Husky wurde abgemagert und mit Frostbeulen am Bauch am Oppauer Gehlenweiher eingefangen. Bei einem Verkehrsunfall in der Schanzstraße in Nord musste der Notarzt die Versorgung von insgesamt sieben Verletzten koordinieren. Vermutlich aufgrund umherfliegender Böller musste die Feuerwehr schließlich in den frühen Morgenstunden auf zwei Balkonen im Hochhaus in der Yorckstraße in Süd Brände löschen. Es entstand lediglich geringer Sachschäden in Höhe von rund 2000 Euro. Gegen 5.30 Uhr wurde noch ein Wohnungsbrand in Oggersheim gelöscht. Eine Störung bei der Telekom hat nach Angaben von Ralf Senck von der Taxizentrale dazu geführt, dass Anrufer ab dem frühen Morgen keinen Anschluss bekamen. Nur über die bundeseinheitliche Rufnummer 19410 samt Ludwigshafener Vorwahl konnten Taxis bestellt werden.